Sponsoring der Profi-Abteilung

Veolia Towers Hamburg: Basketballer mit neuem Namen

  • VonSteffen Maas
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Die Profis des Basketballvereins Hamburg Towers laufen ab sofort als Veolia Towers Hamburg auf. Der Umweltdienstleister erwarb die Namensrechte.

Hamburg – Große Veränderung bei den Towers: Der Hamburger Basketballverein verkauft die Namensrechte seiner Profi-Abteilung und wird in der Basketball-Bundesliga und im Eurocup zukünftig als Veolia Towers Hamburg auflaufen. Über das Sponsoring mit dem Umweltdienstleister Veolia informierten die Verantwortlichen am Freitag, 22. Juli 2022, in einer Pressekonferenz. Der Deal weitete die bereits bestehende Partnerschaft mit dem Unternehmen aus – zur Freude beider Parteien. Im Rahmen der Umbenennung tüftelte der Erstligist zudem am Markenauftritt und Design des Vereins und präsentierte ein Rebranding.

Vereinsname:Hamburg Towers e.V.
Profiabteilung:Veolia Towers Hamburg
Spielklasse:1. Basketball-Bundesliga (easycredit BBL)
Europäischer Wettbewerb:EuroCup

Veolia Towers Hamburg: Namenssponsoring und Partnerschaft

Mit ein bisschen mehr aufrichtigem Pathos als man es von Pressekonferenzen über wirtschaftliche Vertragsabschlüsse gewohnt ist, berichteten der Basketballverein aus der Hansestadt Hamburg und der Umweltdienstleister auf das zunächst auf drei Jahre angelegte Sponsoring. Wobei: „Theoretisch ist es ein Sponsoring, ja. Aber für uns fühlt es sich viel mehr wie eine Partnerschaft an“, erklärte Towers-Geschäftsführer Marvin Willoughby am Freitagmorgen.

Das neue Wappen der Profi-Basketballer in Nahaufnahme.

Beide Seiten kennen sich gut, erst im vergangenen Jahr verlängerte man ein Sponsoring-Deal mit der Veolia Umweltservice GmbH um zwei weitere Jahre. „Über die Jahre ist die Partnerschaft gewachsen“, sagt Willoughby, „und auch die Idee, den langfristigen Weg gemeinsam zu gehen.“

Hamburg Towers und Veolia: Es passt inhaltlich

Man sei „glücklich und stolz“ diese Zusammenarbeit nun auf einer noch intensiveren Ebene fortzusetzen – vor allem, weil man bei den großen Themen und Wertevorstellungen einer Meinung sei. „Wir hatten natürlich viele andere Kontakte bezüglich der Namensrechte, aber wir waren nie zufrieden, weil es nirgendwo inhaltlich so gut gepasst hat“, unterstreicht der 44-Jährige die besondere Beziehung zu Veolia.

Handelnde Personen im Vordergrund, neues Logo im Hintergrund: Die Veranwortlichen bei der Pressekonferenz zum Namenssponsoring der Profilabteilung der Hamburg Towers.

Das bekräftigt sein Kollege in der Geschäftsführung, Jan Fischer: Was die Werte angehe, den Fokus auf Nachhaltigkeit oder einfach die großen Sympathien auf der zwischenmenschlichen Ebene, passe Veolia einfach „sehr gut zu den Towers.“ Fischer bezeichnete es zudem als „Ritterschlag“ mit „Signalwirkung“, als Verein aus Wilhelmsburg von einem so erfahrenen und erfolgreichen Unternehmen anerkannt zu werden.

Veolia Umweltservice: Überschneidungen zwischen Sport und Geschäft

„Das Kompliment der großen Sympathien kann ich nur zurückgeben“, unterstrich Veolia-Deutschland-Geschäftsführer Matthias Harms die harmonische Beziehung, zu der eben auch die gemeinsamen Werte wie Fairness und Toleranz gehörten. Die Partnerschaft sieht er dabei für beide Seiten profitabel: „Wir wollen helfen, dass die Towers ihre sportlichen Ziele erreichen“, bekräftigte Harms, während Veolia seine Markenbekanntheit in Deutschland steigern wolle.

Die Towers stehen vor einem großen personellen Umbruch in der kommenden Saison. Auch ohne zu wissen, welche Namen dann auf den Trikots gedruckt sind, klar ist jetzt immerhin: Es wird auch weiter Hamburg draufstehen.

Einen „großen Charme“ habe dabei laut Veolia-Geschäftsführer Harms, dass sich die Spielorte der Basketball-Bundesliga (BBL) gut mit den Standorten des Unternehmens decken: „Die BBL ist da, wo wir auch sind.“ So ergäbe sich die attraktive Möglichkeit, Kunden und Geschäftspartner in den einzelnen Städten zu Towers-Spielen einzuladen.

