Steuerfahndung ermittelt auf Hochtouren

Abou-Chaker-Boss wütend über Razzia: Presse und Polizei „provozieren“ Clan-Chef Arafat

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  • Christian Domke Seidel
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  • Laura-Marie Löwen
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  • Yannick Hanke
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Groß-Razzia in den Häusern des Clan-Chefs Arafat Abou-Chaker und Deutschrapper Bushido. Rund 300 Polizei-Beamte sind im Einsatz. Vermutet werden von den Ermittlern „Steuerstraftaten innerhalb der Rapszene“. Arafat Abou-Chaker hat sich mittlerweile zum Einsatz geäußert.

  • Gerichtsprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker ausgesetzt.
  • Groß-Razzia: Polizei untersucht Villen von Arafat und Deutschrapper Bushido.
  • Abou-Chaker-Boss Arafat regt sich über Polizeieinsatz auf.

Update vom Donnerstag, 24. September 2020, 10:25 Uhr: BerlinClan-Chef Arafat Abou-Chaker hat sich via Instagram zu der groß angelegten Razzia geäußert, die am Dienstag, 22. September 2020, unter anderem in seiner Villa durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 18 Objekte von rund 300 Beamten der Polizei durchsucht, darunter auch die Räumlichkeiten von Bushido. Auch über den Deutschrapper verliert Arafat ein paar Worte.

Rapper:Bushido
Geboren:28. September 1978 (Alter 41 Jahre), Bonn
Ehepartnerin:Anna-Maria Ferchichi (verh. 20212)
Kinder:Djibrail Ferchichi, Issa Ferchichi, Laila Ferchichi, Aaliyah Ferchichi
Filme:Zeiten ändern dich

Abou-Chaker-Prozess: Razzia erzürnt Clan-Chef Arafat – Kritik an Polizei, Presse und Deutschrapper Bushido

„In Deutschland gilt die Unschuldsvermutung – nur leider nicht für uns. Aus den Aussagen einer einzigen Person werden Beschlüsse gemacht, ohne dass ein Gericht einen verurteilt hat. Ist das normal in einem Rechtsstaat? Die Polizei rückt mit hunderten Beamten an und bringt die Presse morgens sogar gleich mit, damit man richtig schön provoziert wird. Dir werden Kameras ins Gesicht gehalten, in der Hoffnung, dass du sie wegschlägst, damit du morgen wieder als aggressiv bezeichnet werden kannst. Selbst auf einer Beerdigung haben Presse, Reporter und andere keinen Respekt vor der Verstorbenen“, heißt es zunächst einmal von Arafat.

Clan-Chef Arafat Abou-Chaker äußert sich via Instagram zu der Groß-Razzia in seiner Villa vom Dienstag, 22. September 2020. (24hamburg.de-Montage)

Dem fügt der Clan-Chef Folgendes an: „Neben der Presse bringt die Polizei auch noch ohne einen Beschluss Bushidos Anwalt mit auf mein Grundstück, damit er sich in Ruhe alles mit anschauen kann? Nur weil man als „Clan“ bezeichnet wird und in diese Schublade gepackt wird, soll alles in Ordnung und erlaubt sein? Und was wird aus den ganzen Durchsuchungen und Ermittlungen? Sie suchen und suchen, aber finden am Ende nichts, weil es nichts gibt. Wenn ihr denkt, dass es nur heute bei mir so ist, dann irrt ihr euch. Ihr seid morgen die nächsten. Die Frage ist, wer macht hier was er will“. Übrigens: Bushido wird vorgeworfen, vor Gericht zu lügen*.

Abou-Chaker-Prozess: Groß-Razzia mit 300 Polizisten in Villen von Clan-Chef Arafat Abou-Chaker und Deutschrapper Bushido

Update vom Dienstag, 22. September 2020, 11:30 Uhr: Berlin/Brandenburg – Nach Informationen des „Spiegels“ wird seit Dienstag, 22. September 2020, eine groß angelegte Razzia in den Berliner Räumlichkeiten von Clan-Chef Arafat Abou-Chaker sowie von Deutschrapper Bushido durchgeführt. Seit 6:00 Uhr morgens seien rund 300 Einsatzkräfte vor Ort gewesen, insgesamt 18 Objekte wurden untersucht.

Grund für die Durchsuchungen sollen Delikte sein, die teilweise mehrere Jahre zurückliegen. Haftbefehle wurden nicht ausgestellt, es wurden unter anderem die Villen von Deutschrapper Bushido und Clan-Chef Arafat Abou-Chaker durchsucht. Wie die „Bild“ berichtet, waren auch ein Bürokomplex Arafats in der Puderstraße (Treptow-Köpernick) und eine Anwaltskanzlei an der Meinekestraße (Charlottenburg) Teil der Razzia. Übrigens: Zu dieser hat Rapper Fler eine ganz spezielle Meinung*.

