Dolce Vita in Hamburg

Jan Fedder liebte den Luxus – das private Leben des „Großstadtrevier“-Stars

  • Tomasz Gralla
    VonTomasz Gralla
    schließen

Als „Großstadtrevier“-Polizist war Jan Fedder sehr bodenständig. Doch privat mochte es der Hamburger dann doch etwas luxuriöser.

Hamburg – Jan Fedder wird seinen Fans wohl immer als rauer, aber bodenständiger Polizisten im Kopf haben, der eine harte Schale, aber einen weichen Kern hat. Als „Großstadtrevier“-Polizist Dirk Matthies bleibt der am 30. Dezember 2019 verstorbene Schauspieler den TV-Zuschauern noch lange im Gedächtnis. Doch wie viel aus seiner TV-Rolle steckte auch in der Privatperson Jan Fedder? Von einer Ein-zu-Eins-Kopie kann man mit Sicherheit nicht sprechen, denn der gebürtige Hamburger pflegte hinter den Kameras einen luxuriösen Lebensstil.

Name.Jan Fedder
Geburtstag:14. Januar 1955
Todestag:30. Dezember 2019
Bestattet:Friedhof Ohlsdorf, Hamburg
Ehefrau:Marion Fedder

Als „Großstadtrevier“-Polizist war Jan Fedder ein einfacher Mann – privat ganz anders

Das soll nicht heißen, dass Jan Fedder privat fernab der Realität lebte und komplett abgehoben war. Nicht umsonst war der TV-Star in seiner Rolle als Polizist Dirk Matthies in „Großstadtrevier“ so glaubwürdig. Denn auch hinter der Kamera hatte Fedder ein Herz für die kleinen Leute und rettet gar nach seinem Tod den Hamburger Michel, die weltbekannte und für sein gesamtes Leben prägende Kirche. Vor allem aber seinen Gerechtigkeitssinn legte der fiktive Polizist nie ab – für ihn als auch für Jan Fedder blieb immer das Verständnis für die Menschen, die vom rechten Weg abgekommen waren.

War Dirk Matthies einmal nicht im Einsatz, war er in der Regel auf seinem Boot „Repsold“ aufzufinden, wo er mit seinem Freund Paul die Schönheit des Hamburger Hafens genoss. Ansonsten lebte der Polizist ein genügsames Leben – anders als der Schauspieler Jan Fedder.

Jan Fedder und seine Antiquitäten-Sammlung

Jan Fedder besaß nicht nur ein Eigenheim auf St. Pauli in Hamburg, sondern auch einen Bauernhof im schleswig-holsteinischen Ecklak. Wie Fans des Verstorbenen wissen, hatte ihr Idol eine umfangreiche Sammlung an Antiquitäten. So besaß er nicht nur mehrere Mercedes-Oldtimers, auch ein kleines Roststück des versunkenen Passagierschiffes „Titanic“ gehörte zu seiner Sammlung. 

Jan Fedder bei den Dreharbeiten zu „Der Hafenpastor“

Und auch sonst gönnte sich Jan Fedder gerne das ein oder andere luxuriöse Vergnügen: So charterte der NRD-Star das riesige Museumsschiff „Cap San Diego“ und fuhr mit seinen Freunden den ganzen Tag die Elbe rauf und runter. Lakonisch kommentierte er seinen Ausflug: „War nicht ganz billig, aber musste mal sein“.

Jan Fedder: Wahrer Luxus ist nicht mit Geld aufzuwiegen

Sich etwas Luxus zu gönnen, anstatt Geld zu sparen – das war die Devise von Jan Fedder. Vor allem in seinen letzten Lebensjahren, in denen seine Krebserkrankung, mit der seit 2012 zu kämpfen hatte, immer schlimmer wurde. Und auch die Tatsache, dass er aufgrund eines Sturzes und seiner allgemeinen körperlichen Schwäche immer wieder auf einen Rollstuhl angewiesen war, führte ihm vor Augen, dass er leben muss. Dass er Sachen machen muss, die er machen will. Auch, wenn diese verrückt sind und viel Geld kosten.

Doch materieller Luxus hin oder her, die wirklich wichtigen Dinge im Leben verlor Jan Fedder nie aus den Augen. Bis zuletzt blieb er auf dem Boden der Tatsachen, suchte die Nähe zu seinen Fans (sofern es sein Gesundheitszustand erlaubte) und freute sich über die Liebe seiner Kinder und seiner Ehefrau Marion Fedder. Jan Fedder hinterlässt nicht nur in der Serie „Großstadtrevier“ eine große Lücke, sondern auch bei „Neues aus Büttenwarder“.

In seiner Biografie „Jan Fedder – Unsterblich“, die er in seinem letzten Lebensjahr zusammen mit Tim Pröse schrieb und die nur vier Monate nach seinem Tod erschien, blickt der Schauspieler zurück und bietet ganz private Einblicke in sein Leben vor wie auch hinter der Kamera – und macht dabei deutlich, dass man wahren Luxus mit keinem Geld der Welt kaufen kann. *24hamburg.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare