Disstrack „2003“

Bushido disst: Deutschrap-Beef mit „Fake“-Fler und „Selbstbräunerin“ Shirin David

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Deutschrapper Bushido schießt um sich. Auf dem Song „2003“ wird zusammen mit Kollege Juri gegen die Hip-Hop-Künstler Fler und Shirin David gefeuert.

  • Auch Ex-Kumpel Fler bekommt sein Fett weg.

Berlin/HamburgDeutschrapper Bushido kann es nicht lassen und betreibt weiterhin intensiv Promo für sein neues Album „Sonny Black II“. Diese kommt in Form eines verbalen Rundumschlags daher, der auf den Namen „2003“ hört. Zusammen mit Kumpel Juri wird ausgeteilt, was das Zeug hält. Weder Ex-Kumpel Fler noch die Hamburgerin Shirin David sind vor dem 41-jährigen Berliner sicher. Bushido fokussiert sich vor allem auf die Bräune der 25-Jährigen, deren Fans zwiegespalten auf den Diss reagieren.

Rapper:Bushido
Geboren:28. September 1978 (Alter 41 Jahre), Bonn
Ehepartnerin:Anna-Maria Ferchichi (verh. 2012)
Filme:Zeiten ändern dich, Horst Schlämmer - Isch kandidiere!
Kinder:Djibrail Ferchichi, Issa Ferchichi, Laila Ferchichi, Aaliyah Ferchichi

Bushido: Deutschrapper schießt in Disstrack „2003“ gegen Berliner Fler und Hamburgerin Shirin David

Bushido ist seit über 20 Jahren im Deutschrap aktiv und konnte in dieser Zeit zahlreiche Erfolge feiern. Alben auf Platz eins der Deutschen Charts, ausverkaufte Tourneen in den großen Hallen des Landes, Preise noch und nöcher - der Briefkopf des Berliners ist stetig gewachsen. In all der Zeit hat es sich der heute 41-Jährige aber auch mit so einigen Kalibern der hiesigen Rap-Landschaft verscherzt. Da jede Aktion zumeist auch eine Reaktion erfordert, konnte es Anis Mohamed Youssef Ferchichi, wie Bushido mit bürgerlichem Namen heißt, oftmals nicht sein lassen, Differenzen auf sich ruhen zu lassen.

Deutschrapper Bushido schießt in seinem neuesten Musikvideo „2003“ gegen den Berliner Fler und die Hamburgerin Shirin David. (Archivbild)

Vielmehr wurde stets zurückgeschossen, eigene Disstracks wanderten über die virtuelle Ladentheke wie Tankstellen-Geschenke an Heiligabend. Der neutrale Beobachter hatte mitunter den Eindruck, Bushido würde eine Art Volkssport betreiben, der nur einen Gewinner kennt: ihn selbst. Auch im Jahr 2020 ist der Berliner nicht altersmilde geworden und rührt ziemlich intensiv die Werbetrommel für sein neuestes Werk, „Sonny Black II“. Das mit seinem Alias im Titel aufwartende Album soll am 11. September erscheinen und die musikalischen Vorboten des nunmehr 14. Soloalbum Ferchichis haben es in sich.

Das zeigt nicht zuletzt der Song „2003“, der zwar nicht Teil von Bushidos Album sein wird, den Fans des 41-Jährigen aber erneut deutlich aufzeigt, in welchem Gemütszustand sich der Hauptstädter befindet. Offensiv wie eh und je prescht der „ersguterjunge“-Chef in Kooperation mit Deutschrapper Juri verbal vor und nimmt die hiesige Landschaft an Sprechgesangskünstlern auseinander.

„Sag der B*tch Shirin David, sie ist nur ein Touri. Diese Blogger-Sch***pen machen alles für den Fame, aber Selbstbräuner machen Barbara nicht zu ´ner Bae“, heißt es direkt zu Beginn von „2003“, einem Track, der Teil von Juris Album „Bratans aus Favelas 2“ ist. Damit richtet sich Bushido unmissverständlich an Shirin David, die den Namen Barbara Shirin Davidavicius im Pass stehen hat. Trotz der (jüngsten) Erfolge der 25-Jährigen, die Hits am Fließband lieferte, scheint Ferchichi den weiblichen MC nicht ernst nehmen zu können.

