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St. Pauli will RB nicht im Stadion: Teutonia reagiert – wo wird jetzt gespielt?

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Von: Jan Knötzsch

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Teutonia 05 trifft in der 1. Runde des DFB-Pokals auf RB Leipzig – und hätte gerne am Millentor gespielt. Der FC St. Pauli stellt sich quer. Was jetzt?

Hamburg – Es ist mutmaßlich das größte Spiel in der Geschichte des FC Teutonia 05 – und zugleich auch auch das größte Problem, dass der Hamburger Amateurfußball-Club aus dem Stadtteil Hamburg-Ottensen derzeit mit sich rumträgt: Durch den Sieg des FC Teutonia 05 im Lotto-Pokalfinale gegen Altona 93 hat sich die Mannschaft für die Erste Runde im DFB-Pokal qualifiziert – und das große Los gezogen: In eben dieser Ersten Runde des DFB-Pokalwettbewerbs empfängt der FC Teutonia 05 Bundesligist RB Leipzig. So weit, so gut – oder eben auch nicht.

Denn das Spiel der Teutonen gegen den Titelverteidiger im DFB-Pokal droht zu eine echten Politikum zu werden. Der FC Teutonia 05 hätte das Spiel gerne am Millerntor ausgetragen. Doch der FC St. Pauli will RB Leipzig nicht im Stadion haben, stellt sich quer. Aus dem Teutonia-Lager gibt es unterschiedliche Reaktionen in Richtung FC St. Pauli. Und die große Frage, die nach wie vor im Raum steht: Was passiert jetzt, wo – wenn nicht beim FC St. Pauli – spielt Teutonia gegen RB Leipzig?

Fußballverein:FC Teutonia Ottensen 05
Ligazugehörigkeit:Regionalliga Nord
Gründung:1905
Vereinsfarben:Schwarz-Weiß

FC St. Pauli will RB Leipzig nicht am Millerntor sehen: So begründet der Verein seine Absage an den FC Teutonia 05

Die Ansage, die aus dem Stadtteil St. Pauli kommt, ist mehr als deutlich: „Bekanntermaßen sieht der FC St. Pauli das Modell von RB äußerst kritisch, da es nach unserer Auffassung nicht vereinbar ist mit der 50+1-Regelung, für die wir uns engagieren. Auch in unserer Fanszene und Anhängerschaft stößt das Modell von RB auf starke Ablehnung. Der FC St. Pauli möchte RB daher nicht über mögliche Pflichtspiele hinaus eine Bühne geben, vor allem nicht am Millerntor, das als Symbol für einen solidarischen und gerechteren Fußball steht“, hat der Klub, dessen Stadion sich unweit der Reeperbahn befindet, das Ansinnen von Teutonia 05, das DFB-Pokalspiel gegen RB im Millerntor-Stadion zu absolvieren, abgelehnt.

Im großen Bild wird bei der DFB-Pokal-Auslosung  RB Leipzig in die Kamera gehalten. Im kleinen weißen Kreis: Ein Plakat mit der Aufschrift Nein zu RB
Nein zu RB: Der FC St. Pauli will Leipzig nicht im Millerntor-Stadion, jetzt muss der FC Teutonia 05 einen anderen Austragungsort für das DFB-Pokalspiel finden. (24hamburg.de-Montage) © opokupix/imago & Screenshot/ARD

Teutonia 05 hatte sich von einer Austragung der Partie gegen RB Leipzig im Stadion des FC St. Pauli einiges erhofft. So seien laut Teutonia bis zu 10.000 Zuschauer möglich gewesen. Doch daraus wird jetzt nichts. Und das stößt bei Teutonia 05 auf zweierlei Reaktion: Verständnis und Unverständnis. Jeweils eine dieser beiden Seiten vereinen vor dem Spiel gegen RB Leipzig der aktuelle Teutonia-Boss und sein Vorgänger aufeinander. „Wir sind ein kleiner Verein, der akzeptieren muss, wenn ein großer Verein über sein eigenes Stadion entscheidet“, sagt Teutonia-Präsident Liborio Mazzagatti, der dem FC St. Paul keinerlei Vorwurf machen will, gegenüber der Hamburger Morgenpost. Er sieht das Problem an anderer Stelle.