Sind Teil einer Groß-Razzia: Rund 300 Einsatzkräfte durchsuchen am Dienstag, 22. September 2020, die Berliner Räumlichkeiten von Clan-Chef Arafat Abou-Chaker und Deutschrapper Bushido. (24hamburg.de-Montage)

Darüber hinaus sei es auch zu Durchsuchungen bei einem Notar in Charlottenburg, einer Baufirma sowie bei Rommel Abou-Chaker, dem Bruder Arafats, gekommen. Die „Bild“ verweist darauf, dass die Ermittlungen von der Steuerfahndung geleitet werden. Diese soll mit zehn bis 15 Beamten im Einsatz sein, Akten sowie Computer wurden sichergestellt.

Abou-Chaker-Razzia: „Steuerstraftaten innerhalb der Rapszene“ vermutet

Nach Angaben eines Polizeisprechers kam es zu keinen Zwischenfällen: „Das verlief bislang alles unproblematisch“. Via Twitter teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass auch Objekte in der Schweiz untersucht werden. Demnach geht es bei der Razzia um den Verdacht „von Steuerstraftaten in erheblichem Zusammenhang mit Managementleistungen innerhalb der Rapszene“.

Auch Norbert Cioma, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin, hat sich zu dem Einsatz geäußert: „Clans wie die Abou-Chakers haben in den letzten Jahren viel illegales Geld in den legalen Kreislauf gespeist, mit Drogengeschäften, Schutzgelderpressung und anderen kriminellen Einnahmequellen Immobilien und andere Luxusgüter finanziert. In unserem Geldwäscheparadies werden jährlich mehr als 100 Milliarden Euro gewaschen“.

Doch damit nicht genug. „Um dem endlich einen Riegel vorzuschieben, brauchen wir eine personelle und technische Aufstockung bei den zuständigen Behörden sowie die vollständige Umkehr der Beweislast bei der Vermögensabschöpfung“, fügt Cioma an. Es steht die Frage im Raum, ob die Razzia im Zusammenhang mit den Aussagen Bushidos gegen den Clan-Chef im laufenden Gerichtsprozess vor dem Berliner Landgericht steht.

Arafat Abou-Chaker: 200 Polizisten überwachen Beerdigung von Clan-Mutter

Update vom Samstag, 19. September 2020, 16:39 Uhr: Berlin – Rund 200 Polizisten mussten am Freitag, 18. September 2020, die Beerdigung der Mutter des Berliner Clanchefs Arafat Abou-Chaker überwachen, wie die Berliner Zeitung berichtet. Zwischen 500 und 700 Trauergäste erwiesen ihr die letzte Ehre. Die Veranstaltung blieb friedlich, wie auch Polizeisprecherin Anja Dierschke mitteilte: „Da die Veranstaltung unter freiem Himmel stattgefunden hat, waren die Auflagen jetzt nicht allzu streng. Und eigentlich haben sich alle bemüht, sich an den Infektionsschutz zu halten.“

Die Mutter von Clanchef Arafat Abou-Chaker ist am Dienstag, 15. September 2020, am Coronavirus-Sars-CoV-2* gestorben. Der Prozess gegen ihn musste daraufhin unterbrochen werden. Am Mittwoch, 30. September 2020, soll er fortgesetzt werden. Arafat Abou-Chaker hatte vor der Trauerfeier auf Instagram um einen gesitteten Ablauf gebeten, berichtet RTL. So soll er auf Instagram gepostet haben: „Es wird viel Polizei vor Ort sein. Aus Respekt vor der Verstorbenen bitten wir euch um einen respektvollen Umgang miteinander.“

200 Polizisten waren bei der Beerdigung der Mutter von Clanchef Arafat Abou-Chaker in Berlin im Einsatz.

Abou-Chaker-Prozess: Beerdigung der Clan-Mutter nach Coronavirus-Infektion – Berliner Polizei im Einsatz

Update vom Donnerstag, 17. September 2020, 09:45 Uhr: Berlin-Schöneberg  Die am Coronavirus-Sars-Cov-2 verstorbene Mutter von Clan-Chef Arafat Abou-Chaker soll am Freitag, 18. September 2020, im Berliner Ortsteil Schöneberg beerdigt werden. Die Polizisten der Hauptstadt bereiten sich auf die Beisetzung vor und sollen diese laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums sogar begleiten. Es könnte ein enormes Menschenaufkommen drohen.

Arafat Abou-Chaker: Clan-Mutter wird am 18. September 2020 beerdigt – Berliner Polizei begleitet Beisetzung

Laut Informationen des „Tagesspiegels“ fand bereits am Mittwoch, 16. September 2020, eine kleine Trauerfeier mit 100 Teilnehmern in Berlin-Neukölln statt. Auch diese wurde von der Berliner Polizei begleitet. Es wurde verstärkt darauf geachtet, ob die Gäste die Hygienregeln einhalten, die das Coronavirus-Sars-CoV-2 unumgänglich macht.

Clan-Chef Arafat Abou-Chaker muss seine verstorbene Mutter am Freitag, 18. September 2020, in Berlin-Schöneberg beerdigen. Die Berliner Polizei rechnet mit einem großen Menschenandrang. (24hamburg.de-Montage)

Die Mutter von Clan-Chef Arafat Abou-Chaker, der sich derzeit vor dem Landgericht Berlin verantworten muss, wurde 1951 im Libanon geboren. Die meisten ihrer neun Kinder kamen in der Hauptstadt zur Welt, neben Arafat stehen auch drei seiner Brüder vor Gericht. Ihnen wird unter anderem räuberische Erpressung, Körperverletzung und Untreue zur Last gelegt. Aktuell ist der Gerichtsprozess jedoch unterbrochen, der nunmehr neunte Verhandlungstag soll planmäßig am Mittwoch, 30. September 2020, stattfinden.

