US-Wahlkampf

Attila Hildmann: „Kanye West ist Satanist und Illuminati“

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Attila Hildmann mischt sich in den US-Wahlkampf ein. Er unterstützt Donald Trump. Für den Rapper Kanye West hingegen hat Hildmann nur Kritik übrig, dieser würde den Teufel anbeten und geheime Pläne verfolgen. 

Berlin/USA – Seit einigen Tagen ist bekannt, dass auch US-Rapper Kanye West bei den Präsidentschaftswahlen in den USA kandidieren möchte. Noch in diesem Jahr könnte der Rapper Donald Trump beerben. Daran gibt es Kritik, viele Menschen halten Kanye für politisch nicht erfahren genug und attestieren ihm problematische Einstellungen. Der Berliner Corona-Verschwörungstheoretiker und Vegan-Koch Attila Hildmann kritisiert den Rapper ebenfalls, doch seine Kritik geht in eine andere Richtung. Kurz danach legt sich Hildmann mit Deutschrapper Smudo an.

Kanye WestAutor
Vermögen1,3 Milliarden USD (2020) Im Trend
Geboren8. Juni 1977 (Alter 43 Jahre), Atlanta, Georgia, Vereinigte Staaten
Größe1,73 m
KinderNorth West, Saint West, Psalm West, Chicago West

Attila Hildmann schießt gegen Kanye West und unterstützt Donald Trump

Seit Sonntag, 5. Juli weiß es die Welt – Kanye West möchte 2020 US-Präsident werden* – tz.de berichtet über die ambitionierten Pläne des erfolgreichen US-Rappers. Das überraschte, da Kanye zuvor Donald Trump unterstützte – und sich dann wieder gegen ihn aussprach. Auf die Pläne von Kanye West gab es gemischte Reaktionen. Elon Musk (Tesla), Kanyes Ehefrau Kim Kardashian und der Unternehmer Mark Cuban unterstützen die Pläne des Rappers. Damit dürfte für genug Budget im Wahlkampf-Konto gesorgt sein.

Klare Sache: Attila Hildmann unterstützt Donald Trump und schießt gegen Kanye West. (24hamburg.de-Foto-Montage)

Völlig abgesehen davon, wie realistisch Kanyes Kandidatur überhaupt ist, an seinen politischen Einstellungen gibt es seit längerem viel Kritik. Er sei deutlich zu christlich und würde mit diesem „stunt“ dafür sorgen, dass Wähler von gesellschaftlichen Minderheiten in den USA zu Donald Trump wechseln würden.

Auch Attila Hildmann reagiert auf die Kandidatur von Kanye West. Doch seine Argumente sind keine politischen. Hildmann sieht in Kanye West einen satanistischen Illuminaten. In seiner Attila-Hildmann-Telegram-Gruppe startet er eine wilde Attacke auf den US-Rapper. Hinter Hildmanns Worten stehen keine Belege, sondern viel Ideologie. Diesmal aus dem christlichen Spektrum.

Kanye West: Satanist und Illuminat – Attila Hildmanns Telegram-Thesen

Auftritt Attila Hildmann. Noch am selben Tag reagiert er auf die Pläne des US-Rappers. Wie gewohnt macht Hildmann alles in seiner Telegram-Gruppe öffentlich. Dort hatte er schließlich schon über seine Attila-Hildmann-Partei berichtet. Seine Kritik fasst Hildmann in einem Satz zusammen „Satanist und Illuminati Kanye West kandidiert für US Präsidentschaft“ – dazu ein Foto von West, der mit seinen Händen ein Dreieck bildet. Für Verschwörungstheoretiker steht dieses Symbol für die Illuminaten – eine Geheimgesellschaft, die im 18. Jahrhundert kurz existiere. Verschwörungstheoretiker glauben, dass es diese immer noch gibt.

Attila Hildmann behauptet, Kanye West wäre Mitglied der Illuminaten. Mehr Belege als die Dreieck-Geste hat er dafür nicht. Es stellt sich die Frage, welche Art von Geheimbund mit allseits bekannten Symbolen arbeitet. Doch Hildmanns größeres Problem ist ein anderes: Satanismus. Attila Hildmann nennt Kanye West einen „SATANSANBETER“ – auch hier legt er mit Fotos auf Telegram nach.

