Schwere Anschuldigungen

Attila Hildmann: „Ihr Holocaust ist eine Lüge“ – Hass-Anfall bei Telegram

  • Jan Knötzsch
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Attila Hildmann wittert erneut eine Verschwörung und verbreitet wirre Thesen über Telegram-Kanal. Ist der Corona-Hetzer mit Holocaust-Aussage zu weit gegangen?

Berlin – Dass Attila Hildmann vieles anders sieht als normal denkende Menschen, ist hinlänglich bekannt. Der 39-Jährige war einst „nur“ ein erfolgreicher Vegan-Koch, inzwischen gibt es viele andere Bezeichnungen, die er auf sich vereint: Ob Corona-Leugner, Lockdown-Gegner, Verschwörungstheoretiker – der Berliner geizt in seinen neuen Rollen nicht mit wirren Thesen zu tagesaktuellen Themen und vergreift sich regelmäßig im Ton.

Koch und Autor:Attila Hildmann
Geboren:22. April 1981 (Alter: 39 Jahre) in Berlin
Größe:1,77 Meter
Eltern:Ursel Hildmann
Ausbildung:Freie Universität Berlin

Zumeist redet er auf seinem Telegram-Kanal von der Corona-Lüge. Bei seinen neuesten Äußerungen könnte er zu weit gegangen sein: Ist der Vegan-Koch etwa auch ein Juden-Feind und Antisemit?

Attila Hildmann: Telegram-Nachrichten mit Hetze gegen Juden

Auf Telegram jedenfalls hetzt der 39-Jährige, der gerne eine eigene Partei gründen will, ziemlich unverblümt – ein User hat den neusten Post des Berliners auf Twitter geteilt. Die Zeilen, die dort zu lesen sind, schockieren: „Die Juden sind die Täter! Ihr Holocaust ist eine Lüge, mit der sie sich in die Opferrolle seit 1945 begeben und dem Deutschen die ewige Schuld zuschieben!“, schreibt Hildmann, der auch schon Wissenschaftlerinnen beleidigte, in seiner Telegram-Botschaft, die mit dem Titel „Kritik fürs Regime“ überschrieben ist.

Attila Hildmann hetzt erneut auf Telegram. (24hamburg.de-Montage)

Doch das ist dem 39-Jährigen, der ein RTL-Kamerateam attackierte, offenbar noch nicht genug. In einer Antwort auf den Tweet, in der ein Bild von Hildmanns Telegram-Posting zu sehen ist, verweist ein User auf offenbar weitere Äußerungen des Corona-Leugners und Vegan-Kochs. „Der Holocaust ist eine fast so große Lüge wie die Korona-Pandemie! Beides erlogen vom Juden!“, heißt es wörtlich in einem Screenshot einer weiteren Hildmann-Nachricht.

In Deutschland sowie in 18 weiteren europäischen Ländern ist Holocaustleugnung illegal. Bei uns findet sich das in den Paragrafen 130, 189 und 195 des Strafgesetzbuches. Allerdings kann es hier nur auf Antrag die Straftat verfolgt werden. [Anm. der Redaktion: Dies stellt keine Rechtsberatung dar.]

Attila Hildmann: Koch und Verschwörungstheoretiker spricht von Virusmärchen Korona

Ein weiterer Twitter-Nutzer wiederum antwortet auf diesen Zeilen von Attila Hildmann, in dem er seiner Antwort noch eine zusätzliche weitere Äußerung des Verschwörungstheoretikers anheftet. In diesen Zeilen Hildmanns heißt es ohne Punkt und Komma in Großbuchstaben wörtlich: „Jeder im Widerstand der nicht an das Virusmärchen Korona glaubt aber die Lüge vom Holocaust schluckt ist nicht richtig wach.“

Weiter heißt es: „Der Holocaust ist eine epochale Lüge, die den Deutschen seit 76 Jahren daran hindert aufzuwachen.“ Logisch, dass noch so vielen verbalen Entgleisungen auf Twitter unter dem Post, der die erwähnte erste Telegram-Nachricht Hildmanns zeigt, eine rege Diskussion einsetzt. Diverse User betiteln die Äußerungen des Kochs als Antisemitismus, Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung. Für einen Grünen-Politiker übrigens forderte Attila Hildmann in der Vergangenheit sogar die Todesstrafe.

Attila Hildmann: Twitter-User sprechen von Anzeige – greifen Behörden ein?

Einer der Twitter-Nutzer erklärt: „Anzeige ist raus“, ein anderer kommentiert: „Ich werde feiern, wenn sie dich am Ende verhaften. Du verdienst mehr als nur Handschellen.“ Attila Hildmann, der selbst kundtat, er würde gerne mit Moderator Jan Böhmermann Drogen konsumieren und in den Boxring steigen, muss sich wohl zeitnah mit den Strafverfolgungsbehörden auseinandersetzen. Muss der Koch, der sich unlängst einen verbalen Schlagabtausch mit Sänger Smudo leistete, gar in den Knast? Das wird letztlich die Justiz entscheiden müssen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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