Hamburger Makler packt aus

Karl Lagerfelds Villa Jako immer noch leer – ein teures Detail schreckt Käufer ab

  • Johanna Ristau
    vonJohanna Ristau
    schließen

Keiner will die Villa von Star-Designer Karl Lagerfeld (†85). Das pompöse Anwesen an der Elbe steht seit Jahren leer. Ein Makler erklärt nun die Hintergründe der Verkaufs-Flaute.

  • Karl Lagerfelds* Villa Jako steht noch zum Verkauf.
  • Sie ist bereits im Preis gesunken.
  • Makler Sebastian Wagner erklärt, warum sie niemand haben will.

HamburgMarmorböden, vergoldete Stuckdecken, ein sichtgeschützter Mega-Garten und ein wunderschöner Ausblick auf die Elbe*. Das alles will offenbar niemand haben. Karl Lagerfelds Luxus-Anwesen auf 12.000 Quadratmetern steht seit Jahren zum Verkauf. Niemand ist interessiert. 24hamburg.de berichtete zuletzt über den Hausgeist „Jako“, der nach dem Tod von Karl Lagerfeld in der nach ihm benannten Villa spukt*. Mittlerweile ist der dritte Makler am Werk und versucht, die Immobilie endlich loszuwerden – und erklärt auch, warum der Verkauf so eine schwere Geburt ist.

Name: Karl Otto Lagerfeld
Geboren: 10. September 1933, Hamburg
Gestorben: 19. Februar 2019, Amerikanisches Krankenhaus Paris
Größe: 1,78 m
Bestattet: 22. Februar 2019, Nanterre, Frankreich
Filme: Totally Spies - Der Film, Once and Forever, L'Amour

Hamburger Makler über Villa Jako: „Villa ist in die Jahre gekommen“

Eine erste Maßnahme war die Preissenkung des protzigen Anwesens im altrömischen Stil. Wer die Villa Jako haben will, muss jetzt „nur“ noch 9,85 Millionen Euro statt anfänglichen zehn hinblättern. Sebastian Wagner, Gründer der Immobilienverkaufsplattform „Hausgold“ zu „Focus Online“: „Die Villa ist in die Jahre gekommen, sie entspricht nicht mehr den modernen Standards. Man muss also noch mal mehr Geld reinstecken – und das kontinuierlich." Ein ehrliches Statement des Immobilien-Maklers, der die Villa Jako derzeit versucht an den Mann zu bringen.

Karl Lagerfeld lebte von 1991 bis 1997 in der Villa Jako in Blankenese. Heute ist niemand mehr an der Immobilie interessiert. (24hamburg.de-Montage)

Doch nicht nur die fehlende Modernisierung soll schuld an der Interessenten-Flaute sein. Auch der Denkmalschutz des Gebäudes schrecke viele ab, obwohl man die Sanierungsarbeiten dadurch steuerlich geltend machen könnte. Aber: Jede kleinste Änderung müsste mit dem Denkmalschutzamt der Stadt Hamburg* abgeklärt werden. Sebastian Wagner ist realistisch: „Man ist als neuer Hausbesitzer in seinen persönlichen Wünschen in Sachen Gestaltung ausgebremst."

„Hausgold“-Gründer über Karl Lagerfelds Villa Jako: „Lagerfeld-Bonus nutzt sich ab“

Als Wertanlage eigne sich die Villa Jako laut dem „Hausgold“-Gründer auch nicht: „Nur um sie zu besitzen, ist sie dann doch wieder zu teuer. Und irgendwann wird sich der Lagerfeld-Bonus abnutzen. Als langfristige Investition wird es mit der Immobilie also auch eher schwierig.“ Obwohl der Preis seiner Meinung nach für die Lage und die Größe im Nobel-Stadtteil Blankenese gerechtfertigt ist, sei die Villa Jako letztendlich nur „genau so viel Wert, wie jemand bereit ist, dafür zu zahlen.“

Liebhaber mit dem nötigen Kleingeld, die für eine solche Investition infrage kämen, seien aktuell allerdings wegen der Coronavirus*-Krise „eher zurückhaltend“. Und: Wenn sich weiterhin niemand für die Lagerfeld-Villa interessiert, wird der Preis immer weiter sinken. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Etienne Laurent/dpa & Kay Nietfeld/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare