Instagram-Statement

Deutschrap: Schwesta Ewa – Klare Worte nach Knast

  • Christian Einfeldt
    vonChristian Einfeldt
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Deutschrapperin Schwesta Ewa kommt auf Bewährung aus dem Gefängnis frei. Auf Instagram teilt sie ungefiltert, was sie im Knast gelernt hat.

  • Rapperin Schwesta Ewa auf Bewährung: Seit dem 2. Februar wieder auf freien Fuß.
  • Auf Instagram schildert Schwesta Ewa, wie es ihr und ihrer Tochter im Knast ergangen ist.
  • Schwesta Ewa kündigt neues Album und Biographie an.

Düsseldorf – Am 12. Januar 2020 war es dann so weit: Schwesta Ewa trat ihren Gang in Richtung Haftstrafe an. Zweieinhalb Jahre Knast – das war die rechtskräftige Entscheidung des Gerichts. Die Rapperin musste die Strafe aufgrund von Steuerhinterziehung und mehrfacher Körperverletzung absitzen.

Nicht dass dieses Ereignis bereits genug Gesprächsstoff geboten hätte, sorgte besonders eine Entscheidung für Aufsehen: Ewa Malanda – so Schwesta Ewas bürgerlicher Name – musste ihre damals einjährige Tochter verlassen. Der Rapperin wurde ein Mutter-Kind-Platz in der Justizvollzugsanstalt nicht gewährt.

Rapperin: Schwesta Ewa
Geboren: 16. Juli 1984 (Alter 36 Jahre), Koszalin (Polen)
Bürgerlicher Name: Ewa Malanda (früher: Müller)
Musiklabel:Alles oder Nix Records

Schwesta Ewa über die Zeit ohne ihre Tochter: Traumatherapie und „irreparable Schäden“

Wie sie ihren Fans nun in einem ausführlichen Instagram-Q&A verriet, sei diese Zeit nicht spurlos an ihr vorbeigegangen. Die Rapperin habe aus Angst um ihr Kind unter Albträumen gelitten, die sie erst mithilfe einer Traumatherapie in den Griff zu kriegen begann. Doch schlimmer als ihr „Haftschaden“, sei für die Mutter, wie es ihrer Tochter in dieser Zeit erging. Schwesta Ewa spricht von „irreparablen Schäden“, die sich darin äußern, dass ihre Tochter mit dem Kopf ständig gegen Wände schlägt.

Schwesta Ewa ist aus dem Knast raus. (24hamburg.de-Montage)

Schwesta Ewa hatte während der Knast-Zeit nur Angst um ihre Tochter

Nach vier Monaten geschlossenem Vollzug konnte sie ihre Tochter dann aber doch schon wiedersehen. Gute Führung verhalf ihr zu einem Platz in der JVA in Fröndenberg (Nordrhein-Westfalen). Dieser versprach Mutter und Kind gemeinsame Zeit. Dass sie bereits nach 20 Monaten den Knast verlassen konnte, hat sie aber auch ihrer guten Führung während der Inhaftierung zu verdanken. Auch ihr „Pitbull“-Anwalt Miguel habe laut Schwesta Ewa seinen Teil dazu beigetragen, dass die Strafe um zehn Monate und weitere Bewährungszeit gemildert wurde.

Angst vor dem Gefängnis habe die Rapperin ohnehin nie gehabt, so sei es hier in Deutschland doch auch nur ein Hotel mit „strengeren Regeln“, so die Rapperin. Ob zwei, zwanzig oder fünfzig Jahre Bewährung, sie hätte es in Kauf genommen, um das Gefängnis verlassen und für ihr Kind da sein zu können. Auch die Hamburger Rapper von der 187-Straßenbande haben öfter Mal Ärger mit der Justiz. Daher muss auch Deutschrapper Gzuz demnächst in den Knast. Gut möglich, dass er und der Rapper Maxwell dann Knast-Brüder werden.

Zukunftspläne der Rapperin: Kreativität statt Kriminalität

Ein erneuter Weg in die Illegalität ist für Schwesta Ewa aber keine Option. Für Schlagzeilen möchte die 36-Jährige dennoch sorgen. So zum Beispiel mit einer zweiten Biografie, die bereits in Planung ist und ihre Erfahrungen mit der Justiz zu Papier bringen soll. Auch auf neue Musik müssen Fans der Rapperin bestimmt nicht lange warten. Und über 471.000 Aufrufe ihres Instagram-Statements innerhalb weniger Tage zeigen, auch nach zwanzig Monaten Knast haben ihre Fans sie noch lange nicht vergessen. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa & Frederica Gambarini/dpa

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