„High-End-Miniserie“

Karl Lagerfeld: Serien-Hammer – was der Designer mit Udo Lindenberg zu tun hat

  • Johanna Ristau
    vonJohanna Ristau
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Das Interesse an Karl Lagerfeld († 85), seiner Villa in Hamburg und seinem Lebenswerk reißt einfach nicht ab. Anderthalb Jahre nach dem Tod des Jogginghosen-Gegners erscheint die neue Biografie „Karl Lagerfeld – ein Deutscher in Paris“ und jetzt wird auch noch eine Serie über den Modeschöpfer gedreht.

  • Berliner Filmproduktionsfirma widmet Karl Lagerfeld* eine Miniserie.
  • Die Serie konzentriert sich auf die Anfänge Lagerfelds Karriere.
  • Drehbuchautor hat auch bei Udo Lindenbergs* Kinofilm mitgewirkt.

Hamburg/Berlin – Gute Nachrichten für Fans und Liebhaber von Modedesigner Karl Lagerfeld. Die Berliner Produktionsfirma Ziegler-Film („Ich war noch niemals in New York“) plant eine Miniserie über die Modelegende. Ob die High-End-Serie auf einem TV-Sender wie etwa ZDF* oder aber auf einem Streaming-Dienst wie Netflix oder Amazon Prime zu sehen sein wird, ist noch unklar.

Modeschöpfer: Karl Lagerfeld
Geboren: 10. September 1933, Hamburg
Gestorben:19. Februar 2019, Amerikanisches Krankenhaus Paris, Neuilly-sur-Seine, Frankreich
Ausgestellt in: Mint Museum Randolph, Röhsska Museum, Metropolitan Museum of Art, Museum of Fine Arts
Bestattet: 22. Februar 2019, Nanterre, Frankreich
Eltern: Elisabeth Bahlman, Otto Lagerfeldt

Karl Lagerfeld: Miniserie über Hamburger Modeschöpfer geplant

Einen Drehbuchautor haben die Produzentinnen Barbara Thielen und Regina Ziegler allerdings schon gefunden. Alexander Rümelin wird an dem Projekt mitschreiben. Der 52-Jährige Stuttgarter hatte auch an „Lindenberg! Mach dein Ding“ mitgewirkt. Zudem unterstützen enge Weggefährten Lagerfelds, die den Designer über Jahrzehnte begleitet haben, das Serienprojekt.

Udo Lindenberg (75) und Karl Lagerfeld (†85) haben bald eine Sache gemeinsam. (24hamburg.de-Montage)

Inhaltlich soll es vor allem um Karl Lagerfelds Anfänge in Paris sowie die Freundschaft zu Design-Gott Yves Saint Laurent gehen, die später allerdings in Rivalität endete. Sie erinnern sich? Karl Lagerfelds große Liebe Jacques de Bascher (†38) pflegte sogar eine Affäre mit Saint Laurent. Dennoch widmete Lagerfeld seinem im Jahre 1989 an AIDS verstorbenem Herzblatt eine Villa in Hamburg*-Blankenese direkt an der Elbe*.

Karl Lagerfeld: High-End-Miniserie über seine Anfänge in Paris und seine Freundschaft und Rivalität zu Yves Saint Laurent geplant

Die „Villa Jako“ steht allerdings seit Jahren leer*, wie 24hamburg.de berichtet. Und auch beruflich herrschte Konkurrenzdruck zwischen den Designern. Am 14. Dezember 1954 hatte Lagerfeld sich mit einer eigenen Modekollektion für den noch heute existenten International Woolmark Prize beworben. Die Organisation hatte in Paris Amateure aufgerufen, ihre Kreationen einzureichen. Lagerfeld gewann in der Kategorie „Mantel“.

Yves Saint Laurent, der zu dem Zeitpunkt erst 18 Jahre alt war, gewann in der „Kategorie“ Abendkleid. Nach seinem Erfolg bei der Preisausschreibung bekam Lagerfeld eine Stelle als Assistent von Pierre Balmain, der neben Hubert de Givenchy in der Jury des Wettbewerbs saß. Während Lagerfeld Balmain assistierte, absolvierte er eine Schneiderlehre. Sein preisgekrönter Mantel wurde bei Balmain produziert.

Karl Lagerfeld: Miniserie soll seine Karriere zeigen – Balmain, Fendi, Chloé, Calentino, Chanel

Dann wechselte Lagerfeld zu Jean Patou und arbeitete von 1958 bis 1963 als künstlerischer Direktor für den Designer. Seine erste Kollektion Roland Karl“ präsentierte er im Juli 1958. Nach Auslaufen seines Vertrags arbeitete Lagerfeld als freier Mitarbeiter für Design-Größen wie Mario Valentino, Krizia sowie die Discounter-Kette Monoprix. Im Jahr 1964 begann Lagerfeld im Alter von 31 Jahren noch ein Kunststudium in Paris, was er jedoch nach drei Jahren aufgab. Zu viel hatte der Designer mit seiner Mode zu tun.

Während seines Studiums arbeitete Lagerfeld als künstlerischer Direktor für Chloé, wo er Kollektionen entwickelte und das Unternehmen nach Unstimmigkeiten im Jahr 1978 verließ. Ob die Serie auch Teile der Nazi-Vergangenheit von Karl Lagerfelds Eltern* Otto und Elisabeth beleuchten wird, ist unklar. Eine 24hamburg.de-Anfrage ließ die Produktionsfirma am Mittwoch, 23. September 2020 unbeantwortet.

Karl Lagerfeld: Zeigt neue Miniserie auch Details aus seiner Kindheit und der NSDAP-Vergangenheit seiner Eltern?

24Hamburg.de berichtet über die Details aus Karls Kindheit, die nun in seiner neuen Biografie „Karl Lagerfeld – ein Deutscher in Paris“ enthüllt worden sind. Demnach war insbesondere Lagerfelds geliebte Mutter Elisabeth Anfang der 1930er Jahre überzeugtes Mitglied in der NSDAP. Die zweifache Mutter hielt es „für absolut möglich, dass Hitler imstande war, die Zerrissenheit des deutschen Volkes zu steuern, es einer Idee unterzuordnen, allem Parteienhader ein Ende zu machen, Ordnung nach Innen und Außen zu schaffen. (…) Ein gesundes Deutschland war nötig, Deutschland vor dem Bolschewismus zu bewahren.“

Diese Worte schrieb Elisabeth Lagerfeld laut der neuen Biografie an Karls Tante Felicitas Ramstedt. Lagerfeld selbst versuchte allerdings immer, den Nazi-Gedanken von seiner Mutter wegzulenken. Obwohl er nicht viel von seinem Privatleben preisgab, erzählte er wiederholt eine Anekdote, die von seiner Mutter handelte.

Karl Lagerfeld erzählte immer wieder eine Anekdote über seine Mutter – jetzt ist eine Miniserie über den Designer in Planung

Als er mit ihr zum Arzt ging, trafen die beiden auf seinen Lehrer. Der forderte Elisabeth auf, ihrem Sohn endlich mal die Haare abzuschneiden. Daraufhin soll Karls Mutter den Lehrer am Schlips gepackt und gefragt haben: „Wieso? Sind Sie etwa noch Nazi?“ Wie 24hamburg.de berichtet, beinhaltet die neue Biografie Karl Lagerfeld – ein Deutscher in Paris“ aber auch Bildmaterial, das den kleinen Karl und seine große Schwester Christel vor der Reichstagsflagge im Vorgarten des prächtigen Anwesens Gut Bissenmoor der Lagerfelds in Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) zeigt. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.  

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa & Caroline Seidel/dpa

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