Rechtsstreit mit Label

Deutschrapperin Eunique: Zoff mit Label Universal Music und Rausschmiss

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Deutschrapperin Eunique hat es derzeit nicht leicht. Die Hamburgerin befindet sich im Streit mit ihrem Label Universal Music. Als ob das nicht genügen würde, wurde sie jetzt auch noch rausgeschmissen – von ihrem Vermieter.

  • Eunique: Deutschrapperin* hat Stress mit Label.
  • Hamburgerin* will Universal Music verklagen.
  • 4 Blocks“-Star fliegt aus Wohnung.

Berlin/Hamburg – Die aus Hamburg stammende Deutschrapperin Eunique hat zurzeit massive Probleme. Wie die 24-Jährige via Instagram bekannt gab, befindet sie sich in einem Rechtsstreit mit ihrem Label Universal Music. Als wäre das nicht genug, wurde die weibliche MC nun auch noch aus ihrer Wohnung geschmissen. Wie geht es nun mit ihr weiter? Eine Aufarbeitung des Unvorstellbaren in drei Akten.

Rapperin:Eunique
Geboren:13. September 1995 (Alter 24 Jahre), Hamburg
Vollständiger Name:Eunique Cudjo Berkeley
Plattenfirma:Universal Music Group
Alben:Gift, Kunde ist König, Distance Affair, Vol. 4

Eunique: Deutschrapperin schießt auf Instagram gegen Label Universal Music - „Ich habe keine Lust mehr“

Erster Akt. Eunique Cudjo Berkeley, besser bekannt unter ihrem Deutschrap-AliasEunique“, veröffentlichte im April 2018 ihr DebütalbumGift“. Mit dem erreichte sie einen respektablen siebten Platz in den Deutschen Albumcharts. Im selben Jahr spielte sie an der Seite von Kida Khodr Ramadan und Veysel, ebenfalls Sprechgesangskünstler, in der zweiten Staffel der deutschen Dramaserie „4 Blocks“ mit – und erhielt dafür viel Lob und Anerkennung. Also alles heile Welt bei der 24-jährigen Hamburgerin? Könnte gemeint werden, entspricht aber nicht der Realität und damit der tristen Gegenwart.

In einem IGTV-Video hat Eunique von ihrer prekären Situation berichtet und ihren Unmut freien Lauf gelassen. So gäbe es Unstimmigkeiten mit Personen im Hintergrund von Universal Music, die nicht namentlich genannt werden. Die Entscheidungsträger vom Label würden die Deutschrapperin seit rund einem Jahr daran hindern, Einnahmen zu genieren, Feature-Parts aufzunehmen oder Auftritte zu spielen. Letzteres ist wegen Coronavirus-Sars-CoV-2* eh passe, wird nicht auf die beliebte Alternative Autokino-Konzerte* ausgewichen.

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Doch wahrscheinlich wäre Eunique selbst dies untersagt, wird ihren Schilderungen Glauben geschenkt. „Ich mache jetzt dieses Video, weil ich keine Lust mehr habe, mich aus Kulanz professionell zu verhalten oder mein Maul zu halten, wenn ich offensichtlich die ganze Zeit sabotiert werde, unterdrückt werde […] und das jetzt schon seit über einem Jahr. Das heißt, ich f***e auf Corona, denn mein Corona geht schon seit einem verf***ten Jahr“, ist die Hamburgerin in ihrer Wortwahl mehr als deutlich.

Sie gibt an, bereits 45 Songs im Kasten zu haben, die sie jedoch nicht veröffentlichen dürfe. Zwar komme sie ihren Job nach und würde sich dementsprechend als Künstlerin um ihr täglich Brot, ihre Kunst, kümmern. Doch gäbe es Leute aus ihrem geschäftlichen Umfeld, die sie als Musikerin zurückhalten und ihr Jobprofil demnach nicht ausfüllen würden. „Ich muss nicht mal deinen Namen sagen und alle wissen, worüber und über wen ich hier gerade rede“, richtet sie eine deutliche Botschaft an ihre Fans, die wissen würden, wer konkret gemeint ist.

Eunique: Deutschrapperin aus Hamburg sitzt „auf 100 Liedern“ und muss stillhalten

Akt zwei. Bis hierhin hat sich Eunique noch recht sachlich ausgedrückt. Das soll sich aber schnell ändern. Die Hamburgerin redet sich in Rage und lässt keinen Stein auf dem anderen. „Gott ist groß und Gott sieht alles! Und wenn ich gekonnt hätte, hätte ich euch schon lange drei Alben gegeben plus zwei Mixtapes. Ich sitze hier gerade auf 100 Liedern und ich kann nichts heraushauen. Ich muss euch heute leider sagen, dass mein Album ´Vision´ nicht mehr erscheinen wird. Derzeit befinde ich mich seit acht Monaten im Rechtsstreit mit meinem alten Team. Leider komme ich aus der Situation nicht raus und es tut richtig weh zu sehen, wie ich an der Seitenlinie von deutschem Rap stehen muss und nur zugucken kann“, zeigt sich Eunique sichtlich enttäuscht.