Arafat Abou-Chaker trauert um tote Mutter – Coronavirus-Folgen für Gerichtsprozess?

Update vom Mittwoch, 16. September 2020, 10:10 Uhr: Berlin – Drama in der Familie von Clan-Chef Arafat Abou-Chaker. Der 44-jährige Deutsch-Libanese hat den Verlust seiner Mutter zu beklagen. Diese ist am Dienstag, 15. September 2020, ihrer Coronavirus-Sars-CoV-2 erlegen. Der Gerichtsprozess gegen das Abou-Chaker-Oberhaupt pausiert deswegen bis Mittwoch, 30. September 2020.

Bereits am Montag, 14. September 2020, wurde vonseiten des Berliner Landgerichts kommuniziert, dass es „überschlagende Ereignisse“ gibt, „die es untunlich machen, die Hauptverhandlung fortzusetzen“. Konkret war damit die Coronavirus-Sars-CoV-2-Erkrankung der Mutter von Arafat Abou-Chaker gemeint. Wie der Angeklagte in seiner Instagram-Story von Dienstag, 15. September 2020, mitteilte, ist seine Mutter nun verstorben.

Muss Deutschrapper Bushido in Quarantäne? Er könnte sich im Rahmen des Gerichtzsprozesses gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker mit dem Coronavirus infiziert haben. (24hamburg.de-Montage)

Ihr Tod soll keinen unmittelbaren Einfluss auf den laufenden Gerichtsprozess haben, der vorsorglich bis zum 30. September 2020 unterbrochen ist. Jedoch stellt sich die Frage, ob Arafat Abou-Chaker und eventuell auch Deutschrapper Bushido, der als Nebenkläger auftritt, einen Coronavirus-Sars-CoV-2-Test machen und sich in Quarantäne begeben müssen. Darüber ist bis dato nichts bekannt.

Bushido: Weitere Zeugenaussage wird verschoben – Gerichtsprozess gegen Clan-Chef vorerst unterbrochen

Update vom Dienstag, 15. September 2020, 12:00 Uhr: Berlin Der Gerichtsprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker wird bis Mittwoch, 30. September 2020, ausgesetzt. Dies wurde am Montag, 14. September 2020, kommuniziert. Der Grund hierfür: „Es gibt sich überschlagende Ereignisse, die es untunlich machen, die Hauptverhandlung fortzusetzen“, hieß es von Justiz-Sprecherin Lisa Jani. Konkret gemeint ist hiermit eine Erkrankung der Mutter vom Abou-Chaker-Boss. Ihr gehe es „sehr schlecht“.

Laut Informationen der „BZ“ soll die Mutter von Arafat-Abou-Chaker bereits seit mehreren Wochen mit einer Coronavirus-Sars-CoV-2*-Diagnose im Krankenhaus liegen. Der nunmehr achte Verhandlungstag am Montag, 14. September 2020, dauert nur sechs Minuten, eine weitere Zeugenaussage von Deutschrapper Bushido wurde verschoben. Im Berliner Landgericht wurde nur kurz über die Biografie des 41-jährigen Musikers gesprochen.

Die Aussage von Deutschrapper Bushido im Gerichtsprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker muss vorerst warten, denn: die Clan-Mutter liegt im Krankenhaus. (24hamburg.de-Montage)

Die Verteidigung soll beantragt haben, dass ein Wikipedia-Eintrag über die Biografie des Berliners verlesen wird. Denn dadurch würde hervorgehen, dass Bushido seine 2008 erschienene Biografie für eine Hörspielfassung selbst eingesprochen habe. Der Knackpunkt: an den vorherigen Verhandlungstagen hatte der Deutschrapper immer wieder betont, besagtes Buch nicht gelesen zu haben, da es von einem Ghostwriter, dem Journalisten Lars Amend, geschrieben worden sei.

Sollte sich letztendlich bewahrheiten, dass Bushido seine Biografie für das entsprechende Hörspiel selbst eingelesen hat, wie es aus dem Wikipedia-Eintrag hervorgeht, könnte das einen faden Beigeschmack für Bushidos Glaubwürdigkeit haben. Licht ins Dunkle kann aber frühestens am Mittwoch, 30. September 2020, gebracht werden. An diesem Datum soll der Gerichtsprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker planmäßig fortgesetzt werden.

Bushido: Deutschrapper hat Clan-Chef Arafat Abou-Chaker als „Vaterfigur“ betrachtet

Update vom Mittwoch, 9. September 2020, 17:00 Uhr: Berlin – Deutschrapper Bushido musste am Mittwoch, 9. September 2020 erneut gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker aussagen. Im nunmehr siebten Prozesstag gegen den Deutsch-Libanesen und seine drei Brüder Rommel, Yasser und Nasser wartete der Berliner Musiker mit pikanten Informationen über das Verhältnis zu Familienoberhaupt Arafat auf.

