Zum 20. Studioalbum

H.P. Baxxter von Scooter im Interview: Hamburg ist bei Tour dabei

  • Thanh Nguyen
    vonThanh Nguyen
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Die Hamburger Band Scooter hat mit „God Save the Rave“ ihr 20. Studioalbum veröffentlicht. 24hamburg.de spricht exklusiv mit Frontmann H.P. Baxxter. Das Interview.

Hamburg – Mitten in die aktuelle Corona-Situation hat die Hamburger Band Scooter ihren Fans ein ganz besonderes Geschenk gemacht: ihr zwanzigstes Studioalbum namens „God Save the Rave“. Das Konzept bleibt das Alte, laut und eingängig.

Auch eine Mega-Tour durch ganz Deutschland wird es geben, doch Hamburg wird eiskalt ausgelassen! Die Stadt an der Elbe fehlt bei der Tour-Planung. Kein „Hyper Hyper“ im Hamburger Stadtpark oder anderswo in der Hansestadt? 24hamburg.de sprach exklusiv mit Scooter-Frontmann HP Baxxter.

Band:Scooter
Herkunft:Hamburg (1993)
Erfolge 30 Millionen verkaufte Tonträger in über 50 Ländern
Alben:Jumping All Over the World, 10th Anniversay Concert u.v.m.
HP Baxxter, 20. Studioalbum und kein bisschen müde - wie lange wollen Sie eigentlich noch Musik machen?
Diese Frage kommt ja immer – vielleicht nicht nach den ersten drei Alben, aber ab Ende der 1990er Jahre. Da kam die Frage zum ersten Mal auf. Jetzt sind weitere 20 Jahre vergangen und ich kann nur sagen, dass wir immer nur nach vorne gucken. Wir machen das, was gerade anliegt. 
Das nächste Projekt ist, dass wir wieder auf die Bühne kommen. Solange die Leute und wir Lust haben und uns noch was einfällt, machen wir weiter.
Meistens ist es doch so, dass es vorbei ist, wenn man am wenigsten damit rechnet. Ich hoffe, dass es noch dauert. Aber wenn es so ist, dann ist es so.
„God Save the Rave“ heißt das Jubiläumsalbum. Worauf können sich Eure Fans freuen?
Wir haben uns sehr viel Mühe gegeben und hatten viel Zeit durch die Krise. Daher konnten wir sehr detailliert arbeiten und wurden nicht oft rausgerissen. Wir sind sehr happy mit dem Album. Es ist der typische Scooter-Sound voller Energie, aber modern interpretiert. Es hat den Druck, den man von Scooter erwartet, aber von den Sounds her klingt es wie 2021. Diesen Spagat hinzubekommen war unser Ziel. Das ist nicht so leicht. Wir haben es gut hinbekommen.
Die Hamburger Band Scooter freut sich über ihr 20. Studioalbum und die bevorstehende Tour. (24hamburg.de-Montage)
Ist es etwas Besonderes, weil es während Corona entstanden ist?
Auf jeden Fall. Es ist unter ganz besonderen Bedingungen entstanden, was Vor- und Nachteile hatte. Vorteil war, dass wir uns Wochen und Monate darauf konzentrieren konnten. Das ist aber auch der Nachteil, denn unsere Produktion lebt von der Inspiration, die man von draußen bekommt, wenn wir unterwegs sind, auf Tour oder im Backstage-Raum Musik hören. Da kommen Ideen und das hat komplett gefehlt. Trotzdem hatten wir schon sehr viele Ideen vor Corona, die wir dann ausgearbeitet haben. Es war nicht so dramatisch. Es hat alles funktioniert. 
Wie lief diesmal die Produktion ab? Viel auch über Videokonferenzen?
Über Video funktioniert das nicht. Dann kann man es auch gleich lassen. Ich würde mich dann weigern. Wir waren wie immer im Studio zu dritt, wo wir viel Platz haben. Da hat jeder seinen eigenen Bereich und wir kommen uns nicht in die Quere.
