Ehrliches Interview

Gzuz: 187er spricht über Haftstrafe – und gibt sich geläutert

  • Jan Knötzsch
    vonJan Knötzsch
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Noch ist Gzuz. Der 187-Rapper ist im September 2020 zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt worden. Endlich äußert er sich zu dem Urteil.

Hamburg – Ihm haftet wie fast jedem Rapper das Image des „harten Jungen“ an. Bei Gzuz, der zuletzt mit einer Luxusuhr prahlte, ist ist es aber nicht nur ein Klischee, sondern die Wahrheit. Im September 2020 wird der Rapper der 187 Strassenbande in der Hansestadt Hamburg von Richter Johann Krieten zu 18 Monaten Haft und einer 500.000 Euro-Geldstrafe verurteilt. Etwas mehr als ein halbes Jahr später spricht Kristoffer Jonas Klauß, wie Gzuz mit bürgerlichem Namen heißt, jetzt in einem Radio-Interview über den Prozess und die Strafe – und zeigt sich dabei einsichtig wie nie.

Rapper:Gzuz
Geboren:29. Juni 1988 (Alter: 32 Jahre) in Hamburg
Bügerlicher Name:Kristoffer Jonas Klauß
Musiklabels:Auf!Keinen!Fall!, 187 Strassenbande, High & Hungrig Ent.
Musikgruppe:\t187 Strassenbande (seit 2006)

Gzuz: 187-Repper erklärt Instagram-Abwesenheit – und spricht über Corona-Zeit

Normalerweise ist man vom 187er eher die große Klappe gewöhnt. Konfrontation pur. So wie in seinem letzten Musikvideo. Doch Gzuz, auf den im Knast harte Regeln warten, hat offenbar auch eine andere Seite – die zeigt er jedoch nur selten. Bereits vor geraumer Zeit postete er auf Instagram melancholische Bilder seiner Kinder. Bei einem Gespräch mit dem Radiosender Kiss.FM präsentiert er sich nun erneut so zart wie seine eigene Klamotten-Kollektion. Die nämlich fühle sich an wie Satin, sagt der 187-Rapper, bei dem es Gerüchte über ein Karriere-Ende gibt.

Nachdenklicher Gzuz: Der 187 Strassenbande-Rapper zeigt in einem Interview Reue in Bezug auf seine Straftaten. (24hamburg.de-Montage)

Im Gespräch mit der Moderatorin der Sendung gibt sich Gzuz zunächst bedeckt. Auf Instagram poste er derzeit wenig und begründet dies. Die Coronavirus-Krise sei schuld daran. Vieles, das in seinem Leben passiere, gehöre nicht ins Netz, sagt der 32-Jährige. Für seine Flucht vor Corona nach Mexiko gilt das offenbar nicht. Die postete der 187-Rapper via Social Media. Seine Familie hingegen hält er bis auf wenige Ausnahmen heraus, verbringe aber viel Zeit mit ihr, verrät Gzuz im Interview. Auch wenn es zuletzt Gerüchte gab, seine Hochzeit mit Partnerin Lisa Erdbeer sei fraglich.

Gzuz: 187er legt in Interview „Bad-Boy“-Image ab – Deutschrapper gibt sich familiär und einsichtig

Für sie habe er sogar Hamburg und den Kiez zum Teil verlassen, erklärt Gzuz, der damit auf den Spuren von Bonez MC wandelt. Der 187-Boss entwickelte sich in der Vergangenheit vom Gangster-Rapper zum Immobilien-Gangster und besitzt inzwischen in diversen Städten außerhalb Hamburgs Wohnungen. Gzuz hat, wie er berichtet, seine Wohnung auf St. Pauli trotzdem weiterhin behalten. Ein kleiner Rückzugsort. Zumindest in der Zeit, in der Kristoffer Jonas Klauß auf freiem Fuß ist.

Das Urteil gegen ihn, wird Gzuz im Radio-Interview auf Kiss.FM redselig, finde er auch im Nachhinein übertrieben. Aber: Als Justizopfer sieht er sich nicht. Im Gegenteil: Gzuz, der im Libanon festgenommen wurde, wird vom „Bad Boy“ zum reumütigen Rapper und erklärt: Er hat Mist gebaut, jetzt folgt die Strafe – und auch wenn diese hoch ist, kritisiert er seinen Anwalt nicht. Der Fernseh-Jurist Christopher Posch, der ihn vertreten hat, sei ein „stabiler Anwalt“.

Wann muss 187-Rapper hinter Gitter? Gzuz ist für Knastzeit sicher: „Zerbrechen werde ich nicht“

Ein Lob, das wohl auch daran liegt, das Posch Berufung gegen das Urteil eingelegt hat. Wann das Verfahren vor dem Landgericht ansteht, ist noch offen. „Alles ist besser als Knast“, konstatiert Gzuz, der sich aber auch sicher ist, dass ihm wenig passieren wird, wenn es für ihn hinter Gitter geht: „Zerbrechen werde ich nicht“, sagt der Deutschrap-Star, der von 201 bis 2013 schon einmal „hinter schwedischen Gardinen“ saß. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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