Rapper auf Anklagebank

Fler droht Gefängnis: Deutschrapper in zwanzig Fällen angeklagt – Flizzy verhöhnt Staatsanwalt

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Deutschrapper Fler hat mal wieder Stress mit dem Rechtsstaat. Berlins Gangsterrapper wird von der heimischen Justiz in über zwanzig Fällen angeklagt.

  • Deutschrapper* Fler hat Ärger mit der Justiz.
  • Berliner Rapmusiker wird in über zwanzig Fällen angeklagt.
  • Droht dem Berliner Deutschrapper Fler Gefängnis?

Berlin Deutschrapper Fler ist beileibe kein Unschuldslamm. Der 38-jährige Berliner polarisiert mit seiner Musik, seinen Interviews und seinen Taten. Dies könnte ihm nun zum Verhängnis werden. Denn wie „Bild“ berichtet, wird „Flizzy“ in mehr als zwanzig Fällen angeklagt. Auf eine eventuelle Gefängnisstrafe reagiert er ziemlich süffisant – und macht sich auf Instagram über den leitenden Oberstaatsanwalt lustig.

Rapper:Fler
Geboren:3. April 1982 (Alter 38 Jahre), Berlin
Größe:1,85 m
Vollständiger Name:Patrick Losenský
Plattenfirmen:Maskulin, Aggro Berlin, Ersguterjung

Fler: Deutschrapper muss sich vor Berliner Gericht verantworten – drohen mindestens zwei Jahre Knast?

Fler muss sich vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen den Deutschrapper erhoben, der sich mit 20 Einzelfällen konfrontiert sieht, die nun zu einem Einzelverfahren zusammengezogen worden sind. Jedoch sind noch nicht für alle Einzelfälle die Anklage zugelassen worden. Da die Anklage durch ein Schöffengericht erfolgt ist, geht die Staatsanwaltschaft von einem Strafurteil von mindestens zwei Jahren Gefängnis aus.

Deutschrapper Fler sieht sich mit einer Flut von Anklagen bedroht und könnte im schlimmsten Fall ins Gefängnis wandern. (Screenshot)

Die Liste der vermeintlichen Vergehen ist dabei mehr als „respektabel“. Fler werden unter anderem Hausfriedensbruch, wiederholtes Fahren ohne Führerschein, aber auch unbefugtes Aufzeichnen und Verbreiten öffentlicher Gespräche vorgeworfen. Konkret gehe es laut einer Justizsprecherin darum, dass der Deutschrapper einen Link zur Aufnahme eines pikanten Gespräches bei Instagram gepostet haben soll. Auch pikant: Es muss überprüft werden, ob Bushido vor Gericht stets die Wahrheit sagt*.

Im Zentrum dieser Unterhaltung stehen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker und Bushido. Wie von 24hamburg.de-DeutschRap berichtet, sehen sich die beiden Alphatiere am Montag, 17. August 2020 vor Gericht wieder*. Der Abou-Chaker-Boss soll seinen einstigen Geschäftspartner genötigt und verletzt haben. Darüber hinaus wird dem Oberhaupt des arabisch-stämmigen Clans vorgeworfen, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung sowie Untreue begangen zu haben.

Pikanterweise kam es im Juni 2020 zu einer SEK-Razzia in den Räumlichkeiten von Arafat Abou-Chaker*, die Deutschrapper Bushido initiiert haben soll. Dies ließ der Betroffene seine Follower zumindest per Instagram wissen. Aus den einstigen Freunden sind mittlerweile also erbitterte Feinde geworden. Selbiges ist über die Beziehung zwischen Fler und Bushido zu sagen, deren Binnenverhältnis gehörig in die Brüche gegangen ist. Das zeigt sich auch durch pikante Anschuldigungen auf Twitter*.

Fler: Deutschrapper wird in über zwanzig Fällen angeklagt – „Fanboy“-Skandal rund um Polizeikontrolle könnte „Flizzy“ zum Verhängnis werden

In jüngerer Vergangenheit hatten die beiden immer wieder gegen den jeweils anderen ausgeteilt, Sprüche und Textzeilen unterhalb der Gürtellinie gehörten hier zum Standard-Repertoire*. In der Anklage gegen Fler, der Streit mit seinem Ex-Kollegen Bushido wegen Shisha-Tabak hat*, sind unter anderem auch dessen Beleidigungen gegenüber seinen früheren Kumpel ein Thema. Zudem ist die verbotene Mitteilung über eine Gerichtsverhandlung Thema der Anklage. Wie bereits von 24hamburg.de-DeutschRap geschildert, postet der 38-jährige Berliner nur allzu gerne Post der Justiz auf seinem Instagram-Kanal*.

