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Hamburger Serie schlägt bei Amazon ein: Darum lieben alle „Discounter“

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„Die Discounter“ besticht mit derbem Humor und wackeligen Bildern. Darum ist die Mockumentary von Christian Ulmen und drei Hamburger Jungs ein Hit.

Hamburg – Die Serie „Die Discounter“ schlägt ein wie eine Bombe. Drei Jungs aus Hamburg entwickeln die Idee, Christian Ulmen produziert und Amazon-Kunden flippen aus. Die Mockumentary, also eine Satire-Dokumentation, beschäftigt sich mit den alltäglichen Pannen in einem fiktiven Hamburger Supermarkt in Altona und schlägt bei Zuschauern ein wie eine Bombe.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Bezirk:Altona
Einwohner Altona:275.664 (31. Dez. 2020)
Fläche Altona:77,4 km²
Vorwahl Altona:040
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

„Die Discounter“: Zuschauer sind von der Hamburger Amazon-Serie aus Altona begeistert

„Die Serie komplett in einem Rutsch geschaut. Bitte um eine zweite Staffel“ oder „Wirklich nie langweilig“ sind nur einige der Kommentare, die man bei Amazon zu „Die Discounter“ findet. Die zehnteilige Serie, die in Hamburg entstanden ist, hat mittlerweile 4,6 von 5 möglichen Sternen in Rezensionen erhalten und es werden täglich mehr. In Deutschland ist die Show aktuell auf Platz drei der Top Ten der Amazon-Serien (Stand 28. Januar).

In der Amazon-Show geht es um den fiktiven Supermarkt „Feinkost Kosinski“ in Hamburg-Altona, wo die Folgen auch gedreht wurden. Filialleiter Thorsten (Marc Hosemann) muss sich täglich mit allerlei Pannen in seinem Betrieb herumschlagen. Von Liebeleien unter den Mitarbeitern, unangenehmen Team-Building-Aufgaben, störrischen Kunden bis zu Streitereien mit dem Konkurrenz-Supermarkt ist alles dabei.

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Supermarkt und Christian Ulmen
Christian Ulmen produzierte die Hamburger Serie. Die Geschehnisse in einem Supermarkt in Altona sind ein Hit bei Amazon. (24hamburg.de-Montage) © Sven Simon/imago

Dabei besticht vor allem der Humor, den Produzent Christian Ulmen schon in seiner Serie „Jerks“ bewies. „Sehr, sehr guter Humor. Mal wieder eine gute deutsche Comedy-Serie. Lohnt sich“, findet ein Zuschauer auf Amazon. Ein anderer ließ für „Die Discounter“ sogar kurz Netflix & Co. liegen: „Bin eigentlich absolut kein Fan deutscher Produktionen (vermutlich zu sehr US-Serien/-Film-geschädigt), aber bei dieser Serie muss ich tatsächlich sagen: leider geil!“

Nachdem sie bei Filmschulen scheiterten: Drei Hamburger Jungs produzieren einfach selbst

Gedreht wurde die Serie im Mockumentary-Stil. Wackelige Bildaufnahmen und Kommentare der Darsteller lassen es kunstvoll so aussehen, als sei die Amazon-Serie von Amateuren gedreht worden. Amateure sind die Verantwortlichen – wenn auch noch junge Kreative – aber bei weitem nicht. Drei 23-jährigen Hamburger Freunde, die Zwillinge Oskar und Emil Belton und Bruno Alexander, drehen schon gemeinsam Filme, seit sie sich in der fünften Klasse auf dem Gymnasium kennenlernten. Nach der Schule versuchten es alle drei an deutschen Filmschulen, bekamen aber nur Absagen, wie sie gegenüber Zeit Campus verrieten.

Wir dachten alle: Das ist es. So was müssen wir für Jugendliche erzählen, so cringe, so witzig, mit unserer Sprache

Emil Belton über die Entstehung von „Discounter“ und das Vorbild „Jerks“ von Christian Ulmen

Deshalb wurden sie kreativ und produzierten ihre eigene Webserie „Inmate“. Inspiriert wurden sie von Christian Ulmens „Jerks“. Emil Belton beschreibt, wie sie die Serie zum ersten Mal gesehen haben: „Wir dachten alle: Das ist es. So was müssen wir für Jugendliche erzählen, so cringe, so witzig, mit unserer Sprache.“

Vier Jahre später wurde das Idol der drei Hamburger endlich auf sie aufmerksam und sie bekamen eine Nachricht von Christian Ulmen: „Ich hab ‚Intimate‘ gesehen, geiles Ding, euer Humor gefällt mir. Ich habe ’ne Serie auf dem Tisch. Wenn ihr Bock habt, könnt ihr das machen.“ Oskar Belton erinnert sich an diesen Moment: „Wir haben geweint.“

„Vom Stromberg geklaut“: Einige Kritiker halten die Serie für einen Mockumentary-Abklatsch

Wo Fans sind, sind aber immer auch Hater. Das mussten auch Oskar, Emil und Bruno schon erfahren. Trotz des vielen Fan-Feedbacks gibt es auf Amazon auch ein paar, bei denen die Serie nicht gut ankommt. „Wie „Ritas Welt“, nur stinklangweilig und ohne Witz und Humor!“, schreibt ein User. Ein anderer wettert sogar: „In letzter Zeit fragt man sich als Prime-Kunde, was man denen eigentlich getan hat, dass sie einem ständig irgendwelchen Serien-Müll vorsetzen. Tatsächlich setzen die in letzter Zeit alles, aber auch wirklich alles, in den Sand.“

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Von Trolls lassen sich die drei jungen Produzenten, die in „Die Discounter“ neben einem hauptsächlich jungen, unbekannten Cast auch alle selbst mitspielen, aber nicht beirren. Auch die vielen Vergleiche zu anderen Mockumentary-artigen Shows scheint sie nicht zu stören. Die Fans der Amazon-Serie sehen das ebenso.

„Man sollte diese ewigen Vergleiche mit bestehenden Mockumentarys einfach lassen. Auch Stromberg hat dieses Konzept nicht erfunden“, lautet ein Kommentar. Die meisten Zuschauer finden die Serie gut geschrieben und freuen sich über die „herrliche Situationskomik“. Ein anderer Amazon-Nutzer bringt es auf den Punkt: „Bei Stromberg geklaut? Und wenn schon, solange es doch passt?“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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