Bushido: Deutschrapper mit „Fake“-Vorwürfen an Fler und „Selbstbräuner“-Diss gegen Shirin David

Die Fans von Shirin David reagieren ganz unterschiedlich auf den Diss gegen ihr Idol. „Leute, das ist Deutschrap verdammt“, merkt ein YouTube-Nutzer unter dem entsprechenden Video an. Während manch einer nichts von den drastischen Worten Bushidos hält, schlagen sich andere auf die Seite des Berliners und bilanzieren, dass der Song „einfach ein Brett“ sei. Das wird Fler aller Voraussicht nach anders sehen. Auch der 38-Jährige kommt nicht ungeschoren davon und muss sich das Fell über die Ohren ziehen lassen.

„Mein Vermögen, der Erfolg und die Hater/ – wachsen immer weiter wie der Frontzahn von J-Luv/ Flizzy macht den Mund auf und Simon hat die secret Sauce/ jeder weiß, dieser Kai jagt dir deine Streamings hoch/ Sch*** auf die Backspin und sch*** auf die Juice/ eure Lügen haben alle kurze Beine wie Rooz“, heißt es in Gänze von Bushido. Im Kern unterstellt Ferchichi seinem alten Kumpel aus Aggro Berlin-Zeiten, dass dieser Klicks kaufen würde. Eine vermeintlich gängige Praxis im Deutschrap, die durch einen Social Media-Experten vorangetrieben wird*, den die Medien schlicht als „Kai“ titulieren.

Darüber hinaus diffamiert Bushido mit der „Backspin“ und der „Juice“ zwei etablierte Hip-Hop-Medien, die ihre Print-Produktion eingestellt haben und nur noch online auftreten. Mit „Rooz“ ist der Hip-Hop-Journalist Rooz Lee gemeint, der laut Eigenaussage nur 1,65 Meter groß ist. Den größten Aufschrei hat der Deutschrapper jedoch durch seine Beleidigung gegenüber Fler evoziert. In einer Instagram-Fragerunde hatte dieser gegenüber seinen Fans angedeutet, über die Aussagen Bushidos nur lachen zu können.

Letztendlich stellt der Diss auf „2003“ nur eine weitere Runde im schier endlosen Schlagabtausch zwischen den beiden Schwergewichten des Deutschraps dar. Wie 24hamburg.de-DeutschRap berichtet, sind sich die beiden Berliner seit längerer Zeit spinnefeind und denunzieren den jeweils anderen durch entsprechende Songs*. Dabei sind sowohl Bushido als auch Fler, der seinem Kollegen vorwirft, beim Umsatz mit Shisha-Tabak zu lügen*, noch auf anderen Baustellen aktiv und haben eigentlich genug eigenen Ärger am Hals.

Bushido und Fler: Deutschrapper, die polarisieren - Stress mit Kriminalamt und Abou-Chaker-Clan

Gegen Fler laufen Ermittlungen des Landeskriminalamts*, da dieser via Instagram einen Haftbefehl gepostet hatte und damit der Öffentlichkeit Informationen zeigte, die nicht nach außen hätten dringen dürfen. Eine bewusste ProvokationFlizzys“, wie sich der 38-Jährige zuweilen nennt, ist nicht ausgeschlossen und würde sich übergangslos in das Gefüge eines Mannes integrieren lassen, der nur allzu gerne den sprichwörtlichen „bösen Buben“ mimt. Eine vermeintlich rassistische Aussage gegen über dem schwarzen Deutschrapper Jalil* wäre in diesem Kontext schlichtweg stimmig und würde nicht verwundern.

Auch Bushido weiß, mit welchen Aussagen und Tätigkeiten zu polarisieren ist. Im August 2020 gilt es jedoch, sich zusammenzureißen, da der Berliner vor Gericht geladen wird, um gegen Arafat Abou-Chaker auszusagen*. Auch mit diesem führt „Sonny Black“ seit einigen Jahren eine offen zur Schau getragene Fehde. Zuletzt hatte der Anführer der libanesischen Großfamilie mit Sitz in Berlin seinen ehemaligen Geschäftspartner angeklagt, da Ferchichi für eine SEK-Razzia in den Räumen Arafats verantwortlich* gewesen sein soll. * 24hamburg.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Paul Zinken/dpa/picture alliance

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