„St. Pauli, 6 Uhr 07“

Jan Fedder: Der „Großstadtrevier“-Film zu Ehren des Kult-Polizisten

  • Tomasz Gralla
    VonTomasz Gralla
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Jan Fedder war als „Großstadtrevier“-Polizist deutschlandweit beliebt. Mit einem „Großstadtrevier“-Spielfilm ehrten die Macher den TV-Star nach seinem Tod.

Hamburg – Ganze 28 Jahre lang spielte Jan Fedder den rauen, gleichzeitig aber auch warmherzigen Polizisten Dirk Matthies in der beliebten ARD-Serie „Großstadtrevier“. Am 30. Dezember 2019 starb das Hamburger Original nach langem Krebsleiden und hinterließ nicht nur seine trauernde Ehefrau Marion Fedder, sondern auch eine Lücke in den Kult-Serien „Großstadtrevier“ und „Neues aus Büttenwarder“.

Die Kollegen des 14. Hamburger Polizeikommissariats müssen seitdem ohne TV-Star Jan Fedder auf Streife gehen. Doch zuvor wurde noch eine ganz besondere „Großstadtrevier“-Episode in Spielfilmlänge produziert, um dem verstorbenen Hamburger die letzte TV-Ehre zu erweisen.

Name:Jan Fedder
Geburtstag:14. Januar 1955
Todestag:30. Dezember 2019
Ruhestätte:Friedhof Ohlsdorf, Fuhlsbüttler Straße 756, 22337 Hamburg
Ehefrau/Witwe:Marion Fedder

Jan Fedder als „Großstadtrevier“-Polizist Dirk Matthies

Jan Fedder war über 28 Jahre lang Dirk Matthies, der Polizist aus der Krimiserie „Großstadtrevier“, der jedem Verbrechen auf die Spur kam, die kniffligsten Fälle löste, den richtigen Riecher bewies und sich so in die Herzen der TV-Zuschauer spielte. Seine Gutherzigkeit, die Fedder vor der Kamera verkörperte, machte ihn auch als Privatperson aus – und das selbst nach seinem Tod. So versteigerte seine Frau Marion, quasi im Namen ihres Mannes, das „Großstadtrevier“-Kultauto „Bronko“ für einen guten Zweck.

Seit 2012 litt der Schauspieler an Krebs. Eine Krankheit, die er trotz Medikamenten und Therapie nicht loswurde. Eine Krankheit, die ihn immer schwächer werden ließ und es ihm nicht erlaubte, so oft vor der Kamera zu stehen, wie er es gewollt hätte. Am 30. Dezember 2019 unterlag Jan Fedder dem Krebs dann endgültig. Die Trauerfeier im Hamburger Michel verfolgten Tausende Menschen, vor Ort oder vor den Fernsehbildschirmen. Bis heute pilgern Fans zu seinem Grab auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg und können im extra dafür vorgesehenen Briefkasten Post für ihr Idol hinterlassen.

Der Tod des Schauspielers führte selbstverständlich auch zum Tod oder zumindest einer Abstinenz seiner fiktiven Rollen in den Serien, in denen er mitspielte, darunter auch bei „Großstadtrevier“. Rund drei Monate nach seinem Tod und der Beisetzung war er zum letzten Mal als Dirk Matthies in der beliebten ARD-Serie zu sehen. Doch der richtige Abschied von Jan Fedder folgte erst einige Episoden später.

Soll Namenspate für eine Schule in Hamburg werden: der verstorbene TV-Schauspieler Jan Fedder.

Zwar war die damals aktuelle „Großstadtrevier“-Staffel bereits abgedreht, aber alle Schauspieler kamen nochmals für einen Extradreh zusammen, um ihrem toten Kollegen die letzte Ehre zu erweisen. In der Folge „Absolute Anfänger“, die am 4. Mai 2020 ausgestrahlt wurde, drehte sich alles um einen mysteriösen Abschiedsbrief von Jan Fedder alias Dirk Matthies.

„Großstadtrevier“ bekommt einen Film – ohne Jan Fedder

Zeitnah nach der Jan-Fedder-Abschiedsfolge von „Großstadtrevier“ verkündete der NDR, dass es einen 90-minütigen Spielfilm zur Serie geben wird – und das sogar zur Primetime um 20:15 Uhr. Doch Fans mussten sich in Geduld üben, denn die Produktion des „Großstadtrevier“-Spielfilms unter der Regie von Félix Koch nahm Zeit in Anspruch. „St. Pauli, 6 Uhr 07“, so der Titel des Films, wurde für 2021 angekündigt, wo dieser in der ARD als „DonnerstagsKrimi“ zu sehen sein sollte.

Wie auch in den Serien-Folgen wurden für den Film Frau Küppers (Saskia Fischer), „Harry“ Hariklia Möller (Maria Ketikidou), Piet Wellbrook (Peter Fieseler), Nina Sieveking (Wanda Perdelwitz), die wegen einer Babypause und der Coronavirus-Zwangspause rund ein Jahr nicht mehr als ARD-Polizistin im Einsatz war, Lukas Petersen (Patrick Abozen) Daniel Schirmer (Sven Fricke) und Hannes Krabbe (Marc Zwinz) als Team des 14. Hamburger Polizeikommissariats bestätigt.

Das Drehbuch stammt, wie seit 1994 auch viele „Großstadtrevier“-Folgen, von Norbert Eberlein – der Spielfilm „St. Pauli, 6 Uhr 07“ konnte also nur ein knallharter Krimi-Kracher werden, auch ohne Jan Fedder als Polizist Dirk Matthies.

„St. Pauli, 6 Uhr 07“ – darum geht es im „Großstadtrevier“-Spielfilm

Auch ohne Jan Fedder ist Spannung und Nervenkitzel im „Großstadtrevier“-Film „St. Pauli, 6 Uhr 07“ garantiert. Obwohl der Film bereits im TV zu sehen war, sei dennoch hier darauf hingewiesen, dass sich in den folgenden Zeilen der ein oder andere Spoiler finden könnte.

Es ist 6:07 Uhr morgens in Hamburg als sich das Leben von Nina Sieveking für immer verändert. Die Polizistin sitzt nach einer routinierten Nachtschicht im 14. Hamburger Polizeikommissariat in der U-Bahn auf dem Weg nach Hause, als sie Zeugin wird, wie ein Streit zwischen drei Männern eskaliert. Sie geht dazwischen und wird von den Männern brutal zusammengeschlagen, während die Passagiere nur daneben stehen und zuschauen.

Für die Kollegen und Kolleginnen im Kommissariat beginnt eine nervenaufreibenden Suche nach Zeugen und Tätern. Doch die Ermittlungen erweisen sich als unerwartet schwierig, denn niemand will etwas gehört oder gesehen haben. Als dann noch eine Leiche am Elbstrand auftaucht und Nina selbst ins Visier der Ermittlungen gerät, beginnt die Situation für die frustrierte Polizistin außer Kontrolle zu geraten. * 24hamburg.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa/picture-alliance

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