Teutonia 05 nicht am Millerntor gegen RB Leipzig: Das sagt Teutonia 05-Boss zur Absage des FC St. Pauli

„Das eigentliche Problem ist, dass es in Hamburg kein drittes Stadion für solche Events gibt. Das bringt uns überhaupt erst in die Bredouille“, sagt Mazzagatti und stellt sich damit gegen die vielen Kritiker, die dem FC St. Pauli nach Bekanntwerden der vom Hamburger Abendblatt veröffentlichten Mitteilung an Teutonia 05, Populismus vorwerfen. Einige dieser Kritiker machen dem FC St. Pauli nicht nur seine Abneigung gegen das Modell RB Leipzig zum Vorwurf, sondern mutmaßen auch darüber, dass die Ablehnung des FC St. Pauli etwas mit Teutonia 05 zu tun habe. Der Regionalligist hatte bis vor einiger Zeit mit der Firma Lukoil einen russischen Ölkonzern als Sponsor – für viele in Zeiten des Ukraine-Kriegs ein Unding,

Stichwort Unding: Als solches – zumindest aber mit weniger Verständnis als Teutonai 05-Boss Liborio Mazzagatti sieht DIddo Ramm die Entscheidung des FC St. Pauli, RB Leipzig nicht ins Stadion lassen zu wollen und Teutonia 05 damit die Chance zu verwehren, das DFB-Pokalspiel am Millentor stattfinden zu lassen. Ramm, ehemals Erster Vorsitzender von Teutonia 05, bittet den FC St. Pauli via Facebook, die Entscheidung „nochmal zu überdenken.“ Der FC Teutonia 05 sei ein „echter Stadtteilverein“, zudem seien „in letzter Zeit einige Dinge etwas seltsam dargestellt“ worden. Was er meint? Das Sponsoring von Lukoil und das Unverständnis darüber.

Statt beim FC St. Pauli am Millerntor: Welche Alternativen hat Teutonai 05 fürs DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig?

Man habe sich von Lukoil „umgehend gelost“, schreibt Ramm in seinem Facebook-Post, zudem „handelt es sich bei Lukoil um den im Hafen üblichen Öldienst für die Seeschiffahrt, ohne die es Hamburg in seiner ganzen Pracht nicht gebe.“ Der Ex-Präsident von Teutonia 05 konstatiert zudem: „Seien wir ehrlich, der FC St. Pauli wäre sicherlich gegen RB Leipzig am Millerntor angetreten, wäre eine solche Spielpaarung durch den DFB zustande gekommen. Daher würden wir uns freuen, wenn die Führung des FC St. Pauli ihre Entscheidung nochmals überdenken könnten. Aus Liebe zum Fußball.“ Eine Bitte, die vermutlich im Sande verlaufen wird. Und so muss sich der FC Teutonia 05 um eine andere Spielstätte für das DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig bemühen.

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Neben dem Millerntor-Stadion des FC St. Pauli war zuletzt auch im Gespräch, dass Teutonia 05 das Spiel gegen RB unter Umständen im Stadion an der Lohmühle in Lübeck austragen könnte, wo der VfB Lübeck seine Heimat hat. Dieser Plan soll inzwischen vom Tisch sein, so die Hamburger Morgenpost. Demnach wollen die Verantwortlichen von Teutonia 05 das Spiel gegen RB Leipzig nach der Ablehnung des FC St. Pauli im Großraum Hamburg austragen. Das Stadion an der Hoheluft, wo Teutonia in der Regionalliga spielt, kommt nicht infrage, weil im DFB-Pokal nicht auf Kunstrasen gespielt werden darf. An die Adolf-Jäger-Kampfbahn von Lokalrivale Altona 93 wird „T05“ nicht ausweichen.

Als Alternativen bleiben das Edmund-Plambeck-Stadion von Eintracht Norderstedt oder das Volksparkstadion, die Heimat des Hamburger SV. Die Entscheidung ist noch offen, aber bis zum Spieltermin (30./31. August) ist ja auch nich Zeit ...

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