Als wäre das noch nicht genug, wirft die Staatsanwaltschaft Fler auch noch die versuchte Nötigung des Tagesspiegel-Redakteurs Sebastian Leber vor. Zum Hintergrund: Der Deutschrapper hatte versucht, „den Reporter zu Hause zu besuchen“, wie der „Tagesspiegel“ schreibt. Darüber hinaus soll er offene Drohungen gegen den Journalisten ausgesprochen haben. Anlass hierfür wurde dem Berliner wohl durch eine Beitrag Lebers gegeben, in dem dieser die jahrelange Dauerfehde zwischen den beiden Alphatieren Bushido und Fler akribisch aufbereitet und nachgezeichnet hatte.

Doch nicht nur Fler wird sich der Berliner Justiz stellen müssen. Auch seine Freundin ist angeklagt worden. Diese hatte am 22. September 2019 Handy-Aufnahmen von einer Polizeikontrolle gemacht, im Rahmen dessen der Deutschrapper in Berlin-Zehlendorf aus seinem Auto gewunken wurde. Die Beamten hatten nämlich vermutet, dass der 38-Jährige ohne Führerschein gefahren ist. Eine Vermutung, die sich letztendlich bestätigte.

Der Lebensgefährtin des Berliners wird deshalb ein Verstoß gegen die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes vorgeworfen. Das Video der Polizeikontrolle verbreitete sich in Windeseile, ging viral und sorgte auch außerhalb der Deutschrap-Szene für beste Unterhaltung. Zu sehen ist nämlich, wie Fler vollends ausrastet und die Ordnungshüter als „neidischer Schw***“ und „Fanboy“ beschimpft.

Fler: Deutschrapper verhöhnt Oberstaatsanwalt auf Instagram und will eine Entschuldigung von der „Bild“-Zeitung

Speziell letzterer Ausspruch hat sich bereits einen gewissen Kultstatus erarbeitet, wird zuhauf in Diskussionen auf Instagram oder Twitter verwendet und hatte sogar einen Track von Fler zur Folge. Werbung in eigener Sache, die vielleicht keiner gezielten Strategie gleichkam, sich dafür aber umso medienwirksamer präsentierte. Dies betrifft auch „FlizzysInstagram-Post vom Mittwoch, 12. August 2020. Dieser zeigt einen Screenshot des entsprechenden „Bild“-Artikels, in dem ein Ermittler wie folgt zitiert wird: „Der Rapper ist in der Vergangenheit mehrfach aufgefallen und erheblich strafrechtlich vorbelastet“.

Fler stört sich grundsätzlich an der Berichterstattung über ihn, die in diesem Kontext erfolgt und lässt in der Bildbeschreibung verlauten, dass es in „15 von 20 Fällen [...] bei einem normalen Bürger gar nicht zur Anklage kommen“ würde. Der Deutschrapper echauffiert sich über den Oberstaatsanwalt Thorsten Cloidt, der schon einmal rechtswidrig gegen den 38-Jährigen gehandelt haben soll und nur da weiter mache, „wo er aufgehört hat“. Apropos Fler: Der Berliner ledert mal wieder gegen Bushido*.

Zu guter Letzt kann es sich der Berliner auch nicht nehmen lassen, ein paar „spezielle“ Worte an die „Bild“ zu richten. So hoffe Fler, dass sich das Boulevard-Blatt „nach dem Prozess für die Vorverurteilung entschuldigen“ werde. Ob dies wirklich geschehen wird, steht in den Sternen. Weitaus greifbarer ist hingegen der Gerichtsprozess gegen den Hamburger* Gangster-Rapper Gzuz*, der sich am Dienstag, 18. August 2020 erneut für verschiedene Strafdelikte vor der Justiz verantworten muss*. Und hochkant aus dem Gerichtssaal geworfen wurde*.

Ein Teilerfolg wurde bereits erzielt, eine Strafanzeige wegen Körperverletzung wurde zurückgezogen*. Bleibt jedoch immer noch der Vorwurf des versuchten Diebstahls einer Sauerstofflasche*. Einen langen Atem müssen sowohl Bushido, Fler als auch Gzuz unter Beweis stellen. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass alle drei Deutschrapper nach nur einem (weiteren) Verhandlungstag bereits all ihre Sorgen los sind. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Facebook/Fler

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