Anhänger tragen Halsbänder

Attila Hildmann auf Coronavirus-Demo festgenommen: „Merkel-Sklaven“ randalieren

  • Johanna Ristau
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Attila Hildmann (38) ist auf dem „Schweigemarsch“ gegen Coronavirus-Maßnahmen in Berlin am 10. Oktober 2020 festgenommen worden. Seine Anhänger randalieren.

  • Attila Hildmann* kommt mit Megafon zum „Schweigemarsch“.
  • Die Coronavirus*-Demo ist ein Ableger der „Querdenker“-Demo von August 2020.
  • Attila Hildmann wird samt Husky-DameAkira“ festgenommen.

BerlinAtilla Hildmann und Schweigen? Das passt so gar nicht zusammen. Der selbst ernannte „ultrarechte Verschwörungs-Prediger“ treibt es bei der Anti-Corona-Maßnahmen-Demo (mal wieder) auf die Spitze. Zum „Schweigemarsch gegen Rassismus und für unsere Menschenrechte“ kommt er mit Husky und Megafon. Eine Kampfansage?

Autor:Attila Hildmann
Geboren:22. April 1981 (Alter 39 Jahre), Berlin
Größe: 1,77 m
Eltern: Ursel Hildmann
Ausbildung:Freie Universität Berlin

Der Veranstalter des „Querdenker“-Ablegers „Schweigemarsch“ hatte zudem darum gebeten, ohne Symbolik wie Schilder oder Fahnen zur Demo zu erscheinen. Ein Vorhaben, das Attila Hildmann offenbar so nicht akzeptieren kann. Er nimmt prompt sein Megafon mit und seine Anhänger tragen mit Parolen betextete Gewänder und sogenannte „Sklavenketten“.

Attila Hildmann: Festnahme bei der Corona-Skeptiker-Demo in Berlin (24hamburg.de-Montage)

Attila Hildmann verteidigt seine Anhänger auf Coronavirus-Demo „Schweigemarsch“ in Berlin

Aus orangenem Baumarkt-Band haben die Demonstranten um Attila Hildmann sich Halsbänder mit Leinen gebastelt und sich diese umgebunden, um zu demonstrieren, dass sie sich wie „Merkel-Sklaven“ fühlen. Als ein Ordner der Demo die Hildmann-Bagage auffordert, bitte die „Symbolik“ abzulegen – ansonsten müsse er sie der Demo verweisen – wird Attila fuchsig: „So sieht die Zukunft von Deutschland aus!“, beteuert er und zeigt auf die in Ketten gelegten Demonstranten. Plötzlich ruft einer davon rein: „Wir sind Merkel-Sklaven!“

Doch der Ordner lässt nicht locker, weist die Truppe immer wieder auf die Vorgaben hin, keine Symbolik zu verwenden. Attila will seine „Chefin“ sprechen und nicht glauben, dass er die „Verantwortung“ dafür trage. Doch letztendlich gibt er klein bei und verzieht sich mit den gekränkten Worten: „Und für so eine Veranstaltung habe ich Werbung gemacht! Was glaubst du, wie viele Leute hier von mir sind?“

Attila Hildmann: Festnahme beim „Schweigemarsch“ in Berlin – Coronavirus-Demo endet bei Polizei

In einem anderen Twitter-Video kommt Attila Hildmann, der auch Michael Wendler gerade eine Gehirnwäsche verpasst hat, nicht so glimpflich davon. Es zeigt mehrere Polizeibeamte, die mit sitzenden Demonstranten über deren fehlenden Mund-Nasen-Schutz diskutieren. Attila Hildmann nimmt die Truppe in Schutz: „Ob da jetzt so ein Seidenschal hilft oder eine Maske. Das soll doch nur vor Viren oder Bakterien schützen.“ Hildmann selbst trägt übrigens ganz vorbildlich eine Maske.

Plötzlich kommt ein Riesen-Polizeitrupp auf Hildmann und seine Husky-DameAkira“ zu und nimmt ihn fest. Seine Anhänger mischen sich ein, versuchen, die Beamten von Attila Hildmann zu trennen und brüllen in Richtung Polizei: „Abstand halten!“ Ein Mann grölt immer wieder: „Was soll das? Was soll das? Was soll das?“ Ein anderer bringt seinen Unmut mit dem Ausruf „Ohne Grund – der hat doch ´ne Maske an!“ zum Ausdruck.

Attila Hildmann auf Anti-Coronavirus-Demo in Berlin festgenommen: Anhänger attackieren Polizei und rufen seinen Namen

Die Anhänger rennen dem Polizeitrupp und ihrem großen Idol bis zum Einsatzfahrzeug der Beamten hinterher und grölen nur noch „Attila, Attila, Attila…“. Eine Frau versucht, Hildmann von den Polizisten zu befreien, doch scheitert und wird selbst mitgenommen. Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, werden neben Hildmann noch vier seiner Mitstreiter vorläufig festgenommen.

Die restlichen Demonstranten protestieren noch bis zum Abend auf dem Alexanderplatz. Attila Hildmann eckt nicht zum ersten Mal auf einer Demo an. Bereits Ende August 2020 wird er festgenommen, weil er versucht, eine Absperrung an der Reichstagswiese zu überwinden, um dort eine nicht angemeldete Kundgebung zu halten.

Schweigemarsch in Berlin verlief größtenteils friedlich – bis auf Attila Hildmann und wenige Ausnahmen

Zur Demo am Samstag, 10. Oktober 2020, waren 20.000 Teilnehmer angemeldet. Ziel sollte am Nachmittag der Große Stern sein. Als die Demonstranten den Kurfürstendamm entlang marschierten, hielten sie sich größtenteils an die Abstandsregelungen und trugen Masken. Zunächst kam es auch zu keinen politischen Bekundungen. Erst später nahm die Polizei eine kleinere Gruppe wegen Verstößen gegen die Coronavirus-Regeln fest.

Der Veranstalter hatte mit den Worten „Wir sind ein bunter Mix verschiedener Menschen, welche fernab von allen politischen Ausrichtungen, Ethnien und Einkommensverhältnissen, mit der Politisierung des Coronavirus und der daraus erfolgten Einschränkung unserer Menschenrechte nicht einverstanden sind.“

Demo Berlin: „Schweigemarsch“-Veranstalter haben genug von „permanenten Angstkampagnen“ der Regierung

Der Schweigemarsch richtete sich gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vonseiten der Bundesregierung. Den Veranstaltern reiche es mit „permanenten Angstkampagnen“. Sie wollen „dass die Pandemie von nationaler Tragweite beendet wird – ohne Impfstoff“. In seiner Telegram-Gruppe hatte Attila Hildmann zuletzt immer wieder darauf hingewiesen, dass der kommende Impfstoff Patienten Corona-positiv mache. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.  

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa & Kay Nietfeld/dpa

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