YouTube-Star zeigt „Nie“-Entstehung

Coronavirus zum Trotz: Fynn Kliemann streamt Dokumentation „100.000 – Alles, was ich nie wollte“

Fynn Kliemann lächelt auf dem Reeperbahn Festival vor einer Pressewand.
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YouTube-Star-Kliemann präsentiert am Samstag, 25. April 2020, die Dokumentation „100.000 – Alles, was ich nie wollte“ als Stream.
  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Der YouTuber Fynn Kliemann kann getrost als Tausendsassa bezeichnet werden. Der Niedersachse ist Webdesigner, Unternehmer, Autor, Schauspieler und seit 2018 auch Musiker. Das in Eigenregie produzierte Album „Nie“ wurde mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Dessen Entstehunggeschichte wird nun im Rahmen einer Dokumentation genauer beleuchtet. Diese läuft jedoch nicht in den Kinos an.

  • Einmaliger Stream von „Nie“-Dokumentation.
  • Fynn Kliemann unterstützt Kinos finanziell.
  • Coronavirus-Sars-CoV-2: Musiker beschreitet neue Wege.

Zeven – Wohl kaum eine Person des öffentlichen Lebens hat in der vergangenen Jahren die Phrase „Do it yourself“ besser verkörpert als Fynn Kliemann. Der 29-Jährige ist selbsternannter Heimwerkerking, stolzer Besitzer des Kliemannslands und seit 2018 auch auf musikalischen Pfaden unterwegs. Die Albumproduktion von Kliemanns Erstlingswerk „Nie“, das bisher über 100.000-mal verkauft wurde, wird nun in der Dokumentation „100.000 - Alles, was ich nie wollte“ genauer vorgestellt. Jedoch per Stream und nicht im Kino, wie ursprünglich angedacht.

Kliemann-Dokumentation einmalig für 24 Stunden abrufbar

Denn auch ein Fynn Kliemann kann sich dem Coronavirus nur bedingt entziehen. Die Dokumentation kann aufgrund der aktuellen, bundesweiten Schließung von Kinos in keinem Lichtspielhaus Deutschlands gezeigt werden. Am 29. Mai 2020 wollte Kliemann „100.000 – Alles, was ich nie wollte“ für einen einzigen Tag in den Kinosälen der Republik zeigen. Da dies wegfällt und der anvisierte Starttermin aufgrund der parallel geplanten Veröffentlichung seines neuen Albums „POP“ nicht verschoben werden kann, hat der gebürtige Niedersachse sich nun für eine Alternative entschieden.

In Absprache mit Regisseur Ole Hellwig und Produzentin Henriette Ahrens ist eine neue Veröffentlichungsstrategie entstanden. Am Samstag, den 25. April 2020, wird Kliemanns Dokumentation „100.000 – Alles, was ich nie wollte“ für 24 Stunden als Stream verfügbar sein. Direkt im Anschluss folgt eine Live-Fragerunde mit dem Protagonisten selbst und den Filmemachern.

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🍿Eigentlich sollte mein Dokumentarfilm „100.000 – Alles, was ich nie wollte“ für einen Tag in alle Deutschen Kinos kommen. Es wär unfassbar geworden, aber das lässt die aktuelle Situation ja nu nicht zu. Scheiß drauf! Neue Idee: Virtuelles Kino. Du kannst ab dem 25.04.2020 für 24h die Dokumentation in deinem Wohnzimmer mit deiner Home-Gang streamen und dabei ganz nebenbei dein Lieblings-Kino retten 🤘🏽 So gehts: 1. Kauf so viele Tickets wie mitschauen auf oderso.cool (LINK IN BIO) 2. Ich schick dir n Code per Mail 3. Den gibst du ab dem 25.04 ab 20 Uhr auf kino.oderso.cool ein und wählst das Kino aus in dem du gucken willst. 3. Dein Kino bekommt ne 25% Gewinnbeteiligung 4. Wir schauen alle zusammen von Zuhause und retten dabei ganz nebenbei den schönsten Ort zum Filme gucken: Dein Kino 🎉 1,5 Jahre haben @notsold.gratis , @sandwichskater und ich daran geschnitten und ich bin schon verdammt stolz auf den 80min Schinken. Ist mir fast n bisschen zu ehrlich geworden, aber nun gut… Lasst uns in Krisenzeiten zusammenhalten, die Kinos unterstützen und das aller beste draus machen und ey: Wir haben 5000 Care-Pakete gepackt 🎁 mit limitiertem Kinoposter, ner Popcorntüte, nem nummerierten Ticket und ordentlich Sticker die du mit n bisschen Glück zugeschickt bekommst. #kinoabend #kinofilm #kino #wohnzimmer #dokumentarfilm

