Konzertabsagen in Norddeutschland

Revolverheld-Sänger Strate zur Coronvavirus-Krise: „Es ist der helle Wahnsinn“

Sänger Johannes Strate auf der Bühne. Er hält ein Mikro in der Hand und singt.
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Revolverheld-Sänger Johannes Strate befürchtet längeres Konzertverbot und Existenzbedrohung.
  • Revolverheld-Sänger Johannes Strate befürchtet längeres Verbot von Konzerten.
  • Die für den Sommer geplanten Festivals sind abgesagt – auch in Hamburg und Norddeutschland.
  • Strate plädiert dafür solidarische Aktionen für die Veranstaltungsbranche zu entwickeln.

Hamburg – Johannes Strate von der Hamburger Band Revolverheld hält ein längeres Verbot von Konzerten und Festivals für absehbar. „Das Letzte, was die Politik auch richtigerweise erlauben wird, sind Großveranstaltungen. Dazu gehören volle Stadien und Konzerte“, sagte der 40-Jährige. „Das wird noch lange ein Problem sein. Und ich fürchte, dass die Sache bis Ende August auch noch nicht gegessen ist.“

Festival-Sommer auch für Hamburg abgesagt

Bund und Länder in Deutschland hatten am Mittwoch unter anderem ein Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August beschlossen. Daraufhin wurden zahlreich Musikfestivals abgesagt. Der Hamburger Konzertveranstalter FKP Scorpio hatte für den Festivalsommer gleich sieben große Veranstaltungen geplant.

Das Elbjazz Festival war für den 5. und 6. Juni am Hamburger Hafen, das Limestone Festival am 13. und 14. Juni in Moosburg/München geplant. Am 24. Juni sollte das Hurricane Festival in Scheeßel nahe Bremen rund 70.000 Fans anlocken, das Schwester-Festival Southside im schwäbischen Neuhausen ob Eck zeitgleich 60.000 Besucher. Auch weitere Open-Air-Konzerte in Bremen sind von der Coronavirus-Pandemie betroffen, wie nordbuzz.de berichtet*.

Das Deichbrand Festival sollte vom 16. bis 19. Juli am Seeflughafen Cuxhaven stattfinden. Am 8. und 9. August war das M’era Luna in Hildesheim und für Mitte August war das Highfield-Festival im sächsischen Großpösna mit 25.000 Zuschauern geplant.

Revolverheld Strate: „Man muss jetzt solidarische Aktionen entwickeln“

„Für uns als Band bedeutet das eine große Umstellung. Wir tun das, was wir am liebsten machen, im Moment wirklich gar nicht“, sagte der Musiker („Ich lass für dich das Licht an“) aus Bremen. Als Gruppe könne man das ein Jahr verkraften, schlimmer stünde es um ihr Umfeld und die gesamte Veranstaltungsbranche. „Man muss zusehen, dass man jetzt solidarische Aktionen entwickelt, ansonsten stehen wahnsinnig viele Familien vor dem Nichts. Es ist natürlich der helle Wahnsinn“, sagte Strate weiter.

* nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

dpa/lno

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