„Das ist wie bei einer Zwangsheirat“, hieß es zunächst einmal von Bushido. Damit bezog sich der 41-Jährige auf Gelder in Millionenhöhe, die der Deutschrapper an Arafat Abou-Chaker abtreten sollte. Nichtsdestotrotz habe Bushido versucht, sich „die Situation lebenswert zu machen. Darüber hinaus sprach er über eine angebliche Vereinbarung, die der Clan-Chef „mit sich selber“ abgeschlossen habe.

Deutschrapper Bushido packt vorm Berliner Landgericht aus. Seine einstige „Geschäftsbeziehung“ mit Clan-Chef Arafat Abou-Chaker sollte laut dem Berliner Musiker sogar über den Tod hinaus Bestand haben. (24hamburg.de-Montage)

„Arafat wollte an mir verdienen bis ans Lebensende – und darüber hinaus“, sagte Bushido. Sowohl über seinen als auch über den Tod von Abou-Chaker sollte die angebliche Beteiligung über 30 Prozent der Einnahmen gelten. Generell stand die einstige Geschäftsbeziehung zwischen Bushido und Arafat im Mittelpunkt der Anhörung am Mittwoch, 9. September 2020. Warum der Musiker sich überhaupt auf Arafat eingelassen hat, wollte der Vorsitzende Richter wissen. Die knappe Antwort des Berliners: Weil es zu seinem Gangster-Image gepasst habe.

Doch sei der Clan-Chef für Bushido auch eine Art Vaterfigur gewesen, gab der Deutschrapper zum Besten. Daraufhin wollten die Anwälte Arafats wissen, ob der Ruf ihres Mandanten Bushido letztendlich nicht auch gepusht hätte. „Sie versuchen zu deuten, als würde ich 15 Jahre lang Arafat verfluchen“, entgegnete dieser. „Es gab Höhen und Tiefen mit Arafat“. Doch war es dem Berliner auch wichtig zu betonen, dass der Ruf, aber auch die Kontakte von Arafat ihn erst 2006 in der Öffentlichkeit bekannt gemacht haben.

Im weiteren Verlauf zeigte sich Bushido auch noch von seiner emotionalen Seite. „Ich hatte keine Freunde mehr“, sagte der Deutschrapper. Zu Zeiten, als der Musiker noch beim Independent-Label Aggro Berlin unter Vertrag gestanden hatte, sei Arafat Abou-Chaker im Grunde seine einzige Bezugsperson gewesen. „Können Sie sich vorstellen, wie es ist, wenn man ein Gegenstand ist?“, fragte Bushido den Richter.

Bushido gesteht: „Ja, ich habe meine Frau geschlagen“ – Deutschrapper packt aus

Die Geschäftsbeziehung zu Arafat sei unfreiwillig gewesen, zu dieser Aussage stehe Bushido nach wie vor. „Ich habe mit niemandem über die Zusammenarbeit geredet“. Und: „Ich habe mich bis in den Tod dafür geschämt“. Weitaus zäher und anstrengender sollte sich der weitere Verlauf des Verhandlungstages gestalten. Zuhauf wurde Bushido auf seine Biografie angesprochen. Gewalt, die der Deutschrapper angewendet haben soll, stand hierbei im Mittelpunkt. Das Buch sei jedoch zum Teil Fiktion, betonte Bushido.

Auch über Bushidos Ehe wurde gesprochen. Es ging darum, dass er vor seiner Eheschließung mit Anna-Maria Ferchichi bereits verheiratet gewesen sein soll. Die überraschende Antwort des Deutschrappers: „Zuvor gab es eine Eheschließung. Ich bin eine Scheinehe eingegangen“. Zudem gestand Bushido: „Ja, ich habe meine Frau geschlagen“. Ein Vorfall, der sich 2014 ereignet haben soll und woraufhin die Dame an seiner Seite ausgezogen sei.

Schlussendlich konnte am Mittwoch, 9. September 2020 auch geklärt werden, warum Bushido seit geraumer Zeit Polizeischutz in Anspruch nimmt. Ihm sei 2018 vom Landeskriminalamt (LKA) Berlin zu dieser Entscheidung geraten worden. Da Bushido seiner Frau nicht erneut in den Rücken fallen wollte, entschied er sich für die Hilfe der Polizei. Und damit auch für die Rettung seiner Ehe, die 2014 vor dem Aus gestanden hatte.

Bushido: Deutschrapper muss erneut gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker aussagen

Update vom Mittwoch, 9. September 2020, 06:40 Uhr: Berlin – Der Gerichtsprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker wird am Mittwoch, 9. September 2020 fortgesetzt. Es wird erneut mit einer Aussage von Deutschrapper Bushido gerechnet, der jahrelang unter den Machenschaften des Deutsch-Libanesen gelitten haben soll. Der Berliner Musiker könnte Arafat mit seinen Enthüllungen aus der einstigen Geschäftsbeziehung der beiden Alphatiere weiter kompromittieren.

