„Arbeiten mit Staatsanwaltschaft“

Rapper Fler vor Gericht: Das sagt er über Spiegel TV-Reporter

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Der Gerichtsprozess um Deutschrapper Fler ist pausiert. Nichtdestotrotz ist der Musiker wütend über die Berichterstattung einiger Reporter.

  • Gerichtsprozess vorerst geplatzt: Deutschrap-Star Fler ist weiterhin krank.
  • Wird Fler Stress mit Rapper Bushido zum Verhängnis?
  • Fler ledert gegen Spiegel TV-Reporter.

Update vom Freitag, 4. Dezember 2020, 13:25 Uhr: Berlin/Düsseldorf – Der Gerichtsprozess gegen Fler wurde ausgesetzt, über den Deutschrapper wird aber nach wie vor berichtet. Ein Bericht von Spiegel TV mit dem Titel „Rüpel-Rapper Fler vor Gericht“ ist ganz und gar nicht nach dem Geschmack vom Berliner Musiker, der sich falsch dargestellt fühlt. Darüber spricht der 38-Jährige im Interview mit „hiphop.de“.

Rapper:Fler
Geboren:3. April 1982 (Alter 38 Jahre), Berlin
Größe:1,85 m
Vollständiger Name:Patrick Losenský
Musiklabels:Maskulin, Aggro Berlin, Ersguterjunge

Deutschrap-Gerichtsprozess: Fler schießt gegen Spiegel TV-Reporter

Im Gespräch mit Moderator Rooz Lee verrät Fler, was er vom entsprechenden Spiegel TV-Bericht hält. Seiner Ansicht nach würden Reporter wie Claas Meyer-Heuer für die zuständige Staatsanwaltschaft arbeiten. Letztendlich sei es ihre Intention, den Deutschrapper zu provozieren und ihn mundtot zu machen. Die Journalisten vom Hamburger Medium würden ihn als „Arafat-Beschützer“ verkaufen, Fler sei letztendlich nur ein „Kettenhund“.

Deutschrapper Fler ärgert sich maßlos über die Spiegel TV-Berichterstattung, die seinen Gerichtsprozess betrifft. (24hamburg.de-Montage)

Mit Heuer habe sich Fler bereits privat getroffen. „Das LKA gibt ihm ja Akten. Diese Spiegel-Reporter arbeiten letztendlich nur für die Staatsanwaltschaft. Die freuen sich über Informationen, die sie von den Bullen bekommen. Und das ist sozusagen deren Tagesgeschäft. Sonst könnten sie ja gar nicht jede Woche so eine Sendung bringen“, merkt der Deutschrapper spöttisch an. Die Fronten zwischen ihm und dem Spiegel sind also mehr als verhärtet.

Fler: Rapper postet Stellungnahme seiner Verteidigung – Gerichtsprozess ausgesetzt

Update vom Freitag, 27. November 2020, 9:20 Uhr: Berlin – Der Gerichtsprozess gegen Deutschrapper Fler hat ein jähes Ende gefunden. Zumindest vorerst. Wie die „BZ“ berichtet, ist der Prozess komplett ausgesetzt worden. Dies wird mit der Verhandlungsunfähigkeit des Musikers begründet. Der Anwalt des 38-Jährigen habe dem Gericht am Donnerstagabend die Verlängerung der Krankschreibung seines Mandanten übermittelt. Ein neues Verfahren wird voraussichtlich erst im Januar 2021 starten können.

Update vom Donnerstag, 26. November 2020, 12:40 Uhr: Berlin – Der zweite Verhandlungstag im Gerichtsprozess gegen Deutschrapper Fler am Mittwoch, 25. November 2020, ist abgesagt worden. Wegen einer Erkrankung des Musikers ruht der Prozess für kurze Zeit, bereits am 27. November soll sich aber wieder im Berliner Amtsgericht zusammengefunden werden. Indes sorgt Fler mit einer auf Facebook geposteten Stellungnahme seiner Verteidigung für großen Wirbel.

Kranker Deutschrapper: Der Gerichtsprozess gegen Fler wird vorerst nicht fortgesetzt, da der Musiker nicht verhandlungsfähig ist. (24hamburg.de-Montage)

In der an die Deutsche Presse-Agentur (dpa) gerichteten Stellungnahme heißt es, dass „ein erheblicher Teil der Tatvorwürfe der Sache nach unzutreffend, verfälscht oder [...] aus dem Kontext gerissen“ sind. Im Weiteren wird eine „Auseinandersetzung von Herrn Losensky mit einem Kamerateam am 2. März 2020 am Berliner Kurfürstendamm“ kritisiert. Der Raub einer Kamera habe nach Ansicht der Verteidigung nicht stattgefunden.

Deutschrapper Fler steht vor dem Gericht und hat reichlich Probleme mit dem Richter. (24hamburg.de-Montage)

„Aufgrund der Ermittlungsführung sieht die Verteidigung die hinreichende Neutralität des ermittlungsleitenden Oberstaatsanwalts nicht mehr als hinreichend gewährleistet an“, heißt es zudem. Der richterliche Umgang mit Fler wird massiv bemängelt, „staatliche Neutralität“ wird infrage gestellt. Ein Statement des zuständigen Richters in Bezug auf diese Aussagen steht noch aus.

Fler: Deutschrapper steht vor Gericht in Berlin – Beleidigungen, Nötigung, Sachbeschädigung

Erstmeldung vom Donnerstag, 5. November 2020, 10:48 Uhr: Berlin-TiergartenFler hat Ärger mit der Justiz. Der Deutschrapper muss sich seit Mittwoch, 4. November 2020, vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten verantworten. Dem Musiker werden unter anderem Beleidigung, versuchte Nötigung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Auch Erzfeind Bushido spielt in dem Gerichtsprozess gegen „Flizzy“ eine Rolle.

