Vorwurf der Erpressung

Deutschrapper Bushido trifft im Berliner Gerichtssaal auf Clan-Chef Arafat Abou-Chaker

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Der Rechtsstreit zwischen Berlins Deutschrapper Bushido und Clan-Chef Arafat Abou-Chaker (Arafat-Abou-Chaker-Clan) geht weiter. Beim Gerichtstermin am Montag, 17. August, sehen die beiden ehemaligen Freunde sich wieder. Das Oberhaupt des Familienclans muss sich dem Vorwurf der Erpressung seines einstigen Geschäftspartners stellen.

  • Deutschrapper* Bushido versus Clan-Chef Arafat Abou-Chaker.
  • Gerichtstermin: Vorwurf der Erpressung gegen mafiöses Oberhaupt.
  • Arafat lässt die Fäuste sprechen, Bushido setzt auf Disstracks.

Berlin – „Pure Vernunft darf niemals siegen“ ist nicht nur der Titel eines populären Songs der Hamburger* Indie-Rocker von Tocotronic, sondern auch eine treffende Beschreibung für den Rechtsstreit zwischen Bushido und Arafat Abou-Chaker. Der Deutschrapper und der Clan-Chef, einstige Geschäftspartner, sind sich seit geraumer Zeit spinnefeind und tragen ihre Streitigkeiten nur allzu gerne in aller Öffentlichkeit aus. Nun ist bekanntgeworden, dass sich Abou-Chaker am Montag, 17. August 2020 vorm Berliner Gericht verantworten muss*. Ihm wird vorgeworfen, Ex-Kumpel Bushido erpresst zu haben.

Rapper:Bushido
Geboren:28. September 1978 (Alter 41 Jahre), Bonn
Ehepartnerin:Anna-Maria Ferchichi (verh. 2012)
Filme:Zeiten ändern dich
Kinder:Djibrail Ferchichi, Issa Ferchichi, Laila Ferchichi, Aaliyah Ferchichi

Deutschrapper Bushido versus Arafat Abou-Chaker: Gerichtstermin am 17. August – Vorwurf der Erpressung gegen Clan-Chef

Seit nunmehr zweieinhalb Jahren ist das Band zwischen den ehemaligen Freunden und Geschäftspartnern Bushido und Arafat Abou-Chaker schon zerschnitten. Aufgrund von sowohl privaten als auch geschäftlichen Verflechtungen befinden sich die beiden Berliner Alphatiere in Streitigkeiten. Zum Teil hanebüchene Aussagen, Anschuldigungen und Vorwürfe gehören quasi zum „guten Ton“. Der direkte Kontakt wird jedoch zumeist vermieden, Aufeinandertreffen sind seltener Natur. Im Berliner Landgericht fliegen jedoch seit Mitte August 2020 ordentlich die Fetzen*.

Dies wird sich zeitnah ändern, denn eine rechtliche Konfrontation zwischen beiden Parteien steht an. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, muss sich das Abou-Chaker-Oberhaupt am 17. August dem Urteil der Berliner Richter stellen. Dem 44-Jährigen wird vorgeworfen, Bushido erpresst zu haben. „Im Dezember 2017 soll er versucht haben, von Bushido eine Abfindung für die Trennung ihrer Geschäftsbeziehung zu erpressen. Drei Brüdern von Arafat wird Beihilfe zur Last gelegt“, schreibt die Boulevardzeitung über die mafiösen Methoden des palästinensischstämmigen Familienverbandes.