Im Gerichtsprozess gegen Arafat Abou-Chaker sollen neben Bushido nun auch noch Farid Bang und Kollegah aussagen. (24hamburg.de-Montage)

Bushido: Prozess gegen Clan-Chef wird zu Deutschrap-Eklat – jetzt auch noch Farid Bang und Kollegah vor Gericht

Update vom Montag, 7. September 2020, 18:56 Uhr: Berlin – Der Prozess gegen den Clan-Chef Arafat Abou-Chaker setzte sich am Montag (7. September) im Berliner Landgericht fort. Deutschrapper Bushido sagte erneut gegen seinen ehemaligen Geschäftspartner aus. Am für ihn vierten Prozesstag sprach Bushido vor allem über viel Druck, den er von Abou-Chaker während der gemeinsamen Zusammenarbeit zu spüren bekam.

„Wie eine Zwangsheirat“ beschrieb Bushido seine Beziehung zu Arafat Abou-Chaker vor dem Landgericht. Er habe versucht, sich trotz der aus seiner Sicht unberechtigten Forderungen seines ehemaligen Partners im Musikgeschäft Abou-Chaker und „unfreiwilligen“ Zahlungen über Jahre hinweg „die Situation lebenswert zu machen“, erklärte der Deutschrapper.

Bushidos Schilderungen zufolge habe der Clan-Chef ihn schamlos ausnutzt, beispielsweise bei gemeinsamen Immobiliengeschäften. „Ich bin in erster Linie Musiker und habe nicht die Ahnung von Immobilien“, erzählte der Deutschrapper. Abou-Chaker habe stets den Ton angegeben: „Wenn er sagte, er brauche eine Vollmacht für einen Vertrag, dann habe ich das gemacht“. So habe Bushido sich vom Clan-Chef im Jahr 2010 betrogen gefühlt, als es zu einer Generalvollmacht kam, die sich allerdings nur auf ein Geschäft bezog. „Ich hatte nicht gedacht, dass ich betrogen werden könnte“.

Bushido kam am vierten Prozesstag außerdem auf das Verfahren vor dem Zivilgericht zu sprechen, in dem Abou-Chaker im Oktober 2019 eine „komische Vereinbarung“ vorlegte, die er „mit sich selber“ abgeschlossen hatte, um „lebenslang an meinen Sachen zu verdienen“. Der Deutschrapper habe aber vorher nie von diesem Vertrag gehört.

Bushido vor Gericht gegen Clan-Chef: Jetzt auch Deutschrapper Farid Bang und Kollegah als Zeugen dabei

Wie der Spiegel berichtet, sollen neben Bushido nun auch die beiden Deutschrapper Farid Bang und Kollegah gegen Arafat Abou-Chaker vor dem Berliner Landgericht aussagen. Insgesamt 36 Personen hat das Gericht in den Zeugenstand berufen, darunter der Rapper Shindy. Auch Bushidos Frau, sein Psychologe, Anwälte, Polizisten und eine Steuerberaterin stehen auf der Zeugenliste.

Bushido: Abgezockt! Clan-Chef wollte neun Millionen Euro von Deutschrapper – heftige Details vor Gericht verraten

Update vom Mittwoch, 2. September 2020, 21:19 Uhr: Bushido hat am Mittwoch, dem 2. September 2020 erneut im Gerichtsprozess gegen Clan-Chef Abou-Chaker ausgesagt. Der Deutschrapper rechnete so richtig mit dem Angeklagten ab – es ging vor allem um Geld, Verträge und Gewalt.

Bushido vor Gericht: Deutschrapper rechnet mit Clan-Chef Abou-Chaker ab – es geht um Geld

Etwa neun Millionen Euro soll Clan-Chef Arafat Abou-Chaker während der Zusammenarbeit mit Bushido von dem Deutschrapper verdient haben, das erklärte Bushido vor Gericht in Berlin. Dabei ging es vor allem um einen Managervertrag, den die beiden im Jahr 2007 gemeinsam abgeschlossen hatten. Schon ab 2004 habe Bushido 30 Prozent seiner Verdienste an den Clan-Chef abtreten müssen. Nachdem Arafat Abou-Chaker dem Deutschrapper aus einem Plattenvertrag befreit hatte, sei es zu einer mündlichen und für ihn unfreiwilligen Abmachung gekommen.

Showdown vor Gericht: Bushido rechnet mit Clan-Chef ab. (24hamburg-Monatage)

Damit nicht genug: Bushido erzählte außerdem, dass Abou-Chaker sich von 2004 bis 2006 wenig um die Musikgeschäfte geschert hätte. Finanziell auf seine Musik-Einnahmen angewiesen, sei der der Deutschrapper seinen „Zahlungsverpflichtungen nachgekommen“. Der Clan-Chef hätte ihm sogar mit Gewalt gedroht, wenn das Geld nicht rechtzeitig da war: „Mit den Fingerknöcheln haute er mir auf die Brust, ob man mir mal die Fresse polieren müsse, ich hätte ihn warten lassen“.