Wie von 24hamburg.de-DeutschRap berichtet, sieht sich Fler mit sechs Anklagen und 23 Vorwürfen konfrontiert. Der 38-jährige Berliner ist wahrlich kein Kind von Traurigkeit, seine (jüngere) Vergangenheit könnte den Musiker nun einholen. Laut Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) steht „Flizzy“ seit Mittwoch, 4. November 2020 vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Der sonst so wortgewaltige Deutschrapper entschied sich jedoch für einen schweigsamen Auftritt und ließ seine beiden Verteidiger für sich sprechen.

Deutschrapper Fler könnte das Gefängnis drohen. Der Berliner Musiker sieht sich mit zahlreichen Vorwürfen konfrontiert. (24hamburg.de-Montage)

Folgende Vorwürfe stehen gegen Fler im Raum: Beleidigung, versuchte Nötigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung, verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen. Für die Anwälte des Rappers seien dies jedoch lediglich Vergehen aus dem Bagatellbereich. Darüber hinaus argumentierten die Verteidiger vom Berliner Musiker, dass Diffamierungen im Rapper-Milieu gang und gäbe seien. Letztendlich wurde sich auf die künstlerische Freiheit berufen.

Fler: Berliner Musiker schweigt eisern – wurde Erzfeind Bushido beschimpft?

Entgegen seinem Naturell und dem Ruf als Heißsporn respektive Choleriker, der im Dauerzoff mit 187-Boss Bonez MC ist, saß Fler nur ruhig da. Regungen des Deutschrappers sollen lediglich in Form von gelegentlichem Kopfschütteln erfolgt sein. Dies ist konträr zu dem Verhalten in all den Szenen, die zu den zahlreichen Vorwürfen führten und im Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhandelt werden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Fler immer wieder verschiedene Personen wüst verunglimpft und beleidigt hat. Der Musiker soll beispielsweise 2018 eine Nachbarin durch Diffamierungen tief gekränkt haben. Zudem habe er auf einem Videoportal im Internet im März 2020 Deutschrapper Bushido als „Bastard“ und „ekeligen Hund“ beschimpft. Anna-Maria Ferchichi, die Ehefrau Bushidos, sei ebenfalls zum Opfer der Schimpftiraden von „Flizzy“ geworden. Als wäre all das nicht schon genug, habe Fler zudem Polizeibeamte „minutenlang beschimpft“. Damit wird sich auf eine Verkehrskontrolle im September 2019 bezogen, die den Musiker zum Ausrasten brachte.

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Fler: Deutschrapper argumentiert mit „Meinungsfreiheit“

Entsprechende Videoaufnahmen auf Twitter zeugen von den Geschehnissen, Fler bezeichnete die Polizisten unter anderem als „neidische Fanboys“. Im Nachhinein ist durch diesen Eklat sogar ein Song der Deutschrappers entstanden. Doch zurück zum Gerichtsprozess gegen den Berliner Musiker. Des Weiteren wird ihm vorgeworfen, einen Journalisten gedroht zu haben und Fotos einer gegen ihn gerichteten Anklageschrift auf Instagram hochgeladen zu haben. Im schlimmsten Fall sollen „Flizzy“ bis zu zwei Jahre Gefängnis drohen. Ob dies auch Thema in Flers eigenem Film sein wird?

Die Verteidiger des Angeklagten erklärten, dass ein „erheblicher Teil der Tatvorwürfe unzutreffend, verfälscht oder aus dem Kontext gerissen“ seien. Im Zusammenhang mit den angeblichen Beleidigungen wolle Fler darauf hinweisen, dass diese Aussprüche „im Licht der Meinungsfreiheit“ betrachtet werden müssen, denn „im Rapper-Milieu wird beleidigt“. Ob dies oder der folgende Vergleich die Staatsanwaltschaft überzeugen kann? „Das ist wie beim Boxen – wer in den Ring steigt, kann den anderen später nicht wegen Körperverletzung anzeigen“.

Fler: Stress mit Bushido könnte Deutschrapper zum Verhängnis werden

Pikant ist vor allem, dass Fler seinen einstigen Kumpel Bushido, deren Wege sich beim Independent-Label Aggro Berlin kreuzten, beleidigt haben soll. Die beiden Alphatiere tragen seit einigen Jahren eine offen zur Schau gestellte Fehde aus, im Rahmen dessen in Songs oder auf Social Media-Plattformen gegen den jeweils anderen geschossen wird. Im Gerichtsprozess gegen Fler soll Bushido im Dezember 2020 aussagen. Bereits seit August 2020 tritt der Deutschrapper als Nebenkläger im Gerichtsprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker auf.

Die ersten Zeugen im Saal des Amtsgerichtes Berlin-Tiergarten wären übrigens besagte Polizisten der Verkehrskontrolle im September 2019. „Er ist total in Rage geraten“, hieß es von einem der Beamten über Deutschrapper Fler. Zur Kontrolle sei es wegen des Verdachts auf Fahren ohne Fahrerlaubnis gekommen. Fler und seine Anwälte gehen hingegen von Schikane aus: „Offensichtlich soll gegenüber Herrn Losenský – stellvertretend für eine mutmaßliche sogenannte Clankriminalität – ´ein Zeichen gesetzt´werden“. Am Mittwoch, 25. November 2020, wird der Prozess fortgesetzt. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Paul Zinken/dpa & Bodo Marks/dpa

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