Coronaleugner werden gewalttätig

Attila Hildmanns Covidioten lacken über Brandanschlag auf RKI

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Attila Hildmann findet Brutalo-Wochenende lustig: Brandanschlag auf das Robert-Koch-Institut, Busfahrerin verprügelt und Morddrohung gegen Journalisten.

Berlin – Am Wochenende sind die Proteste gegen die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus-Sars-CoV-2 eskaliert. Radikale Gegner der Hygieneregeln haben gewalttätige Botschaften verschickt. Auf das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin wurde ein Brandanschlag verübt. In Gelsenkirchen bekam eine Busfahrerin Prügel, weil sie auf die Maskenpflicht pochte. Und in Minden baumelte eine Schaufensterpuppe mit der Aufschrift „Covid-Presse“ von einem Strick. Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann* findet das alles recht amüsant.

Autor:Attila Hildmann
Geboren:22. April 1981 (Alter 39 Jahre), Berlin
Größe:1,77 m
Eltern:Ursel Hildmann
Ausbildung:Freie Universität Berlin

Attila Hildmann lacht über Brandanschlag auf Robert Koch-Institut

Auf seinem Telegram-Kanal* ruft Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann immer wieder zur Gewalt auf. Kommt es dann einmal zu einer Tat, freut er sich darüber ganz unverhohlen. So zum Beispiel am Samstag und Sonntag, 8. und 9. August 2020. In mehreren deutschen Städten gab es Bombendrohungen gegen Gesundheitsämter. Noch bevor irgendwelche Hintergründe aufgedeckt waren, war für Attila Hildmann schon klar, dass „Bombendrohungen erst der Anfang des Widerstandes“ seien*.

Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann macht sich in seinem Telegram-Kanal über den Brandanschlag auf das Robert Koch-Institut lsutig. (24hamburg.de-Montage)

Jetzt wird auch klar, was er damit gemeint haben könnte. Am vergangenen Wochenende, 24. und 25. Oktober 2020, kam es gleich zu mehreren gewalttätigen Übergriffen von Coronavirus-Leugnern und Gegnern der aktuellen Hygienemaßnahmen. Und Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann ist sich keiner Schuld bewusst und lacht über die Vorfälle.

Coronavirus-Leugner attackieren Busfahrerin und senden Morddrohung an Journalisten

Der wohl prominenteste Fall ist der Brandanschlag auf ein Gebäude des Robert-Koch-Instituts. In der Nacht vom Samstag, 24. Oktober 2020, schmissen gegen 2:40 Uhr Unbekannte Brandsätze. Eine Scheibe ging zu Bruch. Die Flammen konnten schnell gelöscht werden*, wie merkur.de* berichtet. Die Polizei teilte dazu mit: „Da eine politische Motivation bei der versuchten Brandstiftung geprüft wird, hat der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die weiteren Ermittlungen übernommen.“

Derweil kam es in Minden zu einer Botschaft gegen Journalisten. Unbekannte ließen eine Schaufensterpuppe an einem Strick baumeln. Um den Hals trug sie ein Schild mit der Aufschrift „Covid Presse“. Benjamin Piel, der Chefredakteur des „Mindener Tageblatts“, der mit dieser Aktion auch gemeint gewesen sein könnte, kommentierte die Tat so: „Wenn aus Kritik an Journalisten Hinrichtungsphantasien werden, ist das verabscheuenswert. In Minden war es heute Nacht so weit – eine erhängte Schaufensterpuppe baumelte an einer Brücke über die Weser.“

In Gelsenkirchen wurden Gegner der Maßnahmen gar handgreiflich. Am Freitag, 23. Oktober 2020, stieg dort ein Pärchen im Alter von 44 und 45 Jahren ohne Maske in einen Bus. Als die Fahrerin sie darauf aufmerksam machte, schlugen die beiden auf die Busfahrerin ein und verletzten sie leicht. Die Täter konnten im Rahmen einer Fahndung schnell gefunden werden, wie die Polizei Gelsenkirchen berichtet.

Attila Hildmann glaubt an Inszenierung: Keine Distanzierung von Gewalt

Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann kommt bei solchen Vorfällen nur auf eine Idee: „Inszeniert wie der Reichstagssturm“, schreibt er über den RKI-Brandanschlag und postet auf seinem Telegram-Kanal drei lachende Emojis daneben. Und weiter: „Anschlag zu 99%iger Wahrscheinlichkeit inszeniert.“ Auch auf die erhängte Journalisten-Puppe reagiert Hildmann nur mit lachenden Emojis. Eine Distanzierung zur Gewalt findet sich in seinem Telegram-Kanal nicht.

Wirklich verwundern kann es keinen mehr. Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann ist für seine Gewaltfantasien, wüsten Beschimpfungen und Drohungen bekannt. Jetzt haben Menschen, die mutmaßlich auf der gleichen politischen Seite wie Attila Hildmann stehen, diese leeren Drohungen wahr werden lassen. Dabei lesen immer weniger Fans in seinem Telegram-Kanal wirklich mit*. *24hamburg.de und merkur.de Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa & Christophe Gateau/dpa

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