Hintergrund der Anklage ist, dass der Clan-Chef offenbar Straftaten wie Erpressung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Beleidigungen beging, nachdem Bushido die geschäftlichen Beziehungen mit ihm beendet hatte. Abou-Chaker fordete als Reaktion auf diese Kündigung Zahlungen in Millionenhöhe sowie eine 15-jährige Beteiligung an seinen Musikgeschäften. Die Befragung von Bushido geht am 7. September in die nächste Runde.

Bushido: Aggro Berlin will Deutschrapper verklagen – drohte Abou-Chaker-Chef Labelbossen mit Gewalt?

Erstmeldung vom Dienstag, 1. September 2020, 08:15 Uhr: Deutschrapper Bushido ist elementarer Bestandteil des Gerichtsprozesses gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker*, der sich für verschiedenste Strafdelikte vor dem Berliner Landgericht verantworten muss. Der Berliner Musiker gilt als das sprichwörtliche Zünglein an der Waage und gewährt pikante Einblicke in die ehemalige Geschäftsbeziehung mit dem Deutsch-Libanesen. Zudem sieht sich der Sprechgesangskünstler mit einer Klage von seinem Ex-Label Aggro Berlin konfrontiert.

Bushido: Deutschrapper sagt gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker aus

Am Mittwoch, 26. August 2020 hatte das Warten ein Ende und Deutschrapper Bushido konnte seine Aussage im Gerichtsprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker tätigen. Nach einer mehrstündigen Verzögerung sprach der Berliner Musiker zunächst über seine musikalische Karriere, die seit rund 20 Jahren andauert. Der Sprechgesangskünstler zeigte sich nostalgisch und ließ verlauten, dass er seine ersten Kassetten in seinem Kinderzimmer in den 1990er-Jahren aufgenommen habe. Für das technische Equipment habe seine mittlerweile verstorbene Mutter gar einen Kredit aufnehmen müssen.

Deutschrapper Bushido (links) hat Stress mit Ex-Label Aggro Berlin und Clan-Chef Arafat Abou-Chaker.

Jahre später, als Bushido monatlich bis zu 1.000 Kassetten verkauft habe, soll er sich „unfassbar reich“ gefühlt haben. Sein damaliges Bestreben: „Ich wollte unbedingt dazugehören“. Diesen Status konnte sich Anis Mohamed Youssef Ferchichi, wie der gebürtige Bonner mit bürgerlichem Namen heißt, über all die Jahre erarbeiten. Und auch im Prozess gegen seinen einstigen Geschäftspartner ist der 41-Jährige mittendrin statt nur dabei.

Wie von 24hamburg.de-DeutschRap berichtet, muss sich Arafat Abou-Chaker für schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue vor der Justiz verantworten*. Bushido muss als mutmaßliches Opfer und auch als Nebenkläger gegen den 44-Jährigen aussagen. Dies wurde ihm jedoch immer wieder erschwert, diverse Anträge der Verteidigung unterbanden dies.

Deutschrapper Bushido kann Clan-Chef Arafat Abou-Chaker mit seinen Aussagen schwer belasten.

Bushido steht jedoch nicht nur seinem einstigen Geschäftspartner gegenüber, sondern hat auch Ärger mit Aggro Berlin. Das Independent-Label bestand von 2001 bis 2009 und gilt gemeinhin als die musikalische Heimat von Ferchichi, der dort eine Plattform geboten bekam, um seine musikalischen Werke zu veröffentlichen. Jedoch trennten sich Aggro Berlin und Bushido 2004 im Streit. Nun könnte nach rund 16 Jahren erneut böses Blut vergossen werden.

Bushido: Deutschrapper hat Stress mit Ex-Label Aggro Berlin – 400.000 Euro für Masterrechte?

Konkret konfrontieren die Gründer der Plattenfirma Bushido mit dem Vorwurf, vor Gericht die Unwahrheit gesagt zu haben. Wie der „Spiegel“ berichtet, haben die einstigen Aggro Berlin-Chefs Jens Ihlenfeldt („Spaiche“), Eric Remberg („Specter“) und Halil Efe den Deutschrapper über ihren Anwalt aufgefordert, zwei seiner Äußerungen nicht zu wiederholen. Zudem hat das Trio eine Unterlassungserklärung vom Musiker verlangt.

Damit kann der Bogen zu Bushidos Aussagen vom Mittwoch, 26. August 2020 gespannt werden. Denn Ferchichi präsentierte sich bestens aufgelegt und sprach von dem Stolz, den er empfunden hätte, als Aggro Berlin ihn unter Vertrag nahm. Doch kam der 41-Jährige auch auf die Trennung vom Label zu sprechen. So ließ der Hauptstädter verlauten, Efe hätte behauptet, von ihm die Masterrechte an seinem „King of Kingz“-Album gekauft zu haben. „Das war völliger Unsinn“, hieß es von Bushido im Gerichtssaal.

Er habe ihnen lediglich 1.000 Kopien verkauft, nicht jedoch sämtliche Rechte an seinem Demo-Album. Dies soll auch der Grund gewesen sein, weswegen sich Bushido 2003 dazu entschied, Aggro Berlin zu verlassen. Beide Seiten hätten ihre Anwälte eingeschaltet. Schlussendlich, so heißt es zumindest von Bushido selbst, habe das Label 400.000 Euro und die Beteiligung von sechs Prozent an seinen nächsten vier Alben verlangt.

