Regenbogenfarben

Bushido wettert Schwulen-Hasser – Fans sind wütend

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Deutschrapper Bushido setzt sich für überraschenderweise Randgruppen ein. Doch das Tragen eines Regenbogen-Shirts wird dem Gangsterrapper zum Verhängnis.

  • Deutschrap*-Star Bushido* kassiert Shitstorm.
  • Bushido-Fans stören sich an Regenbogenflagge-Shirt.
  • Bushido veröffentlicht Statement gegen Homophobie.

Berlin – Um Bushido wird es auch in häuslicher Quarantäne nicht ruhig. Der Deutschrapper hat sich mit dem Coronavirus infiziert* und hat sich zusammen mit seiner Familie in die eigenen vier Wände zurückgezogen. Von dort versorgt der Berliner seine Fans in Form von längeren Instagram-Videos mit Anekdoten aus seiner Isolation. Das Tragen eines Shirts mit Regenbogenflagge wird jedoch von seinen Followern scharf kritisiert.

Rapper:Bushido
Geboren:28. September 1978 (Alter 42 Jahre), Bonn
Ehepartnerin:Anna-Maria Ferchichi (verh. 2012)
Filme:Zeiten ändern dich, Horst Schlämmer – Isch kandidiere!
Kinder:Djibrail Ferchichi, Issa Ferchichi, Laila Ferchichi, Aaliyah Ferchichi

Bushido kassiert Shitstorm – Regenbogenflagge ist Schuld

Anfeindungen, Beleidigungen und plumpe Sprüche gegen seine Person sind für Bushido nichts Neues. Der Deutschrapper ist seit mehr als 20 Jahren im Musikgeschäft aktiv und hat in diesem langen Zeitraum zigfach gegen mehr oder minder bekannte Personen der Öffentlichkeit ausgeteilt. Dementsprechend ist es der Berliner Musiker gewohnt, auch mal einstecken zu müssen. Die Kritik, die dem 42-Jährigen derzeit entgegengebracht wird, hat aber auch Bushido in dieser Form noch nicht erlebt. Wie wohl auch die Beleidigungen gegen seine Ehefrau Anna-Maria Ferchichi*.

Deutschrapper Bushido spricht sich auf Instagram gegen Homophobie aus. (24hamburg.de-Montage)

Der Rapper, der im Gerichtsprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker* als Nebenkläger auftritt, hegte lediglich die Absicht, seine Instagram-Follower mit einem Video Einblicke in seine derzeitige Situation zu gewähren. Häusliche Quarantäne, abgeschottet von anderen Menschen, nur von der Familie umgeben – soweit die Fakten. In seinen Vlogs schießt Bushido in aller Regelmäßigkeit gegen Verschwörungstheoretiker*, die bezweifeln, dass es das Coronavirus* tatsächlich gibt. Vegan-Koch Attila Hildmann* und Soul-Barde Xavier Naidoo sind dem Musiker bereits zum Opfer gefallen*. Nun aber steht Bushido selbst im Kreuzfeuer der Kritik.

Bushido: Fans machen sich über Deutschrapper lustig – keine Akteptanz für LGBTQ?

Verantwortlich hierfür ist ein T-Shirt mit dem Aufdruck einer Regenbogenflagge, das Bushido im Rahmen eines seiner Vlogs getragen hat. Zum Hintergrund: Die Regenbogenfahne ist das Symbol der „Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender“-Bewegung, oftmals abgekürzt als LGBTQ. Grob runtergebrochen handelt es sich hierbei um einen Zusammenschluss von Personen mit den entsprechenden sexuellen Orientierungen, die sich gegen Diskriminierung zur Wehr setzen.

Dies scheinen auch die Instagram-Follower Bushidos zu wissen, die sich in der Kommentarspalte unter der Videoaufnahme über das Shirt-Motiv echauffieren. In Anlehnung an das „ersguterjunge“-Label vom Deutschrapper heißt es beispielsweise „Ers schwuler Junge“. Manch einer reagiert lediglich mit sich übergebenden Emojis auf die Regenbogenflagge oder attestiert dem Berliner, sich mit dem T-Shirt „lächerlich“ zu machen. Das kann ein Sprechgesangskünstler des Kalibers von Bushido natürlich nicht stillschweigend hinnehmen und schon gar nicht akzeptieren.

Bushido: Deutschrapper mit Statement gegen Homophobie – „was ist falsch gelaufen?“

Es kommt, wie es kommen muss, und der Deutschrapper holt zu einem Rundumschlag aus, mit dem sich Bushido zudem klar positioniert. „Wie viele Menschen sich darüber aufregen, dass ich hier dieses T-Shirt anhabe und so. Wo ich mir denke: ´Leute, was ist eigentlich in eurem Leben falsch gelaufen, Alter?‘ Was ist wirklich falsch gelaufen?“, heißt es vom 42-jährigen Musiker. Denn für den Berliner scheint es schier unmöglich, dass es im Jahr 2020 immer noch Personen gibt, die andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung diskriminieren.

Davon kann 187 Strassenbande*-Boss Bonez MC* im wahrsten Sinne des Wortes ein Lied singen. Wegen seines Songs „Shotz Firedsieht sich der Hamburger nämlich Homophobie-Vorwürfen ausgesetzt*. Doch noch einmal zurück zu Bushido. Der Deutschrapper ist sich bewusst, in der Vergangenheit ähnlich diskutable Textzeilen von sich gegeben zu haben. „Aber wenn ich heute, im Jahr 2020 [...] unter die Kommentare schaue, wie viele Leute sich da aufregen und so, finde ich das krass! Da möchte ich mich auch ganz ausdrücklich distanzieren. Und wenn das sozusagen die Definition von Rap heute ist, dann bin ich auch raus“. Amen. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa & Wolfgang Kumm/dpa

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