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Millionenverluste für FC St. Pauli – Oke Göttlich trotzdem wiedergewählt

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Von: Robin Dittrich

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Die Mitgliederversammlung des FC St. Pauli verlief ruhiger als beim FC Bayern. Die News waren jedoch ernüchternd. Die Kiezkicker fahren einen Millionenverlust ein.

Hamburg – Auf einer Mitgliederversammlung möchte ein Fußballverein eigentlich mitteilen, wie großartig das letzte Jahr verlaufen ist. Beim FC St. Pauli sah es in der Saison 2020/21 jedoch alles andere als rosig aus. Trotz des großen sportlichen Erfolgs lässt die Corona-Pandemie auch den Tabellenführer nicht kalt. St. Pauli-Präsident Oke Göttlich nennt es „eine der schwersten Krisen in der Geschichte unseres Vereins.“ Es geht um Verluste in Millionenhöhe – eine Besserung im nächsten Jahr ist nicht in Sicht.

Fußballverein:1. FC St. Pauli
Präsident:Oke Göttlich
Fußballstadion:Millerntor
Mitglieder:30.400

St. Pauli-Präsident Oke Göttlich wird wiedergewählt – mit schlechten Nachrichten

Seit 2014 ist Oke Göttlich Präsident des FC St. Pauli. Er scheint seine Sache gut zu machen. Sportlich geht es für die Kiezkicker immer weiter bergauf. Nur finanziell sieht es aktuell schlecht aus. Dass das nicht seine Schuld ist, sehen auch andere so beim FC St. Pauli. Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung am 1. Dezember wurde er mit großer Mehrheit wiedergewählt. Göttlich erhielt 258 der 263 Stimmen. Gegenkandidaten gab es keine. Man ist sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Auch die Stellvertreter und Stellvertreterinnen des 46-Jährigen wurden im Amt bestätigt.

St. Pauli-Präsident Oke Göttlich guckt enttäuscht. Er trägt eine FC St. Pauli-Maske. Gerade erst musste er den Millionenverlust des Vereins mitteilen.
Oke Göttlich muss einen Millionenverlust des FC St. Pauli verkünden © Oliver Ruhnke/Imago

Ein eindeutiges Ergebnis und doch eine so ernüchternde Rede. Schweren Herzens musste Oke Göttlich die Zahlen der Saison 2020/21 präsentieren. Es sieht schlecht aus. Über 22 Millionen Euro Umsatzeinbußen mussten die Kiezkicker hinnehmen. Einen Teil davon konnte St. Pauli auffangen. Am Ende steht trotzdem ein Verlust von fast sechs Millionen Euro zu Buche. „Das klingt dramatisch und ist auch sehr schmerzhaft für uns alle“ sagte Göttlich dazu. 2019/20 waren es „nur“ 557.000 Euro Verlust – auch da schlug Corona schon zu.

Der FC St. Pauli erleidet Verluste in Millionenhöhe – Grund wie fast überall: Die Coronapandemie

Es gilt für den Hamburger Club, die eigenen Kosten noch weiter zu minimieren. Bei immer neuen Regelungen und Corona-Höchstwerten eine unübersichtliche und schwierige Angelegenheit. „Wir bleiben im Krisenmodus und sorgen für ausreichend Liquidität, für den Fall, dass die Lage wieder schlimmer wird.“ Oke Göttlich beäugt dort die Gefahr, dass es wieder zu Geisterspielen kommen könnte. Nach der heutigen Ministerpräsidenten-Konferenz soll klar sein, ob bis Jahresende noch Zuschauer in die Stadien dürfen.

St. Pauli hat bis dahin zum Glück nur noch ein Heimspiel. Das Top-Duell gegen Schalke 04 wäre in jeder anderen Saison monatelang vorher ausverkauft. Jetzt bangen die Kiezkicker um ihre Fans. Schlimmer sieht es beim Hamburger SV aus. Die Rothosen spielen noch zweimal im Volksparkstadion. Es droht ein erneuter Millionen-Verlust. Oke Göttlich versucht, positive Signale zu senden. Das Eigenkapital des Vereins liegt immerhin bei fast acht Millionen Euro – vor der Pandemie war es noch doppelt so hoch. „Wir stehen auf festen Füßen“ sagt Göttlich trotz dieser Verluste. welche auch nicht nur durch Geisterspiele entstanden sind.

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In allen Bereichen lief es schlecht. Auch die Fanshops, die Fußballschule und alle Veranstaltungen brachten deutlich weniger Einnahmen. In Grenzen gehalten werden konnten sie nur durch Gehaltsverzicht der Profis und dem Entgegenkommen einiger Sponsoren. Leider ist für Göttlich aktuell noch keine Besserung in Sicht. Sollte es noch einmal zu einem solch schlechten Jahr kommen, stehen viele Bundesligavereine vor dem Ruin. Seit zwei Jahren kämpfen sie ums Überleben. „Es spricht wenig dafür, dass es besser wird“ sagte Göttlich. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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