Ambivalenter Deutschrapper

Bushido neu: Gangster-Rapper wie ein Schizo-Teddybär – Frieden mit MontanaBlack, Schüsse auf Sinan-G

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Deutschrapper Bushido zeigt sich ambivalent. Zwar spricht er sich unter anderem mit MontanaBlack und MoTrip aus, doch kann sich der Berliner einen Diss gegen Sinan-G nicht verkneifen.

  • Bushido: Friede sei mit euch.
  • Deutschrap: Zwischen Schlammschlacht und Kuschelkurs.
  • Diss gegen Sinan-G: „Sonny Black“ legt los.

Berlin – Abseits seiner Musik wäre die Deutschrap-Szene ohne Bushido mit Sicherheit um einiges ärmer. Denn immer wieder polarisiert der 41-jährige Berliner durch kontroverse Aussagen, die sich nicht selten gegen vermeintliche Kollegen richten. Nun hat der „Ersguterjunge"-Labelboss in einem Livestream versöhnliche Worte für MontanaBlack* und MoTrip gefunden - aber auch einen Diss gegen Sinan-G veröffentlicht.

Rapper:Bushido
Geboren:28. September 1978 (Alter 41 Jahre), Bonn
Ehepartnerin:Anna-Maria Ferchichi (verh. 2012)
Filme:Zeiten ändern dich
Kinder:Djibrail Ferchichi, Issa Ferchichi, Laila Ferchichi, Aaliyah Ferchichi

Deutschrapper Bushido: Hamburger MontanaBlack – alles gut?

Deutschrapper Bushido ist und bleibt eine ambivalente Person. Gut und böse, Engel und Teufel, Krieg und Frieden - die Gemütslagen vom gebürtigen Bonner wechseln sich in immer wiederkehrender Regelmäßigkeit ab. Das bekommen auch andere Personen der Öffentlichkeit, zumeist Rapper, am eigenen Leib zu spüren. Schelte hier, Disstrack da. Doch zunächst einmal zeigt sich Anis Mohamed Youssef Ferchichi, wie der Berliner mit bürgerlichem Namen heißt, in blendender Laune.

Gut lachen, aber weiterhin auf Krawall gebürstet: Deutschrapper Bushido versöhnt sich mit allerhand Kollegen, nur Sinan-G wird gedisst - Stress mit Grund.

Im Rahmen eines Livestreams von Bushido, der in vier Teilen auf Abruf beim Videoportal YouTube verfügbar ist, spricht der Deutschrapper über sein in der jüngeren Vergangenheit sehr angespanntes Verhältnis zu Streamer MontanaBlack*. Der Hamburger* Webvideoproduzent und der Berliner Rapper waren lange Zeit beste Freunde, ehe der Streamer öffentlich mitteilte, Gefallen an Flers Disstrack „Noname“ zu finden. Der Ex-Aggro Berlin-Rapper führt wiederum eine Social Media-Fehde mit 187 Strassenbande-Boss* Bonez MC*.

Doch zurück zu Bushido. Dieser brach den Kontakt mit MontanaBlack, der sich vor kurzem mit Verschwörungstheoretiker Sido* über dessen „Ar***f***song“ unterhalten hatte*, ab und ignorierte konsequent die WhatsApp-Nachrichten vom YouTuber. Insgesamt herrschte sechs Monate lang Funkstille zwischen den beiden, ehe sich der Berliner Rapper nun in seinem Stream eingestand, überreagiert zu haben. „Alles cool, ich wünsche dir an dieser Stelle auch alles Gute. Liebe, liebe Grüße an dich nach Buxtehude. Und ja Diggi, pass auf dich auf und ist alles halb so wild, wie gesagt. Todesrespekt, alles wunderbar. Ich feier dich, du bist ein feiner Kerl", lässt Bushido in Richtung MontanaBlacks verlauten.

Bushido: Deutschrapper versöhnt sich mit Kay One

Wo er schon mal dabei ist, legt der 41-jährige Berliner direkt nach. Und das ist positiv gemeint. Als Nächstes „schnappt“ sich der „Ersguterjunge“-Chef seinen ehemaligen Zögling, Kay One. Dieser wurde 2007 von Bushido unter Vertrag genommen und galt als großer Hoffnungsträger. Die musikalische Ehe dauerte zumindest rund sechs Jahre an, ehe sich Kay One von Bushido lossagte. Auslöser war, dass der Label Boss zuvor einige Videos seines Schützlings löschen ließ. Zudem hatte der Kay One-Mentor ein Patent auf dessen Name angemeldet.

