Vor Gericht

Bushido über Abou-Chaker-Prozess: Ich bin verrückt!

  • Jan Knötzsch
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Seit Monaten muss Bushido als Zeuge im Prozess gegen Ex-Kollegen Arafat Abou-Chaker vor Gericht aussagen. Jetzt verrät der Rapper, wie sehr er darunter leidet.

Berlin – Das Image, das Rapper in der Öffentlichkeit pflegen, ist bekannt: Sie sind die harten Hunde. Hier wird gedisst, da gedroht. Große Klappe ist Trumpf. Und nur manchmal ist wirklich was dahinter. Gefühle zeigen? Das ist unter den harten Jungs „out“. Einer macht‘s trotzdem: Bushido, der seit Monaten vor Gericht als Zeuge gegen Ex-Wegbegleiter Arafat Abou-Chaker aussagt. Der 42-Jährige, der in der Corona-Krise gegen Xavier Naidoo schoss, packt richtig aus – und liefert eine krasse Psycho-Beichte.

Deutschrapper:Bushido
Geboren:28. September 1978 (Alter: 42 Jahre) in Bonn
Bürgerlicher Name:Anis Mohamed Youssef Ferchichi
Ehepartnerin:Anna-Maria Ferchichi (verheiratet seit 2012)
Kinder:Djibrail Ferchichi, Aaliyah Ferchichi, Issa Ferchichi, Laila Ferchichi
Filme:Zeiten ändern dich, Horst Schlämmer - Isch kandidiere!

Bushido spricht bei Abou-Chaker-Prozess über eine Attacke aus dem Jahr 2018

Auslöser dafür ist etwas, was sich schon vor mehr als zwei Jahren abgespielt hat: die mutmaßliche Attacke von Abou-Chaker auf Anis Mohamed Youssef Ferchichi, wie Bushidos bürgerlicher Name kautet. Am 18. Januar 2018 soll Abou-Chaker ihn mit einer Flasche und einem Stuhl angegriffen haben. Im Prozess geht es nun um die Folgen, die Bushido von dieser Attacke davongetragen haben soll. Nicht die körperlichen, sondern die psychischen. Und die sind enorm, wie der Deutschrapper versichert.

Niedergeschlagener Blick: Deutschrapper Bushido nimmt der Prozess gegen Arafat Abou-Chaker psychisch mit. (24hamburg.de-Montage)

Er gehe seitdem zweimal pro Woche zum Psychologen, erklärt der gebürtige Bonner und sagt laut Spiegel online auch: Er habe Hemmungen, in der Öffentlichkeit ehrlich über dieses Thema zu reden. Logisch, es passt eben nicht in das eingangs skizzierte Rapper-Selbstverständnis. Die lange Zeit vor Gericht „nagt ein bisschen an meinen Kräften“, konstatiert Bushido, der gemeinsam mit seiner Ehefrau in Diss-Tracks beleidigt wird, und antwortet dem Richter auf die Frage, ob ihn der 18. Januar 2018 noch immer beschäftige, mit einem klaren „Ja“.

Bushido: Harter Rapper leidet psychisch – lange Zeit vor Gericht „nagt an meinen Kräften“

Er würde das Thema Abou-Chaker gerne hinter sich lassen – noch aber geht das nicht „Da muss ich jetzt durch“, stellt der 42-Jährige, der zuletzt auf Instagram von 187-Rapper Bonez MC bloßgestellt wurde, fest und berichtet von Panikattacken. Unter denen leide er seit seiner Jugend, zuletzt aber hätten sie wieder zugenommen. So habe er während einem der Verhandlungstage vor dem Gericht in Berlin „eine sehr starke Panikattacke“ erlitten, sagt Bushido, der in Sachen Gerichtsprozess auch mit Fler Stress kriegen könnte, und berichtet freimütig von einer weiteren solchen Attacke.

Dabei scheut der sonst so harte Rapper nicht davor zurück, sich ganz tief in seine Seele blicken zu lassen: „Plötzlich merke ich, dass mein rechter Fuß taub wird. Ich merke, wie ich unruhig werde.“ Er habe seine Frau gebeten, ihn abzulenken und mit ihm zu reden. Letztlich sei er nur in Unterhose bekleidet auf die Terrasse gelaufen: „Herzrasen. Rechtes Ohr taub. Rechte Seite Kopfschmerzen. Okay, alles klar: Schlaganfall. Oder Herzattacke“, schildert der 42-Jährige seine Gedanken.

Deutschrap: Bushido spricht über Panickattacken – der 42-Jährige nutzt sogar den Begriff Depression

„Hier denken jetzt wahrscheinlich alle, ich bin verrückt“, vermutet der Deutschrapper aus Berlin und berichtet, dass die psychische Belastung auch während der Zusammenarbeit mit Arafat Abou-Chaker permanent bestanden hätte. Bushido spricht sogar von Depressionen: „Ich konnte nicht mehr. Game over“, so der Bushido, der derzeit die nächste psychische Last mit sich rumträgt: Rapper-Kollege Manuellsen will die Karriere des 42-Jährigen zerstören.

Hier denken jetzt wahrscheinlich alle, ich bin verrückt.

Deutschrapper Bushido als Zeuge beim Abou-Chaker-Prozess

Ob die nicht vielleicht sogar schon kaputt ist? „Wie das eigene Leben in Zukunft weitergehen soll? Ich weiß es nicht“, antwortet Bushido, der sich mit Ex-Erzfeind Kay One ausgesöhnt hat, auf die Frage einer beisitzenden Richterin. Für den erfolgreichen Deutschrapper, der noch immer sein neustes Album nicht veröffentlichen will, gibt es „weder Plan A noch Plan B.“ Sein einziges Ziel: „Am 12. April geht es hier weiter und ich habe wieder hier zu sein. Das ist der Plan“, spricht der 42-Jährige über den nächsten angesetzten Prozesstag. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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