Den Angaben des Deutschrappers wird vonseiten Aggro Berlins jedoch vehement widersprochen. Dem „Spiegel“ würde eine Abmahnung vorliegen, in der es heißt, dass die Plattenfirma „zu keinem Zeitpunkt behauptet [habe], die Masterrechte am Album ‚King of Kingz‘ erworben zu haben. Alle Abrechnungen erfolgten nachweislich vereinbarungsgemäß und korrekt“. Zudem sei „zu keinem Zeitpunkt eine Zahlung in Höhe von 400.000 Euro beansprucht“ worden.

Bushidos Trennung von Aggro Berlin: Musste Arafat Abou-Chaker Gewalt anwenden?

Die sogenannte „strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung“ sollte Bushido bis Freitag, 28. August 2020 unterzeichnen. Nach „Spiegel“-Informationen ist dies jedoch nicht geschehen. „Wie Ihnen bekannt ist, entsprechen diese Behauptungen nicht den Tatsachen. Sie haben diese Behauptungen ersonnen, um unsere Mandanten in ein ungünstiges Licht zu rücken“, heißt es im Schreiben des Aggro Berlin-Anwalts an den Deutschrapper.

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Bushidos Darstellung sei lediglich „eine fiktive Begründung“ für die Vertragsaufgabe. Zudem handle es sich um „falsche Tatsachenbehauptungen“, die für die Aggro Berlin-Gründer nicht zuletzt geschäftsschädigend seien. Die Klage, welche dem „Spiegel“ vorliegt, ging bereits im Dezember 2019 beim Landgericht Berlin ein. Doch erst im Frühjahr 2021 soll diese Angelegenheit vor einer Zivilkammer verhandelt werden.

Die Klageschrift umfasst 19 Seiten, auch die Trennung zwischen Bushido und Aggro Berlin, die im Mai 2004 durch eine Vertragsauflösung offiziell besiegelt wurde, ist Thema. Nach Darstellung des ehemaligen Labels kam der Deutschrapper damals mit Arafat Abou-Chaker und sechs weiteren Männern ins Tonstudio. Wortführer sei der Clan-Chef gewesen. Einer der Männer habe „ein machetenartiges Messer“ dabei gehabt.

Deutschrapper Bushido (links) ist Nebenkläger im Gerichtsprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker.

„Unter Androhung von Gewalt gegen Leib und Leben“, wie es in der Klageschrift heißt, soll der Deutsch-Libanese zunächst Remberg zur Unterschrift unter einem mitgebrachten Auflösungsvertrag gezwungen haben. Als Efe seinem Freund zur Hilfe eilen wollte, sei diesem ins Gesicht geschlagen worden. Zwar habe er den Vertrag daraufhin unterschrieben, jedoch nicht mit seinem Namen, sonderm dem türkischen Wort „hayir“ – übersetzt „Nein“.

Dann sei auch Ihlenfeldt im Studio erschienen, dem ebenfalls mit Gewalt gedroht wurde. Deswegen hätte auch er den Auflösungsvertrag unterschrieben. So wird die Prozedur zumindest vom Anwalt des Trios in der Klageschrift beschrieben. Im Kern wehrt sich Aggro Berlin dagegen, dass Bushido „den Überfall“, wie es in der Klage genannt wird, in der Öffentlichkeit „quasi als Notwehr“ und die Gründer des Labels „als gierige Abzocker“ darstelle. Diese wiederum hätten ihn durch einen „Knebelvertrag" an sich gebunden, was aber nicht der Wahrheit entsprechen würde.

Deutschrapper Bushido (links) sieht sich als „Opfer“ im Gerichtsprozess gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker.

Bushido: Deutschrapper spricht im Berliner Landgericht über erstes Treffen mit Abou-Chaker-Chef

Nun kommt auch schon Arafat Abou-Chaker ins Spiel, über dessen vermeintlichen Gemütszustand und Einflussnahme bei der Vertragsauflösung im Mai 2004 am Montag, 31. August 2020 im Rahmen des Gerichtsprozesses gesprochen wurde. Erneut stand Bushido im Fokus, der „ganz prophylaktisch“ einen Packen Papier mit in das Berliner Landesgericht brachte, wie der „Spiegel“ berichtet. Hierbei handelte es sich um „sämtliche Verträge“ zwischen ihm und Aggro Berlin. Nachdem er den Stapel an das Gericht überreicht hatte, begann Ferchichi auch schon zu erzählen, wie der Clan-Chef für viele Jahre ein wichtiger Teil seines Lebens wurde.

Nach anwaltlicher Beratung hätte Bushido „juristisch keine Möglichkeit gesehen“, wie er glimpflich aus dem Vertrag bei Aggro Berlin hätte kommen können. Deswegen habe er sich 2004 an „die Jungs aus Schöneberg“ gewandt und wäre letztendlich bei „Hamudi Wasserkopf“ gelandet – einem Cousin von Arafat Abou-Chaker, dessen sich der Deutschrapper damals aber nicht bewusst gewesen sei. Schnell hätten sich die beiden Alphatiere kennengelernt. „Er hat keinen sehr interessierten Eindruck gemacht. Er wirkte relativ düster, unnahbar“, ließ Bushido über die erste Begegnung mit seinem gegenwärtigen Kontrahenten wissen.