Doch nicht mit dem heute 35-Jährigen, der kurzerhand das Label verließ. Es folgte eine mediale Schlammschlacht, inklusive „Stern TV“-Auftritt von Kay One und dem Disstrack „Leben und Tod des Kenneth Glöcklers", eine Anspielung Bushidos auf den bürgerlichen Namen seines ehemaligen Freundes. Mittlerweile scheint sich die Situation zwischen Lehrer und Schüler aber entspannt zu haben. Das wird durch Bushidos Aussagen deutlich:

„Pass auf dich auf und bleib‘ gesund. Und zieh‘ durch. Du lebst dein Leben und du machst dein Ding. Und du hast schon zu einem früheren Zeitpunkt dein Leben in die Hand genommen und so. Und das ist gut. Das gönne ich dir. Mach einfach weiter, bleib gesund, alles Gute“, gibt der handzahme Gangster-Rapper zum Besten. Daraufhin widmet sich der Berliner dem nächsten Tagesordnungspunkt. Der ist ihm nicht minder wichtig und hört auf den Namen MoTrip.

Frieden via Instagram: Deutschrapper Bushido entschuldigt sich bei VOX-Star MoTrip

MoTrip ist nicht nur Deutschrap-Fans ein Begriff. Der Deutsch-Libanese ist mittlerweile auch ein TV-Star und Teilnehmer der VOX-Produktion „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“. Der 32-jährige Aachener gilt gemeinhin als Saubermann der Deutschrap-Szene, sind doch keine Skandale oder skandalträchtige Aussagen und Handlungen von ihm bekannt. Heißt im Umkehrschluss aber noch lange nicht, dass er mit keinem HipHop-Künstler Streit hätte.

In diesem konkreten Fall störte sich MoTrip an einer Beleidigung gegenüber ihm, die Bushido in seinem Song „Sodom und Gomorrha“ getätigt hatte. Das Pikante dabei: die Version mit der Diffamierung wurde offiziell nie veröffentlicht. Erst durch Deutschrapper Sinan-G, auf den Bushido auch noch zu sprechen kommt, wurde der Track in seiner ursprünglichen Fassung im Februar 2019 geleakt. In dieser heißt es, dass MoTrip für den Berliner nur „einer von Millionen H*rensöhnen“ sei.

Eine offenkundige Referenz an den Max Giesinger-Track „80 Millionen“, den MoTrip im Rahmen von „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“ im Mai 2020 neu interpretierte. Via Instagram-Story entschuldigt sich Bushido nun beim Aachener Rapper und schreibt, dass die Beleidigung „absolut unangebracht" gewesen wäre. Dies stößt auf positive Resonanz beim 32-Jährigen.

"Ich möchte dich wissen lassen, dass deine Zeilen ihren Weg gefunden haben. Deine Entschuldigung ist angekommen und angenommen", heißt es vonseiten MoTrips. Also alles Friede, Freude, Eierkuchen? Mitnichten. Denn wie so oft zeigt Bushido kurz darauf sein zweites Gesicht - und rechnet mit Deutschrapper Sinan-G ab. Dies geschieht in Form eines, na klar, Disstracks.

Deutschrapper Bushido: Harter Diss gegen „Fake“ Sinan-G

Zunächst aber verkündet Bushido, dass es im September einen zweiten Teil von „Sonny Black“, seinem 2014 veröffentlichen und mittlerweile indizierten Album, geben wird. Dieses soll am 11. September erscheinen und mit der brachialen Härte aufwarten, die bereits den Vorgänger kennzeichnete.

Aufgrund von verrohender Wirkung auf die Jugend und der Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen darf „Sonny Black“ nicht mehr zu käuflichen Zwecken vertrieben werden. Eine Situation, die auch Bonez MC nicht gänzlich unbekannt ist. „Shotz Fired“ und die damit verbundenen Vorwürfe* sind an dieser Stelle die passenden Stichwörter.

Als kleinen Appetitanreger präsentiert Bushido seinen Fans bereits eine erste Hörprobe, die einen Diss gegen Sinan-G beinhaltet. Der Deutsch-Iraner ist selbst kein Unschuldslamm, saß schon im Gefängnis und sah sich bereits mit einem überraschenden SEK-Einsatz konfrontiert. Nicht ganz so überraschend kommt der Seitenhieb von Bushido, der 2019 den Disstrack „Ersgutervmann“ von Sinan-G einstecken musste. Daraufhin machte er sich vor kurzem über eine vermeintliche Fake-Uhr vom 32-Jährigen lustig und schrieb: „Die Echte liegt im Schließfach“.

Dies ist auch der Aufhänger in der Hörprobe. Dort rappt Bushido, ohne jedoch den Namen Sinan-G zu erwähnen: „Alle anderen sind am Bellen, aber Sonny hat die Halsbänder/ Eure G's f***** heimlich Flaschen oder Transgender/ Sag, wie kannst Du so mit Deinem Ziehvater sprechen?/ Du hast Deine Manieren wohl im Schließfach vergessen“. Damit präsentiert sich der 41-Jährige in alter Pöbel-Laune, die er seit seinen Aggro Berlin-Zeiten nie vollständigt abgelegt hat. Und muss gelegentlich auch selbst einstecken - Deutschrapper Manuellsen und dessen derbe Aussagen* lassen grüßen. Zudem muss Bushido am Montag, 17. August 2020 gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker vor Gericht aussagen*. Zur Ruhe kommt der Berliner also wahrlich nicht.

Quelle: 24hamburg.de-DeutschRap

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Rubriklistenbild: © Paul Zinken/dpa/picture alliance

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