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St. Pauli besiegt den BVB, aber das Netz tobt: Hätte Bellingham Rot sehen müssen?

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Von: Antonio José Riether

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Der FC St. Pauli warf den BVB am Dienstag sensationell aus dem DFB-Pokal. Dortmunds Jude Bellingham fiel dabei erneut negativ auf, diesmal mit einem überharten Frust-Foul.

Hamburg – Dortmunds Jude Bellingham hat sich trotz seiner 18 Jahre als meinungsstarke Persönlichkeit in seinem Team etabliert, hin und wieder schießt er jedoch über das Ziel hinaus. Letzteres bewies der Engländer etwa Anfang Dezember, als er nach einer knappen Niederlage gegen den FC Bayern im Live-Interview schwere Vorwürfe gegen Schiedsrichter Felix Zwayer erhob. Bei der BVB-Pleite im DFB-Pokal-Achtelfinale auf St. Pauli sorgte der Teenager erneut für Aufsehen, diesmal aber mit einer umstrittenen Aktion auf dem Spielfeld.

Jude Bellingham
Geburtsdatum:29. Juni 2003 (18 Jahre)
Geburtsort:Stourbridge (England)
Beim BVB seit:23. Juli 2020
Ablöse:23 Millionen Euro

Am Millerntor gerieten Bellingham und Co. schon früh unter Druck, nach vier Minuten brachte Etienne Amenyido den Zweitligisten überraschend auf Viertelfinal-Kurs. Dortmund schaffte es in der Folge nicht, entsprechend auf den Schock zu reagieren – im Gegenteil: Nach einer Hereingabe von Guido Burgstaller grätschte Axel Witsel das Spielgerät an seinem Keeper Gregor Kobel vorbei ins eigene Netz. Somit ging der BVB mit einem 0:2-Rückstand in die Kabine, die Stars wirkten zu diesem Zeitpunkt bereits angespannt.

FC St. Pauli besiegt BVB: Jude Bellingham mit Frust-Aktion gegen Guido Burgstaller

Nach Wiederanpfiff schaltete der Tabellenzweite der Bundesliga jedoch nicht voll in den Angriffsmodus, stattdessen hielt der FC St. Pauli weiter stark dagegen. Drei Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als sich Bellingham zu einer strittigen Aktion hinreißen ließ. Nach mehreren Zweikämpfen im Mittelfeld sprang Burgstaller der Ball im Duell mit Mats Hummels an die Hand, Schiedsrichter Harm Osmers entschied unverzüglich auf Handspiel. Bellingham hatte den Pfiff des FIFA-Referees aber offenbar ignoriert oder ganz einfach zu spät gehört, holte gegen Burgstaller aus und traf den Österreicher am Schienbein.

Jude Bellingham sorgte gegen den FC St. Pauli mit einer unsportlichen Aktion für Wirbel.
Jude Bellingham sorgte gegen den FC St. Pauli mit einer unsportlichen Aktion für Wirbel. © Jan Huebner/RHR-Foto/imago

Besonders pikant: „Burgi“ hatte den Ball unmittelbar zuvor weggespitzelt, Bellingham unternahm allerdings erst nach seinem Tritt den Versuch, sein ausholendes Bein noch zurückzuziehen. Osmers stand zudem wenige Meter neben dem Ort des Geschehens, sah aber keinen Grund einzugreifen. Auch die übrigen Beteiligten schienen sich derart konzentriert auf das Spiel zu fokussieren, dass die überharte Aktion des Briten in der Folge unterging.

FC St. Pauli besiegt BVB: Jude Bellinghams fieser Tritt bleibt ungeahndet – Fans toben im Netz

Im Nachgang der Partie wurde das Foul des zentralen Mittelfeldspielers auf Twitter zum Thema, passende Videos der Szene kursierten unter verschiedenen Titeln. „Bellingham ist einer der größten Unsympathen im Fußball. Frage mich, wieso er von vielen so gemocht wird“, schreibt etwa ein User, der die Sequenz teilte. Viele Nutzer beschäftigten sich mit der Frage, ob der BVB-Profi nicht einfach zu spät dran war, doch auch in diesem Fall wäre eine Karte wohl folgerichtig gewesen.

„Wie ist das nicht Rot?“ und „Wie das kein Gelb gab“, fragen sich mehrere aufgebrachte Fans, viele pflichten ihnen bei. „Wenn ein Spieler obwohl der Ball weg ist einfach einen Spieler wegtritt ist das glatt Rot“, schreibt der nächste. Tatsächlich verwundert die Statistik nach Spielende etwas, denn Osmers zückte während des gesamten Spiels keine einzige Karte. Bellingham könne außerdem „froh sein, dass Burgstaller ruhig war und geglaubt hat es war aus Versehen“, bemerkt ein weiterer Nutzer.

FC St. Pauli besiegt BVB: Fans diskutieren hitzig über Frust-Aktion von Bellingham

„Emotionen gehören in den Fußball aber mit 18 Jahren in jedem Spiel irgendeine sinnlose asoziale Aktion ist irgendwann auch nicht mehr zu rechtfertigen“, äußert ein Fan Kritik am hartem Spielstil des Dortmunders. „Also irgendwie sieht dass nicht ganz nach ‚schlechtes Timing‘ aus und Bellingham hat vergleichbare Szenen gefühlt relativ häufig“, stellt ein weiterer Beobachter fest.

Nur wenige Stimmen versuchen, die rüde Aktion zu rechtfertigen. „Er holt zum Schuss aus und versucht am Ende sogar noch zurückzuziehen“, so die Analyse eines weiteren Twitter-Users. Ein anderer merkt an, dass sich Bellingham „sich danach auch sofort mehrfach entschuldigt“ habe. „Wegen solch einer Aktion in einem frustrierenden Spiel gleich von Unsympath zu labern, ist aber auch dezent übertrieben“, versucht ein Anhänger, die beiden Seiten zu beschwichtigen.

Die kontroverse Szene nach 48 Minuten war am Ende immerhin nicht spielentscheidend. Zwar kamen die Borussen nach einer viel diskutierten Handelfmeter-Entscheidung noch zum Anschlusstreffer durch Erling Haaland, doch die Kiezkicker brachten das Spiel unaufgeregt über die Zeit und durften sich letztlich für das Erreichen des Viertelfinales feiern. (ajr) *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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