Eine weitere Überschneidung zwischen Sport und Geschäft: Der namensgebende Sponsor von Traditionsklub Alba Berlin ist Mitbewerber in Veolias Branche – Harms freut sich nun darauf, dass es nicht nur wirtschaftlich, sondern bald auch sportlich auf dem Parkett zum Kräftemessen der Unternehmen kommt.

Hamburg Towers: Wichtige Finanzspritze hilft beim Stabilisieren

Mit dem Deal erhalten die Towers eine wichtige Finanzspritze – auch, wenn über die genaue Höhe des Deals Stillschweigen vereinbart wurde. „Das ist eine ganz wichtige Summe, die dabei hilft, den Laden zusammenzuhalten und zu stabilisieren“, unterstrich Towers-Sportchef Marvin Willoughby die Bedeutung für den Verein.

Rebranding

Im Zuge des Namenssponsorings präsentierten die Hamburg Towers auch einen Design-technischen Umbruch. Mit dem Rebranding wurde die Hamburger Firma Sherpa Design beauftragt.

Ein „absolutes Traumprojekt“ nannte das Geschäftsführer Johannes von Keutz, der als Fan mit seiner Bewunderung für den Verein nicht hinter dem Berg hielt: „Wahnsinn, was hier auf die Beine gestellt wurde.“

Ganz im Zuge der Weiterentwicklung der Marke unternahmen von Keutz und sein Team dabei kleinere Schritte bei der visuellen Umgestaltung des Vereinsauftrittes. „Wir wollten nicht alles über den Haufen werfen“, erläuterte von Keutz den Prozess, bei dem die Formsprache des Vereins einer Schönheitskur unterzogen wurde.

Generell sei alles etwas einfacher gehalten, womit man flexibler bei der Nutzung der visuelle Marke sei und eine „harmonische Integration“ in viele verschiedene Bereiche möglich sei – wie Internetauftritte in klein und groß, Merchandising oder Plakatierungen.

Das „Herzstück“ bilde dabei das Wappen, wie Johannes von Keutz erläuterte, das man „stolz auf der Brust“ trage. Auch hier wurde optisch etwas simpler und aufgeräumter gestaltet, allerdings ohne Identität zu verlieren: „Es ist einfach gehalten – aber mit viel Inhalt.“ Zu sehen sind weiterhin die Türme sowie die Initialten der Stadt, der Negativraum zwischen den Elementen bildet ein T – für Towers.

Er machte deutlich, dass man trotz der enormen sportlichen Erfolge der vergangenen Jahre keine Höhenflüge anstrebe und bei der Re-Finanzierung der Einnahmen die langfristige Entwicklung im Fokus stehe: „Wir stecken das Geld jetzt nicht alles in den Kader und strecken uns, nur damit wir morgen ein Spiel in der Bundesliga gewinnen. Uns soll es als Verein noch lange geben und wir wollen uns als Gesamt-Organisation entwickeln.“

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Das sportliche Ziel sei es weiterhin, sich in der BBL zu etablieren. Und das gehe nur mit langfristiger Planung: „Wir brauchen eine breite Basis, von der wir stabil weiterarbeiten können – und dabei hilft Veolia jetzt.“ Man wolle sich weiter auf den sozialen Anspruch des Vereins konzentrieren und auf die Man- und Womanpower, die die Vision des ganzen Vereins täglich umsetze. „Es werden jetzt sicher nicht alle Wasserhähne aus Gold sein bei uns“, scherzte Willoughby mit Blick auf die weiterhin unverschobenen Prioritäten der Towers.

Kritik am Namenswechsel? „Null das Gefühl, dass wir unsere Seele verkaufen“

Mögliche Kritik am Namenswechsel von Traditionalisten – im Basketball aufgrund anderer Voraussetzungen sowieso weniger zahlreich als beim Fußball – nehmen die Verantwortlichen der Towers ernst, widersprechen aber vehement. „Wir haben null das Gefühl, dass wir unsere Seele verkaufen“, machte Marvin Willougby deutlich. „Wir wissen, wo wir hinwollen und brauchen dafür starke Partner.“ Man sei „sehr sehr froh“, dass man mit Veolia eine Firma gefunden hätte, „die das genauso sehen.“

Auch Geschäftsführer Jan Fischer unterstreicht den erhöhten Einfluss des Sponsorings durch fehlende Einnahmen durch den Ticketverkauf aufgrund der Corona-Pandemie: „Corona, Lockdown, Einlassbeschränkungen … Die Planbarkeit beim Ticketing war und ist sehr schwierig. Auch in naher Zukunft kann mir die Stadt Hamburg wohl kaum garantieren, dass es ohne Einschränkungen klappt.“

Marvin Willoughby stellt klar: „Was wir machen und wo es hingeht, das wird bestimmt von den Mitgliedern dieses Vereins. Das ist unsere Seele. Und die wird nicht verkauft.“

Rubriklistenbild: © Hamburg Towers

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