Musiker und Fußball-Fan

Jan Delay: Das sagt der Kult-Rapper über sein Karriere-Ende

  • Thanh Nguyen
    VonThanh Nguyen
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Er brachte gerade sein fünftes Solo-Album raus: Hamburger Rapper Jan Delay spricht im 24hamburg-de-Interview über seine Musik, Fußball und wann er aufhört.

Hamburg – Jan Delay ist zurück. Und wie! Sein fünftes Solo-Album kommt am 21. Mai 2021 auf den Markt und hat für Fans Kracher-Potential!

Bereits die erste Single „Intro“, die Ende Januar erschien, macht Bock aufs Album: Während andere Hamburger Rapper in fremde Gefilde abgedriftet sind, kehrt Jan Delay zu seinen Wurzeln zurück und liefert Hip-Hop, fein garniert aus der „geilsten“ Stadt Hamburg.

Musiker in Deutschland: Jan Delay
Vollständiger Name: Jan Phillip Eißfeldt
Pseudonyme:Eizi Eiz, Eißfeldt
Musik-Genres: Hip-Hop-, Reggae-, Soul-, Rock- und Funk
Geboren: 20. Februar 1976 in Hamburg-Eppendorf

Nach RnB, Reggae und Rock ist das für Ur-Fans vermutlich schön zu hören. Scheint auch der Künstler selbst so zu sehen. „Fresher than ever, endlich wieder meinen Job machen, nach der Rockplatte, auf die keiner Bock hatte“, rappt der Hamburger A-Promi.

Exklusives Interview mit Jan Delay über Corona, sein neues Album und Weder Bremen

Die Sounds auf seinem fünften Solo-Album sind eine Mischung aus Disco, Trap, Afrobeats und Ska, gepaart mit mexikanischen Bläsern. Klingt nach dem perfekten Soundtrack, um die Rückkehr ins Leben zu feiern. Denn gibt es etwas Schöneres, wenn die Corona-Krise endlich vorbei ist, in Clubs wieder bis Morgens zu tanzen? Wenn dazu dann Jan Delay mit seinem neuen Album aus den Boxen pumpt, ist die Welt wieder in Ordnung.

24hamburg.de sprach exklusiv mit Jan Delay über sein neues Album, Corona und warum er aktuell nicht über Fußball reden will. Immerhin seine Lieblingsmannschaft SV Werder Bremen feuerte gerade ihren Langzeit-Trainer Florian Kohfeldt*.

Farbenfroh, positive Stimmung, Party - das neue Album von Jan Delay hält, was das Cover verspricht.

Jan Delay: Das ist meine beste Platte

Jan Delay, das neue Album „Earth, Wind & Feiern“ erscheint am 21. Mai. Was können Ihre Fans erwarten?
Eine positive Gute-Laune-Platte zum Tanzen und Feiern, um daraus Energie zu ziehen, um die ganzen blöden Sachen, die es in unserer Welt gibt, anzugehen.
Sieben Jahre ist das letzte Solo-Album her. Wie fühlt sich die aktuelle Platte an?
Für mich ist es das beste Album überhaupt, weil ich viel Erfahrung gesammelt habe und besser geworden bin. Und Kaspar, mein Partner, der alles mischt und mit mir produziert, ist auch viel besser geworden. Man weiß viel mehr, was man will und was nicht und wie man dahinkommt, was man will. Wir haben wieder ein paar neue Sachen ausprobiert und zugelassen. Man ist einfach viel gelassener und das hört man der Mucke auch an.
Jan Delay will mit seinem neuen Album „Earth, Wind & Feiern“ Hamburg weiterhin auf die Karte packen. Sein Song „Intro“ machte den Anfang. (24hamburg.de-Montage)

Jan Delay: Ich will das machen, was mir Spaß bringt

Die meisten Musiker bleiben stets einem Genre, einer Musikrichtung treu. Sie nicht. Warum?
Für mich ist es der Spaß. Natürlich ist immer ein gewisses Risiko dabei. Das habe ich gemerkt, als ich die Rockplatte gemacht habe. Aber am Ende des Tages mache ich es für mich und ich will das machen, was mir Spaß bringt. Ich will mich selber nicht langweilen. Ich brauche immer eine gewisse Herausforderung, eine Challenge. Deshalb mache ich das.
Letztendlich ist das Risiko nicht so groß, weil dadurch, dass man immer etwas Neues macht, läuft man nicht ins Leere und es wird nie langweilig. Ich kann nicht sagen, dass ich weiß, was kommt. Das trägt dazu bei, dass ich nach 30 Jahren immer noch hier sitzen kann und sich Leute dafür interessieren, was ich zu sagen habe.
Gibt es eine Musikrichtung, die Sie noch ausprobieren wollen?
Gute Frage, aber mir fällt nichts ein, was auf meiner Wunschliste steht. Zum Beispiel, dass ich nochmal einen finnischen Tango oder so ausprobieren will. Trotzdem sag niemals nie. Es kann immer sein, dass man irgendwo von der Muse geküsst wird, mit der man nie gerechnet hätte und dann das unbedingt machen will.

Jan Delay zum Reality-TV-Format „Let‘s Dance“? Niemals!

Vielleicht mal bei „Let’s Dance“ mitmachen, um neue Musikrichtungen zu finden…
(lacht) Das kann ich garantieren, dass das nicht passieren wird.
Ist das Album etwas ganz Besonderes, weil es unter Corona-Bedingungen entstanden ist?
Nein, das muss ich korrigieren. Es ist nicht unter Corona entstanden. Das wäre nicht möglich gewesen. Alleine schon wegen der guten Laune und der Positivität der Texte und der dann fehlenden Inspiration. Meine Musiker wären überhaupt nicht ins Studio gekommen. Die Platte ist vor Corona entstanden. Es hat durch Corona etwas länger gedauert und ich habe dann einfach die Zeit genutzt, um daran rumzubasteln und zu feilen.

