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Oke on fire! FC St. Pauli-Präsident Göttlich ätzt mit Wutrede gegen Corona-Regeln

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Von: Jan Knötzsch

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Der FC St. Pauli ist gerne der Klub, der anders tickt. Auch in Sachen Corona-Regeln war er Vorreiter in Hamburg. Jetzt aber hagelt es Kritik für Hamburgs Senat.

Hamburg – Seit der Landespressekonferenz am Dienstag, 4. Januar 2021, in der Sprecher Marcel Schweitzer die neuesten Maßnahmen des Hamburger Senats zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie bekannt gegeben hat, ist es Gewissheit. Traurige Gewissheit: Die kommenden Spiele in der Zweiten Bundesliga werden in Hamburg ohne Zuschauer stattfinden. Sowohl beim Hamburger SV als auch bei Tabellenführer FC St. Pauli. Damit ist sicher: Auch das Derby in der Hansestadt Hamburg, das am 21. Januar im Volksparkstadion stattfindet, wird vor leeren Rängen ausgetragen.

Auch wenn der FC St. Pauli bislang in Sachen Corona-Regeln ein Vorreiter in Hamburg war – der Klub setzte schon auf die 2G-Regel, ehe er es musste – gibt es jetzt mehr als kritische Töne vom Millerntor in Richtung der Hamburger Politik. FC St. Pauli-Präsident Oke Göttlich ist geradzu erzürnt. Wenn nicht gar richtig „on fire“. Er attackiert den Hamburger Senat.

Unternehmer:Oke Göttlich
Geboren:28. November 1975 (Alter: 46 Jahre) in Hamburg
Position beim FC St. Pauli:Präsident
Im Amt seit:16. November 2014

FC St. Pauli: Auswärts beim Derby gegen den HSV ohne Fans – Präsident Oke Göttlich kann‘s nicht nachvollziehen

Bislang war die Hoffnung auf ein Derby mit Zuschauern zwischen dem Hamburger SV, der mit Eintracht Frankfurt um die Ablöse für HSV-Talent Faride Alidou feilscht, und dem FC St. Pauli, den nicht nur Sergej Barbarez nach einer starken ersten Saisonhälfte inzwischen für die klare Nummer Eins in Hamburg hält. Logisch. Denn bis zum Dienstag, 4. Januar 2021, sah die in Hamburg geltende Corona-Verordnung vor, dass 2500 Zuschauer bei Sport-Veranstaltungen erlaubt sind, die drinnen stattfinden. Und 5000 Zuschauer bei Sport-Events, die unter freiem Himmel ausgetragen werden.

Im Hintergrund Fahnen des FC St. Pauli. Im Vordergrund FC St. Pauli-Präsident Oke Göttlich.
FC St. Pauli-Präsident Oke Göttlich ist mit den neuen Corona-Bestimmungen in Hamburg nicht einverstanden und legt sich mit dem Hamburger Senat an. (24hamburg.de-Montage) © Michael Weber/imago & Lobeca/imago

Ergo: Den Kick des HSV gegen den FC St. Pauli hätte – im Vergleich zu einem völlig besetzten Volksparkstadion – am 21. Januar zumindest eine Handvoll Zuschauer gehabt. Eine nicht unbedingt angemessene Kulisse für ein Stadtderby zwischen dem HSV, für den Kult-Fan „Helm-Peter“ eine Jahresprognose aufgestellt hat, und dem Liga-Leader vom Kiez. Aber immerhin. Nun aber bleiben die Ränge leer – und dem HSV, bei dem Trainer Tim Walter noch immer vom Bundesliga-Aufstieg träumt und wegen HSV-Außenverteidiger Josha Vagnoman angesäuert ist, gehen mal wieder Einnahmen verloren.

FC St Pauli-Pokalkracher gegen Dortmund wird Geisterspiel – Präsident Oke Göttlich schießt gegen Hamburger Politik

Die große Knallhart-Kritik an den neuen Corona-Maßnahmen in Hamburg, wo sich nach Überschreitung eines kritischen Wertes in den Krankenhäusern wegen der Corona-Pandemie die Lage zuspitzt, kommt nicht etwa vom HSV. Nein, den Unmut über die kommenden Geisterspiele im Profifußball in Hamburg lässt stattdessen vielmehr der FC St. Pauli ab. Oder genauer gesagt: Oke Göttlich, seines Zeichens als Präsident Nachfolger von Corny Littmann, der kürzlich unverhohlen ob es Machtwechsels im Hamburger (Profi-)Fußball frohlockte und dem HSV verbal einen mitgab. Nun also holt Oke Göttlich aus. Nicht gegen den HSV, sondern gegen den Hamburger Senat, dessen Entscheidung er nicht nachvollziehen kann.

„Grundsätzlich unterstützt der FC St. Pauli selbstverständlich sämtliche Maßnahmen des Gesundheitsschutzes im Rahmen der weiter grassierenden Pandemie. So haben wir es auch in der Vergangenheit in enger Abstimmung mit den Behörden sogar begrüßt, dass wir den Schutz an erste Stelle setzen und zum Beispiel die erste Großveranstaltung in Hamburg mit 2G-Maßnahmen umgesetzt haben, bevor sie in Hamburg zur Verordnung wurden“, zeigt sich der FC St. Pauli-Präsident in einer Stellungnahme zu den neusten Corona-Beschlüssen in Hamburg, die ab dem 10. Januar gelten sollen, zunächst einmal noch gemäßigt und verständnisvoll.

FC St. Pauli-Präsident Oke Göttlich nimmt kein Blatt vor den Mund: Hamburgs Corona-Maßnahmen völliges Durcheinander

Doch Stichwort Verständnis: das scheint Oke Göttlich dann an vielen Stellen doch zu fehlen. „Mit der neuen Verordnung muss man sich allerdings in Hamburg fragen lassen, warum innerhalb von weniger als zwei Wochen Verordnungen auf den Weg gebracht werden, die mehr Fragen als Antworten liefern. Wer kann noch plausibel erklären, weswegen 1000 Zuschauer:innen bei Nicht-Profi-Sportveranstaltungen zugelassen werden?“, wütet der Boss des FC St. Pauli in Richtung Hamburger Senat um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), der als ausgebildeter Arzt zuletzt selbst im Rathaus in Hamburg gegen das Coronavirus impfte.

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Oke Göttlich legt derweil in seiner Wutrede noch einmal nach: „Ist ein Stadtderby – im Übrigen ohne wirtschaftliche Interessen für den FC St. Pauli – auch eine überregionale Veranstaltung? Und warum gibt es keine Unterscheidung zwischen Innen- und Außenveranstaltungen?“, stellt der Präsident des FC St. Pauli Fragen in den Raum und kann auch eine weitere Sache ganz offenbar absolut nicht nachvollziehen: „Warum orientieren wir uns nach wie vor an Inzidenzen und nicht Hospitalisierungen?“

Von der Geisterspiel-Regelung ist übrigens auch der Pokalkracher des FC St. Pauli gegen Borussia Dortmund (18. Januar) betroffen. Nicht nur den HSV mit dem Derby, sondern auch den FC St. Pauli trifft es also hart. * 24hamburg.de ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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