Hamburg fehlt bei Ihrer Konzertplanung 2022 – für viele ein Schock. Warum?
Das liegt daran, dass die Tour 2022 in zwei Etappen sein wird. Hamburg kommt auf jeden Fall später noch wahrscheinlich in der Halle im Herbst nächsten Jahres. Hamburg ist auf keinen Fall vergessen.
Hyper Hyper – doch nicht für Hamburg. Scooter gehen 2022 auf große Tournee, doch die Hansestadt hat H.P. Baxxter nicht eingeplant. (24hamburg.de-Montage)
Thema Corona. Sie selbst hatten den Virus. Was war das für ein Gefühl? Wie war der Krankheitsverlauf?
Bei mir war es sehr mild. Die Nebenhöhlen waren verstopft und ich fühlte mich schlapp. Ich hatte aber keinen Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinn. Man war schon sehr müde, abgeschlafft. Es hat gut zwei Wochen gedauert, aber nach drei Wochen habe ich angefangen mit Sport und nach vier Wochen war alles so, wie als wäre nichts gewesen. 
Wie stehen Sie zu den ganzen Kultur-Maßnahmen der Politik?
Am Anfang, als man noch nicht wusste, was los war, hatte ich noch vollstes Verständnis. Irgendwann dachte ich, es geht ganz schön lange. Natürlich war es für alle eine neue Situation und man hat kein Patentrezept bzw. -lösung aus dem Ärmel zaubern können. Kritik habe ich aber an der teilweisen Konzeptlosigkeit. Dieses Unvermögen, den Impfstoff nicht vernünftig verteilt zu bekommen, als er dann da war. Das war Anfang des Jahres ein Debakel und ich habe nur noch mit dem Kopf schütteln können. Das geht auf Kosten der Menschen. Es gibt so viele Katastrophen. Man muss die Waage finden, der Sache gerecht zu werden.
Was halten Sie von dem Event „Einer kommt, alle machen mit“, wo eine Auswahl von Künstlern mit ungewöhnlichen Solo-Auftritten das Leben zurück auf die Bühnen Hamburgs bringen wollen?
Wir haben im letzten Jahr bei der Aktion „Keiner Kommt, alle machen mit“ mitgemacht und voll unterstützt.
Es gibt auch eine Art Panini-Sammelalbum für Hamburger Prominente? Kennen Sie das?
Grundsätzlich finde ich solche Aktionen toll. Wir können aber nicht noch jahrelang mit Hilfsprojekten die anhaltende Krise überdauern. Wir müssen an einer Perspektive arbeiten. Wenn die Regierung die Kultur als nicht-systemrelevant abwatscht, ist das eine Frechheit. Natürlich ist es systemrelevant und man muss den Mund aufmachen.
TV-Koch Tim Mälzer gibt in der RTL-Castingshow „I Can See Your Voice“ seinen Senf zum Besten. Macht er Juroren-Karriere wie Ex-DSDS-Boss Dieter Bohlen? (24hamburg.de-Montage)
Dieter Bohlen ist nicht mehr bei DSDS*. Wer kann der Nachfolger werden – einer wie Tim Mälzer oder Sie?
Ich finde es schade. Das Format steht und fällt mit Dieter Bohlen. Es gibt diese Show schon so lange und hat sich zu einer Kultsendung entwickelt. Es wird schwierig ohne Bohlen und für mich kaum vorstellbar. Ob ich selbst nochmal in die Jury gehen würde? Das ist so lange her und für mich aktuell kein Thema.

HP Baxxter und Scooter sind im März 2022 auf Deutschland-Tour. Bisher sind als Locations Stuttgart, München, Düsseldorf, Bremen, Dresden, Hannover und Kiel bestätigt. * 24hamburg.de und nordbuzz.de ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Christian Charisius

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