Karriere-Ende von Rapper Jan Delay noch längst nicht in Sicht

HP Baxxter sagte vor Kurzem bei uns im 24hamburg.de-Interview Ähnliches, nämlich das man die Inspiration, die Eindrücke von draußen braucht. Stimmen Sie dem zu?
Absolut. Ein solches Album kann nicht im Studio entstehen.
30 Jahre dabei. Wie lange wollen Sie noch Musik machen?
Für mich ist noch kein Ende in Sicht. Es kommt aber auch darauf an, dass ich irgendwann wieder auftreten darf. Wenn ich nie wieder Konzerte spielen dürfte, dann könnte ich schon die Lust verlieren. Aktuell habe ich aber noch tierisch Lust auf Musik und mache weiter.
Jan Delay, Sänger der Hip-Hop-Gruppe Beginner, beim Hurricane Festival 2018.

Jan Delay: Corona ist wie eine Darmspiegelung

Wie haben Sie das Corona-Jahr erlebt?
Das war mit einem Wort zusammengefasst: Scheiße. Ich habe gar keine Lust, darüber zu reden. Corona ist einfach scheiße, weil es mir verbietet, meinen Beruf auszuüben. Genauso wenig wie ich über eine Darmspiegelung sprechen will, spreche ich inzwischen auch nur ungern über Corona.
Letzte Woche gab es einen im Internet übertragenen Auftritt. Nach anderthalb Jahren das erste Mal wieder auf der Bühne. Wie war es?
Es war toll. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich es so gut finden würde und dass es so vielen Leuten etwas bedeutet. Ich hatte mir einfach gedacht, dass ich es mal ausprobiere, denn viel mehr geht momentan eh nicht. Ich bin super glücklich, dass ich es gemacht habe. Denn als es stattfand, war ich glücklich, denn es hat mir und meiner Band tierischen Spaß gemacht. Alle waren glücklich, wieder Musik machen zu dürfen. Und die Reaktionen der Leute war auch so, dass man gesehen hat, wieviel es ihnen bedeutet hat.
Jan Delay war mit seinem Song „Grün-weiße Liebe“ auf der „Lauter-Werder-LP“ zu hören.

Jan Delay wirbt für Corona-Impfung

Sie haben beim Konzert auch fürs Impfen geworben. Sind sie eigentlich geimpft bzw. gab es für Sie schon die Möglichkeit?
Ich bin noch nicht dran, aber wenn ich die Chance bekomme, mache ich es sofort. Auf jeden Fall!
Hoffen Sie darauf, dass es bald wieder los geht in Clubs? Im Juni vielleicht schon?
Ganz bestimmt nicht. Das kommt darauf an, dass sich viele Leute impfen lassen. Da reichen zwei Gehirnzellen, um sich das auszurechnen.
2016 das letzte Album mit den „Beginnern“. Kommt da noch was?
Noch ist nichts geplant, weil ich mit meiner eigenen Platte beschäftigt war. Und nun will ich erstmal live auftreten. Aber wenn ich damit durch bin, dann sehe ich große Chancen, dass das kommt.
Jan-Delay präsentiert mit Earth Wind & Feiern sein fünftes Solo-Album (24hamburg.de-Montage)

Tour von Jan Delay? Abwarten!

Beim Strandkorb Open Air sind Sie in Hartenholm dabei, aber nicht in Hamburg. Warum?
Ich bin auf jeden Fall in Lüneburg am Start, weil wir dort zuerst zugesagt haben. Da gibt es dann eine Exklusiv-Klausel, dass man nicht direkt danach in einem näheren Umkreis spielen darf. Aber ich glaube, dass ich in Lüneburg und in Hamburg spielen könnte und beides wäre voll.
Haben Sie eine Tour oder ähnliches geplant?
Man kann nichts planen. Das hat man im letzten Jahr gelernt. Ich habe schon zweimal meine Tour verschieben müssen und ich habe keine Lust, dies ein drittes Mal zu machen. Ich warte erstmal ab, bis alles wieder sicher ist.

Fußball-Fan Jan Delay zittert mit Werder Bremen und hat den HSV noch nicht abgeschrieben

Sie sind auch Fußball-Fan von Werder Bremen. Hält Ihr Klub die Klasse?
(lacht) Da möchte ich genauso wenig zu sagen, wie zu Corona. Es sieht scheiße aus, vor allem wenn man es gefühlt das zehnte Mal in Folge hat. Immer am Ende der Saison steht man hinten drin und muss zusehen, dass man da wieder rauskommt. Es ist halt so, aber dadurch, dass man es so oft durchgemacht hat, ist man nicht mehr so verzweifelt.
Die einzige Freude ist dann wohl, dass der HSV wohl unten bleibt…
Die haben gerade Horst Hrubesch als Trainer geholt und bekommen dadurch einen Boost. Mal gucken, ob die es am Ende nicht doch noch schaffen.

Noch wenige Tage müssen sich Jan Delay-Fans gedulden, aber das Warten lohnt sich! Das Album ist als Platte für den Club geplant – und da ist sie perfekt aufgehoben: Einflüsse von Daft Punk, Drake, Burna Boy und Meek Mill dürften den Nerv der Zeit treffen.* 24hamburg.de, deichstube.de und 24rhein.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Thomas Leidig

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