600 Terabyte extrem kritisches Material

Kontra K mit Klartext: „Menschlicher Abschaum“ – Missbrauch in Münster erzürnt Deutschrapper

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Kontra K ist erfolgreicher Deutschrapper, leidenschaftlicher Sportler – und ein Mensch, der auch über den Tellerrand schaut. Nun äußert sich der Berliner via Social Media sehr emotional zu den Missbrauchsfällen in Münster.

  • Kontra K: Deutschrapper* reagiert auf Missbrauchsfälle in Münster.
  • 600 Terabyte an Missbrauchs-Material schocken Polizei.
  • Menschlicher Abschaum“: Berliner Rapper rechnet mit Pädophilen ab.

Berlin/MünsterDeutschrapper Kontra K hat von 2015 bis 2019 jedes Jahr ein neues Album veröffentlicht und konnte sich alle fünfmal über die Goldene Schallplatte freuen. Ausverkaufte Hallen sind mittlerweile Standard, Platz eins die Regel. Doch der Berliner „funktioniert" nicht nur in seinem eigenen Mikrokosmos, sondern beschäftigt sich auch mit Ereignissen und Vorfällen außerhalb der Musik-Blase. Nun äußert sich der 32-Jährige äußerst emotional zu den Missbrauchsfällen in Münster und dem damit verbundenen Pädophilenring.

Rapper:Kontra K
Geboren:3. Juli 1987 (Alter 32 Jahre), Berlin
Vollständiger Name:Maximilian Diehn
Plattenfirma:Bertelsmann Music Group
Genre:Hip-Hop/Rap

Deutschrapper Kontra K entsetzt über Kindesmissbrauch in Münster – Pädophilen-Ring sorgt für bundesweites Empören

Der aktuelle Fall an Kindesmissbrauch in Münster* sorgt bundesweit für Schlagzeilen. Menschen reagieren wütend, geschockt und fassungslos. Über Jahre hinweg wurden Kinder, unbemerkt von Anwohnern und Behörden, missbraucht. Am Samstag, 6. Juni 2020 äußerte sich die Münsteraner Polizei in einer Pressekonferenz zur Zerschlagung eines Pädophilen-Rings, die bereits vor einigen Wochen erfolgte.

Im Rahmen dessen wurden elf Personen festgenommen, die sich an Aufnahme und Verbreitung von extrem kritischem Video-Material sowie dem Missbrauch von Kindern beteiligt hatten. Die Täter stammen aus Nordrhein-Westfallen, Brandenburg, Hessen und Niedersachsen. Hauptverdächtiger in diesem Strafdelikt ist der 27-jährige Adrian V., der den heute zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin jahrelang missbraucht haben soll. In der Gartenlaube seiner Mutter, die allem Anschein nach über die Gräueltaten ihres Sohnes Bescheid wusste, brachte Adrian V. Videotechnik an, um sein „Vorgehen" zu filmen - und auch zu verschicken.

Erfolgsverwöhnter Deutschrapper, der gerne auch mal den Ball flach hält: Kontra K schaut über den Tellerrand und nimmt sich den Pädophilen-Ring in Münster vor.

Darüber hinaus lud der Hauptverdächtige andere Menschen ein, um sich an Kindern sexuell zu vergehen. Dies wurde ebenfalls auf Video festgehalten. Der gelernte IT-Techniker habe sämtliche Kommunikation zwischen sich und den anderen Tätern verschlüsselt und über ein System verfügt, mit dem er alle belastende Daten mit einem Knopfdruck hätte löschen können.

Zuviel für Kontra K, der sich via Social Media echauffiert. Auch er habe die Pressekonferenz der Polizei gesehen und sei angewidert von den Taten. Deswegen spricht sich der Berliner für härtere Strafen aus und merkt an, dass man sich eigentlich selbst darum kümmere müsse, dass die Täter eine gerechte Bestrafung erfahren.

Emotionaler Deutschrapper: Kontra K rechnet via Social Media mit Pädophilen ab

„So, also bei aller Sch**ße, die gerade abgeht, habe ich auf jeden Fall das Extremste gerade mitbekommen. Ich habe eine Pressekonferenz aus Münster gesehen und habe mal mitbekommen, was dort überhaupt passiert ist und was so ein menschlicher Abschaum überhaupt im Stande ist, zu tun“, heißt es vom 32-jährigen Berliner.

Jetzt redet sich Kontra K erst so richtig in Rage: „Das ist das Widerlichste, was ich bisher in meinem Leben gehört habe und ich bin der Meinung, an solchen Leuten sollte man ein Exempel statuieren. Und die dürfen nicht nur lebenslänglich weggesperrt werden, sondern wesentlich mehr. Sowas geht überhaupt nicht, auch als Vater von zwei Kindern bin ich da...“, kann der Deutschrapper seinen Satz, emotional sichtlich aufgewühlt, nicht zu Ende bringen. Zu Ende gebracht hat Kontra K hingegen den Bau eines Geheges für bedrohte Wildkatzen*.

Dann fängt sich der Berliner wieder und fährt fort: „Man sollte selbst eine Organisation gründen, man sollte selbst IT-Leute holen, die solche Bastarde aufdecken und nicht nur dann im Netz blamieren, sondern die sollten direkt gefunden werden, belangt werden und vergraben werden. Safe. Sorry, dass ich sowas sagen muss hier in der Öffentlichkeit, aber absolut kein Verständnis oder Mitleid für solche Menschen", kennt der Familienvater kein Pardon mit den Sexualstraftätern.

Polizei und Deutschrapper Kontra K schockiert: 600 Terabyte an Missbrauch-Material

Auch Joachim Poll, Leiter der Ermittlungen, hatte mit seinen Worten zu kämpfen. Er betonte eindringlich, wie schwer es auch ihm und seinem Team fallen würde, solche Taten mitansehen zu müssen. „Diese Menschen - wenn man sie so bezeichnen darf - handeln perfide“, lautete das Urteil von Poll. Die Täter hätten ihm zufolge insgesamt 600 Terabyte an Daten und Videomaterial aufgezeichnet.

Also Unmengen an Material, das von den Ermittlern gesichtet werden muss, um weitere Opfer zu finden, Straftaten belegen und weitere Täter dingfest machen zu können. Polizeipräsident Rainer Furth bezeichnet die Aufnahmen gar als „abscheulichen Dreck" und schlägt damit in eine ähnliche Kerbe wie Kontra K. Der Deutschrapper soll übrigens eine Geldstrafe in Höhe von 60.000 Euro zahlen*.

Der Deutschrapper scheint sich auf jeden Fall seiner Verantwortung bewusst zu sein und reagiert damit ähnlich entschlossen wie Manuellsen, der mit dem rassistischen Werbespot von Volkswagen abgerechnet hatte*. Und zeigt sich genauso engagiert wie viele seiner Kollegen, die an der #blackouttuesday-Aktion am Dienstag, 2. Juni teilnahmen*, einer Art digitalen Kondolenz, um Rassismus-Opfern wie George Floyd zu gedenken. Es muss also nicht immer nur negativ über die Deutschrap-Szene berichtet werden. Das hat auch Farid Bang gezeigt, der sich für den Echo-Eklat von 2018 entschuldigt hat*.

Quelle: 24hamburg.de-DeutschRap

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Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa/picture alliance

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