Die Bilder sind eine versuchte Analyse von Kanye Wests Kleidung und den darauf abgebildeten Symbolen. West war schon immer für seinen experimentierfreudigen Stil bekannt. Für Attila Hildmann sind ein Pentagramm und ein Teufelskopf auf einer Hose und einem T-Shirt von West der Beweis, dass es sich bei diesem um einen Satanisten handelt. 24hamburg.de berichtet über Hildmanns neuste Attacken. Der Corona-Koch hatte erst im Juni die YouTuberin Mai Thi Nguyen-Kim attackiert.

Attila Hildmann hält wenig von Kanye West.

Kanye West: Christ oder Satanist – Was steckt hinter Attila Hildmanns Anschuldigungen?

Kanye West ist kein Satanist. Diese Gerüchte ranken sich seit vielen Jahren um bekannte US-Promis. Schon 2013 berichtete das österreichische Kulturmagazin thegap.at über die Satanismus-Vorwürfe gegen Kanye West. In dessen Werk, geprägt von christlicher Symbolik und Sprache, finden sich widersprüchliche Aussage zum christlichen Glauben. Sein letztes Album heißt „JESUS IS KING“ – sz.de berichtet über den krassen christlichen Lebensstil, den Kanye seitdem führt und in dem Album propagiert. Von Satanismus keine Spur. Doch es gibt Kritik an Kanyes Glauben. Ein Kommentar auf nbcnews.com sieht darin eher Egoismus und elitäres Gehabe, als christliche Werte.

Kanyes „Wahlprogramm“ mutet christlich-konservativ an. Laut theguardian.de steht er unter anderem gegen Abtreibung, in den Schulen und Institutionen der USA möchte er wieder Gottesfurcht und Gottesliebe einführen. Auch das Coronavirus stünde in Beziehung zu Gott. „We need to stop doing things that make God mad (Wir müssen mit den Dingen aufhören, die Gott wütend machen)“, sagte West in diesem Kontext. Sein nächstes Album soll „God‘s Country“ – Land Gottes – heißen.

In Sachen Coronavirus* sind Attila Hildmann und Kanye West eng beieinander. Kanye West ist Impfgegner*, fürchtet sich vor einer angeblichen Lähmung durch Impfstoffe. Zudem hat er Angst davor, dass Menschen im Zuge der Coronavirus-Impfungen Chips eingepflanzt werden sollen. Unbelegte Verschwörungstheorien wie sie auch Hildmann verbreitet. Die Frankfurter Rundschau berichtet über Kanye Wests Weltbild.

Attila Hildmann unterstützt Donald Trump und gibt sich als demütiger Christ

Auch Attila Hildmann gibt sich gottesfürchtig. In seiner Telegram-Gruppe entschuldigt er sich und bittet Gott um Verzeihung: „Jedes Bild mit satanischer Symbolik tut mir leid, Gott möge mir verzeihen! Aber ich muss euch aufklären, wer der Feind ist!“ Danach postet er Bilder, in denen Jesus mit einem Teufel kämpft, einen betenden Kreuzritter und die Bibel. Schließlich kommt Attila zu Donald Trump.

„Trumps Feinde, Deutschlands und meine Feinde sind Satanisten! Sie beten zu Baphomet! Wir beten zum lieben Herr Gott... und Gott ist mit uns und schützt uns!“– dazu postet Attila Hildmann zwei Bilder von Donald Trump, der eine Bibel in der Hand hält. Schon vor seiner Attacke auf Kanye West sprach Attila Hildmann an diesem Sonntag über Trump. Es ging um Trump, die Bundesrepublik Deutschland und Europa.

Attila Hildmann glaubt nicht an die Legitimität der BRD, er möchte die bestehende staatliche Ordnung umgestürzt sehen. Hildmann schlägt drei Optionen vor: „[...] das deutsche Volk wacht auf und erhebt sich gegen das Regime, das deutsche Heer putscht oder Amerika unter Trump (geht nur unter ihm) setzt seine Hoheit über das besetzte Gebiet der BRD durch!“ Dafür sei es nötig, dass Donald Trump an der Macht bleibe. Reichsbürger wie Hildmann gehen davon aus, dass Deutschland noch von den Alliierten besetzt ist. Nach einigen Theorien wird alles in Deutschland durch die USA bestimmt, doch laut Hildmann muss Trump diese „Hoheit“ erst durchsetzen. Kanye West scheint nicht in diesen Plan zu passen. * 24hamburg.de, tz.de, fr.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © John Taggart/Christoph Soeder/dpa/picture alliance/BLOOMBERG POOL/epa

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