„Karl et moi“

Hamburger Modeschöpfer intim: Model enthüllt pikante Details über Karl Lagerfeld

  • Yannick Hanke
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Karl Lagerfelds Ex-Muse Baptiste Giabiconi erzählt in ihrem neuen Buch „Karl et moi“ über die Zusammenarbeit mit dem toten Modeschöpfer. Auch intime Details über den Hamburger werden preisgegeben.

Hamburg - Der 30-jährige Baptiste Giabiconi kann schon jetzt auf eine einzigartige Lebensgeschichte zurückblicken. Dies hängt eng mit dem toten Modeschöpfer Karl Lagerfeld zusammen. Der gebürtige Hamburger entdeckte das Model 2008 bei einem Fotoshooting in Frankreich. Schnell avancierte der aus Marseille stammende Giabiconi zu Lagerfelds Muse und engstem Vertrauten.

Hamburger Modeschöpfer wird in „Karl et moi“ geehrt

Über die gemeinsame Jahre mit dem Hamburger Modeschöpfer erzählt nun Giabiconis neuestes Buch, „Karl et moi“. Dies versteht der Franzose sowohl als Erinnerung an Lagerfeld als auch als Hymne an den Designer und dessen Großzügigkeit. Der Leser erfährt beispielsweise, dass der in Paris lebende Lagerfeld erst in den letzten fünf Jahren seines Lebens Alkohol trank.

Von Giabiconi, der auch als Sänger aktiv ist, habe der Modeschöpfer sein erstes iPhone erhalten. Zudem soll Lagerfeld eine Vorliebe für die Seifenoper „Scènes de ménages“ gehabt haben. Ob solche Anekdoten auch der Realität entsprechen, ist nicht bekannt. Den Fans des Hamburger Modezaren dürfte das egal sein.

Karl Lagerfeld: Hamburger Kultfigur mit Vorliebe für Katzen

An folgender Geschichte besteht definitiv kein Zweifel: Choupette, die geliebte, schneeweiße Katze Lagerfelds, gehörte ursprünglich Giabiconi. Doch als dieser in den Urlaub fuhr, vertraute das Model diese seinem Förderer an. Der bekannteste Jogginghosen-Verweigerer Deutschlands wiederum verliebte sich derart in das Haustier, dass er sie danach nicht mehr hergeben wollte.

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Si difficile de réaliser et d’accepter que tu n’es plus là ... Je n’ai pas la force d’affronter cette réalité si difficile pour moi. Je n’ai pas l’énergie d’être présent à l’hommage de ce soir car pour moi tu vas m’appeler, on va s’échanger des messages et nous allons encore partager plein de moments uniques. J’ai besoin encore de temps pour réaliser que plus jamais nous ne vivrons cela ... Toi et Moi. Tu es toujours près de moi. Je t’aime tant. Tu me manques ———————— So hard to realize and accept that you are no longer there .... I do not have the strength to face this reality so difficult for me. I do not have the energy to be present at the tribute of tonight because for me you will call me, we will exchange messages and we will still share many unique moments .... I still need time to realize that never again will we live this ... You and Me You are always near me. I love you so. I miss you #karlforever ❤️

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Doch was erfahren Lagerfeld-Fans sonst noch über einen Mann, der mit seinen überdimensional großen Sonnenbrillen und dem weißgepuderten Zopf als Kultfigur galt? Nun, laut Giabiconi war der Hamburger Designer für ihn ein Beschützer gewesen, habe ihn unter seine Fittiche genommen und seine Karriere in der schillernden Modewelt extrem angeschoben.

Vater-Sohn-Beziehung zwischen Giabiconi und Lagerfeld

Die Beziehung zwischen Giabiconi und Lagerfeld müsse als platonische verstanden werden, heißt es vonseiten des Models. Wie zwischen einem Vater und einem Sohn, lässt der Franzose wissen. Grundsätzlich wird in „Karl et moi“ ein neues Bild vom Hamburger gezeichnet, der in Talkshows stets seine Meinung kundtat, mitunter arrogant wirkte und Angela Merkel aufgrund ihrer Flüchtlingspolitik kritisierte.

