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Teutonia 05 gegen RB in Dessau: Hamburgs Fußball-Boss motzt – „völlig absurd“

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Von: Jan Knötzsch

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Der FC St. Pauli sperrt Teutonia 05 wegen RB Leipzig aus. Teutonia muss jetzt im DFB-Pokal in Dessau ran. Zu viel für Hamburgs Fußball-Präsidenten.

Hamburg – Die Lage ist klar. Und für viele noch immer völlig sinnfrei und nicht nachvollziehbar: Der FC Teutonia 05 spielt sein DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig nicht in der Hansestadt Hamburg. Nein, die Amateurfußballer des FC Teutonia 05, der in Hamburg gegen Altona 93 den Lotto-Pokal holte und sich so für den DFB-Pokal qualifizierte, für den Teutonia bei der Auslosung RB Leipzig zog, muss über 300 Kilometer weit reisen. Das „Heimspiel“ gegen Leipzig findet nun in Dessau statt – und lässt Teutonia-Trainer David Bergner zum Populismus-Vorwurf an den FC St. Pauli ausholen.

Und noch einer ist alles andere als „amused“ darüber, dass der FC Teutonia 05 und RB Leipzig statt in Hamburg nun in Sachsen-Anhalt gegeneinander antreten werden: Der Präsident des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV): Christian Okun holt zur verbalen Ohrfeige aus. 24hamburg.de klärt auf, wer und was den Hamburger Fußball-Boss auf die Palme bringt.

DFB-Pokalspiel:FC Teutonia 05 – RB Leipzig
Termin:30. August 2022
Austragungsort:Paul-Greifzu-Stadion in Dessau (20.000 Plätze)
Anstoßzeit:20:45 Uhr (live bei Sky und im ZDF)

FC Teutonia 05 spielt gegen RB Leipzig in Sachsen-Anhalt – Fußball-Boss schießt gegen „Sportstadt“ Hamburg

Die Vorgeschichte ist längst bekannt, trotzdem nochmal der Kurz-Abriss: Der FC St. Pauli will RB Leipzig nicht im Stadion haben – weil der Klub vom Millerntor nach eigenem Bekunden gegen „das Modell RB Leipzig“ ist. Anders als es der Verein aus dem Stadtteil St. Pauli für sich als der „etwas andere Klub“ propagiert, ist für den FC St. Pauli der Bundesligist aus der Messestadt Leipzig so etwas wie das Paradebeispiel für die Kommerzialisierung des Fußballs. Mit all seinen – aus Sicht von St. Pauli – Schattenseiten. Der FC Teutonia 05 hat auf das „Nein“ von St. Pauli reagiert und musste nach einem anderen Stadion Ausschau halten, in dem er das DFB-Pokalspiel der Ersten Runde gegen RB Leipzig absolvieren kann.

Im Hintergrund das Stadion an der Hoheluft. Im Vordergrund die Logos von Teutonia 05 und RB Leipzig sowie HFV-Präsident Christian Okun.
Weil Teutonia 05 in Dessau gegen RB Leipzig spielen muss: Christian Okun, der Präsident des Hamburger Fußball-Verbands, kritisiert die (Sport-)Stadt Hamburg. (24hamburg.de-Montage) © Hanno Bode/imago

Das Volksparkstadion des HSV war dabei keine Alternative. Am 30 August 2022, dem Austragungstermin des Spiels der Teutonen gegen RB Leipzig, ist die Arena in Hamburg-Bahrenfeld belegt. Durch eine Messe. Nach Lübeck und Norderstedt hätte der Nord-Regionalligist aus Ottensen zwar ausweichen können, doch die Kosten und der Aufwand, um die Stadien dort so in Schuss zu bringen, dass sie den Ansprüchen genügen, sind zu groß. Unter anderem geht es dabei darum, dass Arbeiten für die Live-Übertragungen des Spiels zwischen „T05“ und RB Leipzig bei den beiden TV-Sendern Sky und ZDF nötig gewesen wären.

DFB-Pokalspiel FC Teutonia 05 – RB Leipzig: Hamburgs Fußball-Präsident findet Situation „nicht akzeptabel“

Weil das also alles nichts wird und der FC St. Pauli RB nicht will, spielt Teutonia nun in Dessau. Zum Kuriosum übrigens wurde das größte Spiel Vereinsgeschichte des FC Teutonia 05, bei dem übrigens FC Bayern-Star und Ex-HSV-Kicker Eric-Maxim Choupo-Moting einst in der Jugend kickte, aus einem ganz banalen Grund: Das Stadion an der Hoheluft, wo der FC Teutonia 05 normalerweise seine Heimspiele austrägt, besitzt einen Kunstrasen. Auf diesem Belag sind keine Spiele im DFB-Pokal erlaubt – so steht es in den Regularien des DFB, der auch einen Heimrecht-Tausch der Pokal-Gegner untersagt. Ergo gab es auch keine Chance, das DFB-Pokalspiel im Leipziger Zentralstadion auszutragen.

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Das wäre fraglos groß genug gewesen. Vielleicht sogar eine Nummer zu groß für dieses Match. Die Stadien in Hamburg aber sind – die des HSV und des FC St. Pauli mal ausgenommen – nicht adäquat. Und genau das sorgt bei Christian Okun für Ärger. „Das ist völlig absurd“, kommentiert der Präsident des Hamburger Fußball-Verbandes bei t-online.de die Tatsache, dass der FC Teutonia 05 nun im DFB-Pokal gegen RB Leipzig um ein „echtes“ Heimspiel gebracht wird. „Es ist genau das eingetreten, wovor ich immer gewarnt habe: In Hamburg fehlt ein mittelgroßes Stadion“, sagt Okun und schießt gegen die selbsternannte „Sportstadt“ Hamburg: „Das ist nicht akzeptabel.“

FC Teutonia 05 – RB Leipzig in Dessau: Hamburgs Fußball-Präsident „kann verstehen, wenn die Leute bei Teutonia frustriert sind“

Es gehe ihm dabei nicht nur um die Fußballer aus Ottensen, die nun um ihren Auftritt gegen RB Leipzig vor Hamburger Publikum gebracht werden, so Okun weiter. „Auch andere Sportarten wie Rugby oder American Football brauchen neue Flächen mit entsprechend guten Infrastrukturen. Ich kann verstehen, wenn die Leute bei Teutonia frustriert sind. Ich hoffe, sie lassen sich von diesem Rückschlag nicht beirren“, zitiert t-online den HFV-Präsidenten, der sich ärgert, dass leichtfertig eine gute Möglichkeit, um „tolle Werbung für Hamburg“ zu betreiben, vergeben worden sei.

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