Verkauf ankurbeln

Attila Hildmann sagt Lebensmittel-Knappheit voraus – um Fans eiskalt abzukassieren?

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Attila Hildmann verbreitet Panik. Im Lockdown stünde eine Lebensmittel-Knappheit bevor. Fans sollten seine Produkte deswegen jetzt schon hamstern.

Berlin Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann verbreitet auf seinem Telegram-Kanal gerade noch mehr Angst als sonst. Er schwört seine Anhänger auf eine Lebensmittelknappheit ein. Im Lockdown würde diese unweigerlich auf die Deutschen zukommen. Wer die Produkte des Kochbuchautors kaufe, könne dieses Problem jedoch abmildern.

AutorAttila Hildmann
Geboren22. April 1981 (Alter 39 Jahre), Berlin
Größe1,77 m
ElternUrsel Hildmann
AusbildungFreie Universität Berlin

Attila Hildmann will mit Panikmache Produkte an „Kameraden“ verticken

Bevor Attila Hildmann zum Verschwörungstheoretiker wurde, war er ein äußerst erfolgreicher Kochbuchautor und Influencer für den Veganismus. Er war seine eigene Marke. Geschäftstüchtig vertrieb Attila Hildmann allerlei vegane Nahrungsmittel. Diese Nische steckte noch in den Kinderschuhen und viele Supermärkte waren dankbar, die Produkte in ihre Regale aufnehmen zu können, berichtet 24hamburg.de.

Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann will seinen „Kameraden“ Produkte für den Lockdown verkaufen. Mit reichlich Angst und Panik. (24hamburg.de-Montage)

Doch dann wandelte sich Attila Hildmann vom gefeierten Kochbuchautoren zum Angst verbreitenden Verschwörungstheoretiker. Wegen antisemitischer Äußerungen und Drohungen gegen Politiker und Prominente listeten viele Supermärkte seine Produkte aus. Für die Händler war es kein Problem. Vegane Alternativen gibt es mittlerweile genug und Ersatz war schnell gefunden. Attila Hildmann entwickelte sich derweil nachgerade zum Sprachrohr der rechten Verschwörungstheoretiker-Szene. So kündigte er auch an, dass sich bald weitere Promis seinem „Kampf“ anschließen würden*.

Attila Hildmann: Wandel vom Vegan-Influencer zum Verschwörungstheoretiker

Auf seinem Telegram-Kanal betont der Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann gerne, dass mittlerweile 5.000 Läden seine Produkte ausgelistet hätten. Wie hoch der finanzielle Verlust ist, weiß niemand außer dem Verschwörungstheoretiker selbst. Zwischen seinen Gewaltfantasien und seiner Nazi-Rhetorik postet er im Messengerdienst Telegram immer wieder Werbebilder für seine Produkte, samt Rabattgutscheinen.

Doch jetzt scheint er zu einer neuen Strategie zu greifen, um seine Produkte an den Mann zu bringen: Angst und Panik. Am Freitag, 16. Oktober 2020, warnt er seine Fans vor einem Lockdown: „Deckt euch jetzt mit Lebensmitteln ein für sechs Monate. Sie werden die Menschen hungern lassen, damit sie sich impfen lassen!“ Denn nur mit einer Impfung, so glaubt es Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann, dürften Deutsche während des Lockdowns ihren „Militärsektor“ verlassen. In dieser Welt liegen die Supermärkte außerhalb der „Militärsektoren“.

Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann prophezeit Nahrungsmittelknappheit im Lockdown

Doch selbst, wenn es ein Deutscher in den Supermarkt schaffen würde, gäbe es dort ein Problem, glaubt Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann: „Lieferketten sind unterbrochen, Rohware nur noch schwer zu bekommen! Glaubt nicht ihre Lügen der Warenverfügbarkeit! Wirtschaft wie Landwirtschaft ist am Boden!“

Direkt unter dieser apokalyptischen Warnung bietet Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann allerdings eine Lösung und Hilfe an: „Gutschein für alle Kameraden, die sich noch eindecken wollen! Nur so lange der Vorrat reicht.“ Wer dem beigefügten Link folgt, bekommt einen Gutschein über fünf Euro für den Online-Shop von Attila Hildmann. Wie viel Ware noch verfügbar ist, schreibt er nicht.

Coronavirus-Impfstoff wird getestet

Sollte Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann mit seiner Einschätzung falsch liegen, wäre es nicht das erste Mal. Einen Anschlag auf das Atomkraftwerk in Brokdorf* gab es genauso wenig wie eine Racheaktion gegen Anonymous-Hacker*. Dafür wächst seine Feindesliste. Zuletzt ist Unternehmer Elon Musk dazu gekommen. Der sei schlecht im Bett, glaubt Hildmann zu wissen*.

Von solchen Entgleisungen völlig unbeeindruckt läuft derweil die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffes*. Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf* (UKE) bekamen die ersten Testpersonen den Impfstoff in geringer Dosis verabreicht. Der Versuch wird jetzt über sechs Monate laufen. In Hamburg sehen sich aktuell mit steigenden Infektionszahlen und strengen Corona-Regeln* konfrontiert. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa & Mario Tizon/dpa

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