Extremist auf der Flucht

Attila Hildmann entwischt Polizei: Warnte ihn ein Maulwurf?

  • Fabian Raddatz
    VonFabian Raddatz
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Noch bevor die Einsatzkräfte ihn fassen konnten, floh der Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann in die Türkei. Warnte ihn ein Maulwurf der Justizbehörden?

Berlin – Im Februar dieses Jahres wird ein Haftbefehl gegen den veganen Koch und Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann erlassen – wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung in zahlreichen Fällen. Hildmann macht sich darüber auf seinem Telegram-Kanal lustig – aus der Türkei, wo der Extremist noch heute vermutet wird.

Person des öffentlichen Lebens:Attila Hildmann
Geboren:22. April 1981 (Alter 39 Jahre), Berlin
Größe:1,77 Meter
Ausbildung:Physik-Studium, Freie Universität Berlin

Das Unfassbare: Hildmann setzte den Post ab, noch bevor die zuständige Staatsanwaltschaft von dem Haftbefehl wusste – ganz frisch, nur wenige Stunden nach der Beantragung! Offenbar warnte ihn ein Insider. Das legen jetzt Recherchen von „Süddeutscher Zeitung“ und WDR nahe. Seitdem suchen die Behörden den Maulwurf in ihren eigenen Reihen.

Maulwurf warnt Hildmann: So soll es abgelaufen sein

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen „Unbekannt“. Der Vorwurf: „Verrat von Dienstgeheimnissen“. Mittlerweile wurde der Ablauf rekonstruiert.

Wer warnte Attila Hildmann? Die Justizbehörden suchen nach einem Maulwurf in den eigenen Reihen. (24hamburg.de-Montage)

So soll es sich laut den Behörden zugetragen haben: Anfang des Jahres beantragt die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Berlin-Tiergarten einen Haftbefehl gegen Hildmann. Die zuständige Richterin trifft erst am Freitag, 19. Februar, ihre Entscheidung. Nachmittags, kurz vor Feierabend.

Hildmann: Maulwurf ist ein Polizist

Über die Entscheidung soll die Staatsanwaltschaft erst am darauffolgenden Montag, 22. Februar, informiert worden sein. Da grüßte Attila Hildmann bereits längst aus der Türkei: Er postete in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf seinem Telegram-Kanal. „Uns wurde heute sicher bestätigt, dass für Attila Hildmann ein Haftbefehl wegen des Aussprechens der Wahrheit vorliegt“, heißt es da. Er müsse nun „dringend untertauchen“.

Wie konnte Hildmann so früh von dem Haftbefehl gegen ihn erfahren? Nur wenige Menschen konnten zu dem Zeitpunkt davon gewusst haben, ist sich die Staatsanwaltschaft sicher: Da gab es zum einen die Haftrichterin, ihre Mitarbeiter, die Sekretärin und auch einen Sicherheitsmann, der für den Transport der Akte verantwortlich war.

Hildmann selbst behauptet, jemand von der Polizei hätte ihm das mit dem Haftbefehl verraten. Er wird noch immer in der Türkei vermutet. Da er einen deutschen sowie einen türkischen Pass besitzt, werden ihn die türkischen Behörden wohl nicht ausliefern, so die Ermittler. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa & pixabay

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