Kurz darauf habe er dem Abou-Chaker-Boss seine Probleme mit Aggro Berlin geschildert, zusammen seien die beiden zu dem bereits thematisierten Tonstudio gefahren. Der Rest ist bekannt. Im Gerichtssaal am Montag, 31. August 2020 will der leitende Richter aber wissen, wie es für Bushido nach der Vertragsauflösung weitergegangen sei. „Für mich persönlich war die Welt erst mal in Ordnung“, sagte der Deutschrapper. Nur um kurz darauf mit einer Geschichte aufzuwarten, die der Öffentlichkeit bis dato gänzlich unbekannt war.

Steht im Fokus: Clan-Chef Arafat Abou Chaker (pinkes T-Shirt) muss sich vor Gericht veranworten.

So hätten sich Ferchichi und Abou-Chaker erneut getroffen, um über den „Dienst“ Arafats zu sprechen. Was er für seinen Einsatz bekommen würde, soll der Deutsch-Libanese gefragt haben. Die Antwort Bushidos: „Ich bin bereit, dir 20.000 Euro zu geben“. Zum Hintergrund: der 41-Jährige stand kurz davor, einen Bandübernahmevertrag mit Universal Music zu unterzeichnen, die ihm einen Vorschuss in Höhe von 50.000 Euro offerierten. Der einstige Geschäftspartner Bushidos sei jedoch „tierisch ausgerastet“.

Bushido: Deutschrapper musste 30 Prozent seines Einkommens an Arafat Abou-Chaker abdrücken

Zum völligen Unverständnis von Bushido, der „nicht verstanden [habe], warum das Gespräch total eskaliert ist“, hieß es vom Deutschrapper am Montag, 31. August 2020 im Berliner Landesgericht. Nach diversen Schimpftiraden soll Arafat Abou-Chaker Ferchichi einen Vorschlag unterbreitet haben: „Wenn du korrekt bist, dann beteiligst du mich prozentual“. Eigentlich keine Option für den heute 41-Jährigen, der sagt: „Ganz ehrlich, ich kannte ihn nicht. Natürlich hat er mir einen großen Gefallen getan. Ein Pauschalbetrag von 20.000 oder 25.000 Euro wäre absolut angemessen gewesen, aber keine Beteiligung“.

Denn konkret verlangte der Clan-Chef, „von jetzt an, an allem, was ich jemals verdiene, in allen Bereichen“ beteiligt zu werden. „Es war absurd“, merkte Bushido an. Doch wurde er durch Arafat Abou-Chakers bloße Präsenz zunehmend eingeschüchterter und verunsicherter, wodurch er sich letztendlich zu einer Prozentzahl hinreißen ließ. „Ich habe vorsichtshalber 20 Prozent gesagt. Da ist dann die nächste Bombe explodiert“.

Der Knall im übertragenen Sinne erfolgte durch die nächste Forderung Abou-Chakers. „Mit 30 Prozent würde ich mich ausnahmsweise zufriedenstellen lassen“, soll Arafat gegenüber Bushido gesagt haben. Der wiederum sei kurz in sich gegangen, habe tief Luft geholt und verlauten lassen: „Okay, dann kriegst du ab jetzt 30 Prozent von allem, was ich je verdienen werde“. Von Freiwilligkeit könne in dieser Hinsicht keine Rede sein, er sei zu dieser Beteiligung gezwungen worden, stellte der Deutschrapper vor Gericht unmissverständlich klar.

Deutschrapper vor Gericht: Bushido muss gegen Clan-Chef aussagen, Gzuz fliegt aus Gerichtssaal

Dass der Schein oftmals trügt, wurde durch das erneute Nachfragen des Richters deutlich. Dieser zitierte einige Zeitungen, in denen von einer „dicken Freundschaft vom ersten Tag an“ die Rede war. Dem sei jedoch nicht so gewesen, von einer Freundschaft könne laut Bushido nicht gesprochen werden. Am Mittwoch, 2. September 2020 soll der nächste Verhandlungstag im Gerichtsprozess gegen Arafat Abou-Chaker stattfinden – vielleicht erneut mit kompromittierenden Aussagen Bushidos.

Übrigens: auch der Hamburger* Gangster-Rapper Gzuz* muss sich derzeit oftmals in Gerichtssälen aufhalten. Das 187 Strassenbande-Mitglied sieht sich mit allerhand Strafdelikten konfrontiert, unerlaubter Waffenbesitz* und der Vorwurf des versuchten Diebstahls einer Sauerstoffflasche* könnten ihn mehr als nur ein Bein stellen. Der 32-Jährige fällt immer wieder durch provokantes Verhalten auf, wurde bereits aus den Räumlichkeiten des Hamburger Amtsgerichtes geworfen* und konnte es sich nicht nehmen lassen, am Verfahren beteiligte Personen zu verunglimpfen*. Droht ähnliches zwischen Bushido und Arafat? * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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