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St. Pauli-Trainer Timo Schultz: Wir sind sportlich auf Augenhöhe mit dem HSV

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Von: Robin Dittrich

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Der FC St. Pauli muss sich schon lange nicht mehr verstecken. Einst die graue (oder braune) Maus in Hamburg, heute Tabellenführer. Trainer Timo Schultz zeigt sich stolz.

Hamburg – Sportlich lief es beim FC St. Pauli in den letzten Jahren schwierig. Es war eher ein Abwärts- als Aufwärtstrend zu beobachten. Nicht unbedingt spielerisch, aber die Ergebnisse stimmten nicht. Auch Timo Schultz‘ erste Saison als Cheftrainer der Kiezkicker verlief schwierig. Nach der Hinrunde befand sich St. Pauli nur einen Punkt vor den Abstiegsrängen, am Ende reichte es zu Platz zehn. Trainer Timo Schultz spricht im Interview mit „11 Freunde“ über die Entwicklung seiner Mannschaft. Sportlich sieht er seine Elf mit dem HSV in Hamburg auf Augenhöhe.

Fußballtrainer:Timo Schultz
Geboren:26. August 1977 in Wittmund
Familienstand:Verheiratet, drei Kinder
Im Verein seit:2005

Timo Schultz will auf St. Pauli langfristig für Erfolge sorgen

Schon seit 2005 trägt Timo Schultz braun-weiß. Der Erfolgstrainer wechselte damals noch als Spieler von Holstein Kiel zu den Kiezkickern. Zusammen mit dem damaligen Trainer Holger Stanislawski stiegen St. Pauli und Timo Schultz sogar in die Bundesliga auf. Im Pokal ging es damals bis ins Halbfinale, wo man sich nur dem FC Bayern geschlagen geben musste. Diese Erfolge will auch Timo Schultz wieder feiern – diesmal als Trainer. Im Pokal hat er im Januar die Chance dazu. Zuhause im Millerntor-Stadion geht es gegen Borussia Dortmund um den Einzug ins Viertelfinale.

FC St. Pauli-Trainer Timo Schultz schaut stolz. Im Hintergrund sind St. Pauli-Fans zu sehen
Timo Schultz sieht St. Pauli in Hamburg auf der Überholspur. © imago

Wichtig ist Timo Schultz der langfristige Erfolg: „Ich hatte die Überzeugung, dass es gut wird. Ich beschäftige mich nicht damit, was in Monaten oder Jahren ist, wenn es nicht gut gelaufen ist. Da orientiere ich mich doch lieber an Thomas Schaaf und Christian Streich.“ Schaaf trainierte Schultz‘ Lieblingsverein aus seiner Jugend, Werder Bremen, über 14 Jahre als Cheftrainer. Christian Streich sitzt beim SC Freiburg seit fast zehn Jahren auf der Trainerbank. Es darf keine Angst vor Erfolg geben. Bei den Fans spürt Schultz trotzdem noch eine gewisse Skepsis.

Timo Schultz: Der FC St. Pauli steht mit dem Hamburger SV sportlich auf Augenhöhe

Timo Schultz kann die Skepsis der Fans nachvollziehen. „Nach dem Auf und Ab der vergangenen Jahre ist das vielleicht auch verständlich.“ Insbesondere im ersten Jahr unter Timo Schultz blieb St. Pauli weit unter seinen Möglichkeiten. „Wir waren zwischendurch Drittletzter, obwohl wir zusammen mit Greuther Fürth am meisten aufs Tor geschossen haben.“ Ein ganz besonderer Spieler beim FC St. Pauli für ihn: Guido Burgstaller. „Als Guido Burgstaller wieder fit war, schießt er in neun Spielen sieben Tore.“ Mit einer solchen Leistung über die gesamte Saison hätte St. Pauli vielleicht schon in der letzten Saison ins Aufstiegsrennen eingreifen können.

Wir machen uns nicht kleiner als wir sind. Sportlich sind wir mit dem HSV auf Augenhöhe.

Timo Schultz über die Vorherrschaft im Hamburger Fußball

Sportlich hat der FC St. Pauli als Tabellenführer dem Hamburger SV momentan den Rang abgelaufen. Timo Schultz möchte aber noch nicht von einer Wachablösung sprechen: „Wir machen uns sicherlich nicht kleiner, als wir sind, aber aus der Historie heraus wird der HSV immer der große Verein in Hamburg bleiben. Sportlich haben wir in den letzten Jahren aber viele Schritte aufgeholt und sind mittlerweile auf Augenhöhe.“ Die Meisterschaften sowie Europapokal der Landesmeister-Siege liegen natürlich schon einige Zeit zurück. Für St. Pauli geht es ums Hier und Jetzt.

Die Fans des FC St. Pauli sind ein essenzieller Bestandteil des Vereins

In Zeiten, wo die Stimmung im Hamburger Volksparkstadion schwierig erscheint, fallen die Fans am Millerntor noch mehr auf. Im Volkspark wechseln sich Pfiffe und Jubel ab, am Millerntor wird die Mannschaft zu 100 Prozent unterstützt. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass unsere Fans auch nach einem 0-3 noch klatschen, wenn die gesehen haben, dass die Jungs alles rausgedonnert haben. Für sie ist nicht das Ergebnis das Wichtigste, sondern eine Mannschaft, die füreinander da ist.“

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Laut Timo Schultz lassen sich seine Spieler positiv von den Zuschauern beeinflussen. Für ihn wären sie 2020/21 nicht in Abstiegsangst geraten, wenn das Millerntor mit Fans besetzt gewesen wäre. „In einigen Spielen hätten sie uns einen entscheidenden Push gegeben.“ Genau das braucht St. Pauli.

Und genau das braucht auch der HSV. Uneingeschränkten Support von den Rängen. Ob 0-3 oder 5-0, die Fans müssen für die Mannschaft da sein. „Es kommt nicht von ungefähr, dass wir unsere ersten sechs Heimspiele gewonnen haben, weil wir mit Zuschauern noch mehr Energie in uns haben“, heiligt Timo Schultz die St. Pauli-Fans. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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