Vergewaltigung angedroht

Knackige Geldstrafe für Kollegah: Deutschrapper muss 100.000 Euro an Protz-Geissens blechen

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Lange war es ruhig um ihn, nun steht Deutschrapper Kollegah mal wieder in den Schlagzeilen. Aber natürlich mit nichts gutem. Der Düsseldorfer soll eine saftige Geldstrafe an die ausgerechnet Geissens abdrücken.

  • Deutschrapper Kollegah angeklagt.
  • Indirekt an Skandal beteiligt.
  • Geissens planen schon mit Geld.

Düsseldorf/Monaco - Deutschrapper Kollegah wird zur Kasse gebeten. Der Düsseldorfer muss 100.000 Euro an die Töchter der RTL2-Stars Carmen und Robert Geiss zahlen. Den schon länger andauernden Rechtsstreit hat der 35-Jährige verloren - und kann sich bei Ex-Zögling Jigzaw „bedanken“.

Rapper:Kollegah
Geboren:3. August 1984 (Alter 35 Jahre), Friedberg (Hessen)
Vollständiger Name:Felix Martin Andreas Matthias Blume
Ausbildung:Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Plattenfirmen:Alpha Music Empire, Selfmade Records

Deutschrapper Kollegah soll 100.000 Euro Strafe an RTL2-Stars „Die Geissens“ zahlen

Felix Blume, wie Kollegah mit bürgerlichem Namen heißt, ist beileibe keine Person, die sich vor Konfrontationen scheut. Schon gar nicht, wenn verbal ausgeteilt werden soll. Dies erfolgt bevorzugt im Rahmen seiner Musik und zielt zumeist auf andere Deutschrapper ab. Einen triftigen Grund braucht es dafür meistens nicht. Hauptsache, von sich reden machen. Denn jede Form an Promo für sich selbst und die eigene Kunst ist gute Promo. Darüber weiß Bonez MC*, der sich mittlerweile schon selbst disst*, nur allzu gut Bescheid.

Doch zurück zu Kollegah. Der gebürtige Hesse schreckt auch nicht davor zurück, deutsche TV-Stars zu beleidigen. Oder besser gesagt: deren Töchter zu diffamieren. Denn Auslöser für die Gerichtsverhandlung ist eine Zeile auf dem Song „Medusablick“, die sich gezielt gegen die Kinder von Carmen und Robert Geiss richtet. Nach Ansicht des Gerichts drohte Kollegah den Töchtern des Promi-Paares unter anderem Vergewaltigung an.

Voll drauf: Zwar sind die Deutschrapper Kollegah (links) und Jigzaw kein Team mehr, doch kann sich das Muskelpaket nun für einen gemeinsamen Song vor Gericht verantworten.

Das Pikante: Kollegah selbst ist gar nicht Urheber der kontrovers diskutierten Textzeile. „Medusablick“ enthält lediglich einen Gastbeitrag des Muskelpakets. Tatsächlich ist der Deutsch-Türke Jigzaw der Schuldige und hat den Geissen-Töchtern eine Vergewaltigung angedroht. Der aus Hagen stammende MC war Teil von Kollegahs LabelAlpha Music Empire“ und bringt damit seinen einstigen Boss in die Bredouille.

Deutschrapper Kollegah kann „dank" Vergewaltigungs-Zeile von Ex-Kumpel Jigzaw Geld an die Geissens abdrücken

Denn dieser war zu dem Zeitpunkt, an dem „Medusablick“ veröffentlicht wurde, der Labelchef von Jigzaw. Damit ist Kollegah nicht nur für die musikalischen Taten seines ehemaligen Signings haftbar zu machen, sondern war auch der Drahtzieher hinter der Rapmusik des Deutsch-Türken. Also die Person, die letztendlich grünes Licht für die Veröffentlichung von „Medusablick“ und dem dazugehörigen Album, „Post Mortem“, gegeben hatte.

Sieht auch das Landesgericht Mannheim so, dass Kollegah dazu auffordert, jeweils 50.000 Euro an Davina und Shania Geiss zu zahlen. Legitimiert wird dies von Gerichtsseite aus durch eine schwerwiegende Verletzung der Persönlichkeitsrechte, die vorliegen würde. Da haben Alpha Music Empire und Kollegah aber noch ein Wörtchen mitzureden.

Label und Rapper haben bereits Revision gegen das Urteil eingelegt, sodass der Rechtsstreit nun in die nächste Runde bzw. in die nächste Instanz geht. Und zwar vor das Oberlandesgericht in Karlsruhe. So lange wollen Carmen und Robert Geiss aber nicht warten. Das kultige Promi-Pärchen, das durch die RTL2-Produktion „Die Geissens - Eine schrecklich glamouröse Familie“ bundesweite Bekanntheit erlangte, weiß nämlich schon, was mit dem vermeintlichen Geldsegen anzufangen ist.

Deutschrap: Kollegah verzockt sich, der Rest im stillen Protest

Die insgesamt 100.000 Euro sollen in Aktien angelegt werden, um den Töchtern zu deren 18. Geburtstag ein Auto kaufen zu können. Unabhängig davon, ob Kollegah am Ende die hohe Geldstrafe zahlen muss oder nicht - dass seine Künstler ihn mehr Geld gekostet als eingebracht haben, ist nicht von der Hand zu weisen. Während er für Jigzaw eine Kaution von 40.000 Euro zahlte, kam ihn Deutschrapper Gent noch teurer zu stehen. Dieser hatte einen Vorschuss von 400.000 Euro bezogen - und letztendlich nur den 30. Platz der Album-Charts erreicht.

Ebenso bleibt festzuhalten, dass Kollegah in diesem Fall seiner Verantwortung und Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen ist. Während auch Deutschrapper Shindy mit einem Rechtsstreit konfrontiert ist, im Zuge dessen er ebenfalls 100.00 Euro zahlen soll*, kommt Manuellsen seiner Vorbildfunktion nach - und schießt auf den rassistischen Autokonzern Volkswagen*. In eine ähnliche Kerbe schlägt die #blackouttuesday-Bewegung, die sich klar gegen Rassismus positioniert und auch diverse Deutschrapper zum stillen Protest animiert*.

Quelle: 24hamburg.de-DeutschRap

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Rubriklistenbild: © Kai-Uwe Hagemann/Hagemann/dpa/picture alliance

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