„Niemals hätte ich gedacht, dass ich mich in so einem Szenario befinde, in dem ich nicht das tun kann, was ich liebe. Deswegen kam bis dato auch keine neue Musik von mir raus und weil ich es professionell behandeln wollte, habe ich mich auch bis heute nicht dazu geäußert. Seid bitte nicht böse mit mir, ihr seid meine Motivation das durchzustehen und für diesen Traum zu kämpfen“, schiebt sie hinterher. Zum Hintergrund: für Eunique sind Probleme mit Universal Music nichts Neues. Bereits im Februar 2020 ließ die Rapperin durchklingen, dass es Differenzen in ihrem Umfeld gebe.

Deutschrapperin Eunique hat Stress mit Label Universal Music und wurde zu allem Überfluss auch noch aus ihrer Wohnung geworfen.

Damit spielte die 24-Jährige auf die Verschiebung ihres „Visions“-Album an, das bereits 2019 angekündigt wurde und nun nicht mehr das Licht der (musikalischen) Welt erblicken soll. Ebenfalls im Februar hatte sie zudem bekannt gegeben, sich in einem Rechtsstreit mit dem Label mit Sitz in Berlin zu befinden. Deswegen spricht sie in ihrem IGTV-Video auch von einer GoFundMe-Kampagne, die unter dem Hashtag „#FreeEunique“ firmieren und ihr die Kosten für einen Anwalt bezahlen soll.

Apropos Anwalt. Mit seinem Verteidiger vor dem Hamburger Amtsgericht ließ zuletzt 187 Strassenbande-Rapper Gzuz* aufhorchen. Der 32-Jährige muss sich aufgrund verschiedener Strafdelikte vor der Justiz verantworten und konnte zumindest einen Teilerfolg erzielen. Eine junge Frau, die Gzuz mit einem Faustschlag unglücklich an der Nase getroffen haben soll, zog ihre Anzeige wegen Körperverletzung zurück*, weiß 24hamburg.de-DeutschRap zu berichten. Doch zurück zu Eunique, deren Geschichte noch nicht auserzählt ist.

Eunique: Deutschrapperin fliegt aus Wohnung - Obdachlos, aber Versöhnung mit Universal Music?

Dritter und vorerst letzter Akt. In ihrem neuesten Instagram-Video teilt die 24-Jährige mit, dass sie ihre Wohnung verlassen muss. Und das bereits am Mittwoch, 1. Juli 2020. Ursprünglich war die Deutschrapperin davon ausgegangen, ihre vier Wände erst in der zweiten Juliwoche räumen zu müssen. Sie berichtet ihren Fans, dass sie bereits ihre Sachen gepackt und ihre Wohnung verlassen habe. Da die Musikerin noch nicht weiß, wo sie zukünftig unterkommen kann, spielt sie zunächst mit dem Gedanken, sich mittels Airbnb zumindest eine temporäre Bleibe sichern zu können.

Immerhin: wie Eunique erzählt, wurde sie von ihren Vertragspartnern kontaktiert und es konnte sich inhaltlich angenähert werden. Es besteht die Hoffnung, dass sich die finanzielle Lage und damit auch die Wohnungssituation der Hamburgerin zeitnah zum Positiven ändern könnte. Und, was die Deutschrapperin wohl am meisten freuen dürfte: Sie dürfte endlich wieder Songs veröffentlichen und einen neuen Anlauf hinsichtlich Album Nummer zwei starten. Auch auf dem Splash-Festival 2021 wird Eunique auftreten.

Für Shindy hingegen sind Rechtsstreitigkeiten vorerst Geschichte. Der rappende Schwabe musste sich für einen vermeintlichen Kennzeichen-Missbrauch dem Richter stellen, kam aber glimpflich davon. Wie 24hamburg.de-DeutschRap schildert, muss der „Affalterbach“-Star lediglich eine Geldstrafe von 10.000 Euro an eine gemeinnützige Stiftung zahlen* - und ist damit noch gut bedient. Denn zwischenzeitlich war die Rede von einer Geldstrafe in sechsstelliger Dimension. Satte 175.000 Euro wurden ursprünglich veranschlagt. *24hamburg.de und ruhr24.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Instagram/euniqueoffiziell

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