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Nach krassen Fan-Ausschreitungen: Hansa Rostock muss 100.000 Euro zahlen

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Von: Robin Dittrich

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Nach mehreren Verfehlungen ihrer Fans muss Hansa Rostock tief in die eigene Tasche greifen. Rund 100.000 Euro müssen die Rostocker zahlen. Es geht um sechs Fälle.

Hamburg/Rostock – Sportlich läuft es beim FC Hansa Rostock gut. Fünf Siege und 17 Punkte bedeuten Platz zwölf für den Liga-Neuling. Unter anderem konnten schon Siege gegen den Tabellenvierten aus Regensburg sowie Fortuna Düsseldorf eingefahren werden. Auch im DFB-Pokal erreichten die Rostocker erstmals seit 13 Jahren wieder das Achtelfinale. Anders sieht es auf den Rängen aus, da zeigt sich teils ein eher schändliches Bild. Die Fans der Rostocker fielen in dieser Spielzeit schon häufiger für Unsportlichkeiten auf. Im eigenen Ostseestadion sowie auswärts kam es zu mindestens sechs Vorfällen.

Fußballverein:FC Hansa Rostock
Stadion:Ostseestadion, 29.000 Plätze
Erfolge:NOFV-Oberliga Meister DDR 1990/91

Ultragruppen von Hansa Rostock sind schon lange bundesweit für Ausschreitungen bekannt

Wenn es um Aggressivität und Gewaltbereitschaft bei Ultragruppen geht, wird der Name „Hansa Rostock“ oft genannt. In früheren Tagen fielen die Anhänger vor allem durch Rassismus und Gewalt auf. So wurde der ehemalige deutsche Nationalspieler Gerald Asamoah beim Spiel gegen Schalke 04 im Jahr 2006 rassistisch beleidigt. Bekannt ist in der Rostocker Szene insbesondere die Ultragruppe „Suptras“. Ihr Name ergibt sich aus den Worten Supporters und Ultras. Hansa Rostock selbst beendete 2007 allerdings die Zusammenarbeit mit der Ultragruppe nach – vielen Ausschreitungen.

Fans von Hansa Rostock halten ein Banner mit den Worten „Einer weniger, ACAB!!!“ hoch. Das ist eine Anspielung auf den Tod eines Polizisten in Mecklenburg-Vorpommern. „ACAB“ steht für „all cops are bastards“.
Ultras von Hansa Rostock sorgen durch Skandale für hohe Strafzahlungen © Imago

Auch setzt sich der Verein nun schon länger gegen Rechtsextremismus ein. Aber: Auffällig oft kommt es weiterhin nach wie vor zum Einsatz von Pyrotechnik, gewalttätigen Übergriffen und Sachbeschädigungen. Daran hat auch die Gründung des Vereins „Fanszene Rostock“ nichts geändert, der eine positive Wirkung auf die Fans haben sollte.Ultragruppen, sowie die Suptras, sind weiter in der Szene aktiv und lassen wenig Gelegenheiten aus, um für Aufsehen zu sorgen.

Ultras von Hansa Rostock sorgen oft für Krawalle, jetzt müssen sie blechen

In der aktuellen Zweitliga-Saison wurde schon über einige Ausschreitungen durch Fans von Hansa Rostock berichtet. Gegen den FC St. Pauli gaben die Rostocker ihr komplettes Karten-Kontingent zurück. Trotzdem machten sich hunderte Fans auf nach Hamburg, um dort für Unruhe zu sorgen. Die Polizei rechnete dort mit 400 gewaltbereiten Fans. Die Ausschreitungen hielten sich glücklicherweise in Grenzen. Unter anderem wurde die Davidtreppe im Hamburger Stadtteil St. Pauli mit den Farben der Rostocker (blau-weiß und rot) bemalt. Aber auch die Ultras des FC St. Pauli sind keine unbeschriebenen Blätter. Erst kürzlich fiel die Gruppe Ultrá Sankt Pauli durch eine Vielzahl an Übergriffen auf Frauen auf.

Deutlich extremer als gegen St. Pauli verhielten sich die Anhänger der Rostocker in anderen Spielen. Im Heimspiel gegen Schalke 04 am 25. September 2021 zündeten die Ultras Pyrotechnik und warfen ein Feuerzeug auf das Spielfeld. Hinter der Tribüne sollen zudem circa 150 Rostock-Fans die Einsatzkräfte der Polizei angegriffen haben. Beim Auswärtsspiel der Rostocker bei Holstein Kiel wurde ein Sitzplatzblock von circa 30 Ultras gestürmt. Bei diesem Angriff wurden drei Ordner verletzt.

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Dass ein Teil der Fans keinerlei moralische Grenzen kennen, zeigt sich am nächsten Fall. Ein erst 24-jähriger Polizist aus Hamburg starb bei einem Lehrgang in Mecklenburg-Vorpommern nach einer Belastungsübung. Der tragische Tod wurde von Rostocker Fans unschön kommentiert. Sie präsentierten beim Heimspiel gegen den SV Sandhausen ein Banner mit der Aufschrift: „Einer weniger, ACAB!!!“. ACAB steht für „all cops are bastards“ – übersetzt „Alle Polizisten sind Bastarde“. Eine Widerwärtigkeit. Hansa Rostock kommen die Skandale jetzt teuer zu stehen. Fast 100.000 Euro an Strafzahlungen sind fällig. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal sein. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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