Es bahnt sich ein Gipfeltreffen im Gerichtssaal an, wird doch auch „Opfer“ Anis Mohamed Youssef Ferchichi, wie Bushido mit bürgerlichem Namen heißt, zur Anhörung erwartet. Dieser stand unlängst erneut im Fadenkreuz von Arafat Abou-Chaker*, der dem Deutschrapper via Instagram vorgeworfen hatte, für eine Razzia der Berliner Polizei verantwortlich zu sein. Die Beamten aus der Hauptstadt stürmten in den Morgenstunden des 4. Junis die Räumlichkeiten des Clan-Chefs und zerstörten dabei einiges von dessen Mobiliar. Arafat Abou-Chaker vermutete dahinter eine Aktion Bushidos, der die Razzia durch vermeintliche Internas initiiert haben soll.

Nicht nur Deutschrapper Bushido im Fadenkreuz: Abou-Chaker-Boss verprügelt Hausmeister

Dies gilt jedoch als nicht erwiesen, könnte aber durchaus bei der Anhörung am 17. August Thema sein. Gewiss ist hingegen bereits die Niederlage Abou-Chakers gegen einen Hausmeister. Am Freitag, 12. Juni hat das Landgericht Berlin den Clan-Chef in zweiter Instanz wegen Bedrohung und Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen á 165 Euro verurteilt. Das ergibt eine Gesamtsumme von 14.850 Euro, die für Arafat, ähnlich wie beim Hamburger Gangster-Rapper Maxwell und seinen Drogen-Vergehen*, wie Peanuts wirken könnte.

Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig, die Verteidigung hat noch am selben Tag Revision eingelegt. Würde der Angeklagte nicht den illustren Namen Arafat Abou-Chaker tragen, wäre das Verfahren längst eingestellt worden, ließen die Anwälte des gebürtigen Berliners wissen. Konkret geht es darum, dass der 44-jährige Deutsch-Libanese am 7. März 2018 einen ihm unbekannten Mann aus nichtigem Anlass zunächst beschimpft, ihn dann mit dem Tod bedroht und ihm schließlich mit zwei Fingern in die Augen gestochen hat.

Mit dieser Generalvollmacht wurde der Anfang vom Ende eingeläutet. Mittlerweile sind sich Deutschrapper Bushido und Clan-Chef Arafat Abou-Chaker spinnefeind. Am 17. August sehen sich beide vor Gericht wieder. (Screenshot)

Daraufhin habe sich der Mann mit einem Faustschlag gewehrt. Die Reaktion Abou-Chakers: Kopfnuss, Schläge und Tritte für den Mann, der sich als Hausmeister herausstellte. Er hatte damals in einem Bürogebäude gearbeitet und nicht bemerkt, dass Arafat hereinkam. Wie der Hausmeister berichtet, habe der Clan-Boss direkt losgepoltert: „Was ist los in Deutschland? Niemand begrüßt mich!“. Danach soll Abou-Chaker handgreiflich geworden sein.

Launenhafter Deutschrapper: Bushido zwischen Krieg und Frieden

In Relation zu dieser Überreaktion und dem cholerischen Verhalten seines ehemaligen Freundes kann Bushido fast schon als Unschuldslamm bezeichnet werden. Denn der Deutschrapper fällt vielmehr durch seine verbalen Attacken gegen vermeintliche Kollegen auf, die ihm zuwider sind. Jüngster Opfer ist der ebenfalls aus Berlin stammende Sprechgesangskünstler Fler, der sich via Instagram mit seinem ehemaligen Kumpel streitet*.

Die Launen Bushidos einzuordnen gleicht jedoch einem Husarenstück. Mal gibt er den gewohnten Streithahn und schießt gegen ehemalige Signings*, namentlich Capital Bra* und Samra. Und mal zeigt er sich ganz versöhnlich und schließt Frieden mit Montana Black und Kay One*. Nur provoziert werden darf der „Ersguterjunge“-Boss nicht, denn dann droht schnell die nächste Konfrontation, wenn auch nur auf musikalischer Ebene. Grund hierfür gibt Deutschrapper Manuellsen, der Bushido laut Eigenaussage „auf den Tod“ hasse*. Quelle: 24hamburg.de-DeutschRap * 24hamburg.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/picture alliance

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