Der Hamburger Modeschöpfer Karl Lagerfeld und Model Baptiste Giabiconi führten eine Vater-Sohn-Beziehung.

Laut Baptiste, wie der Autor in dem Buch häufig genannt wird, war Lagerfeld im Grunde immer ein Netter. „Aber er wollte das immer verbergen, weil er dachte, dass dies eine Schwäche sei“, sagt Giabiconi gegenüber „Soir“. „Ich bin vom Gegenteil überzeugt. Das war seine größte Stärke, er war die Güte und Großzügigkeit selbst.“

Karl Lagerfeld: Arbeitstier und Bademuffel

Doch auch Auseinandersetzungen hat es zwischen Mentor und Muse gegeben. Diese betrafen zumeist Choupette. Dass Lagerfeld die Katze nicht wieder hergeben wollte, erzürnte seinen Freund. Lagerfeld bekam Choupette dann geschenkt, und es herrschte wieder Frieden. Giabiconi berichtet, dass sich jetzt die Gouvernante Françoise aus dem Haushalt vom Modeschöpfer um die Edelkatze kümmere.

Bis zuletzt war der langjährige Kreativdirektor des Modehauses „Chanel“ ein Arbeitstier. „Karl machte mindestens zehn Sachen gleichzeitig“, sagt das Model. Eine Schwäche Lagerfelds? Die Pünktlichkeit. Mittagessen hätten stets nach hinten verschoben werden müssen.

Ging es in den Sommerferien an die Côte d‘Azur, soll sich der Hamburger geweigert haben, baden zu gehen. „Bist Du verrückt? Man sieht zu viele Gräuel an Swimmingpools“, war laut Giabiconi die bewährte Reaktion Lagerfelds. Dieser sei auch ein Weltbürger gewesen, habe sich gleichzeitig als Hanseat gesehen und eine besondere Hamburg-Nostalgie gepflegt. „Er war von Geburt bis zum Tod deutscher Bürger“, resümiert Giabiconi in dem Buch.

Hamburger Modezar: Alter mit ins Grab genommen

Nur das Rätsel über das Alter des Modezaren wird in „Karl et moi" nicht gelöst. Er habe das Thema nie angesprochen, heißt es von Giabiconi, der nach eigenem Bekunden viele Sonntage in der pharaonischen Wohnung seines Mentors mit Seine-Blick verbrachte. Laut diversen Medien soll Lagerfeld zum Zeitpunkt seines Todes im Februar 2019 85 Jahre alt gewesen sein. Die Information, ob dies wirklich stimmt, hat der Hamburger mit in sein Grab genommen.

Giabiconi ist laut einer Agentin oft zwischen Paris, London und Marseille unterwegs und gründete eine Agentur für junge Talente. Die Entourage Lagerfelds stehe ihm skeptisch gegenüber. Heißt es zumindest in der Modeszene. Und was hätte der in Paris lebende Hamburger zu den Ausgangsbeschränkungen in Frankreich, die das Coronavirus-Sars-Cov-2 erforderlich macht, gesagt?

Coronavirus-Sars-Cov-2-Krise: Lagerfeld wäre erschüttert gewesen

Lagerfeld wäre erschüttert, antwortet Giabiconi dem „Soir“: „Baptiste, das habe ich nie erlebt“, hätte seine Antwort gelautet. Lagerfeld wäre wohl alleine in seiner Wohnung gewesen, meint das Model. Wobei, nicht ganz alleine. Katze Choupette wäre bei ihm gewesen.

Äußerungen wie von Rapper-Sido oder dem Fernsehmacher Til Schweiger hätte es vom hanseatischen Modezaren wohl nicht gegeben.

Rubriklistenbild: © Ian Langsdon/dpa/epa/picture alliance

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