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„100.000 – Alles, was ich nie wollte": Gewinnbeteiligung für deutsche Kinos

Doch das ist längst nicht alles. Kliemann, der zusammen mit dem Hamburger Musiker und Moderator Olli Schulz das Hausboot vom verstorbenen Countrysänger Gunter Gabriel umbaut, möchte mit seinem Stream die geschlossenen Kinos finanziell unterstützen. Zuschauer der Online-Version des Films können beim Kauf ihrer digitalen Tickets angeben, in welchem Kino sie die völlig unabhängig produzierte Dokumentation gesehen hätten. Das ausgewählte Filmtheater erhält dann 25 Prozent des Gewinns des für ihn ausgewählten Karten.

„100.000 - Alles, was ich nie wollte“ zeigt jedoch nicht nur die Albumproduktion von „Nie“, sondern wartet auch mit Einblicken in Kliemanns Leben auf. Eine Mischung, die viele Fans des aus dem Landkreis Rottenburg (Wümme) stammenden Musikers neugierig zu machen scheint. Denn laut der Fachzeitschrift „Filmecho/Filmwoche“ konnten allein am Osterwochenende bereits über 50.000 Tickets für die digitale Kino-Weltpremiere verkauft werden. Tendenz steigend.

Videoproduktion in Zeiten vom Corona-Virus: Kliemann mit digitaler Kampagne

Einfallsreichstum in Zeiten des Coronavirus hat der aus Zeven stammende Allrounder bereits zuvor unter Beweis gestellt. Die für Kliemanns Video zu „Schmeiß mein Leben auf den Müll“ geplante Idee, durch Deutschland zu reisen und an verschiedenen Orten zusammen mit seinen Fans Aufnahmen für die visuelle Umsetzung des Musikstücks zu drehen, musste gezwungenermaßen ad acta gelegt werden. Infolgedessen startete Fynn Kliemann eine digitale Kampagne, die weltweit wohl ihresgleichen sucht.

Auf der technischen Grundlage einer Video-Vorlage und einer eigens programmierten App, welche die für das Musikvideo benötigten Einzelbilder in der Form anzeigt, dass sie von den Teilnehmern heruntergeladen und nachgestellt werden, konnten die Ideen des 29-jährigen doch noch visualisiert werden. „Dafür tauschen wir alle einzelnen Bilder des Videos durch Bilder aus, die die Leute zuhause machen“, erklärt Kliemann. Die Fans des Niedersachsen fotografieren sich also selbst und laden diese Bilder auf der Webseite Kliemanns hoch. Das Ergebnis: ein gemeinschaftlich produziertes Musikvideo.

Kliemann-Shop: Merch, Vinyl und Atemschutzmasken

Darüber hinaus avancierte Kliemann zu einer Art Heldenfigur in der Coronavirus-Krise. Der in seinem Online-Shop auf Merch und Vinyl fokussierte Musiker erweiterte sein Repertoire an Produkten und bietet neuerdings auch Atemschutzmasken an. „Um das zu fairen Bedingungen für Produzent sowie Käufer zu tun, verkaufen wir die Masken ab 2,20 Euro und nicht, wie überall sonst, für 20 Euro das Stück. Ich finde es eine Frechheit, sich an solch einer Krise zu bereichern“, heißt es von Kliemann im Beschreibungstext des Online-Shops.

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