Hamburgs Basketballer holen Sieg in Bamberg

Siegesserie! Hamburg Towers stürmen rasant Richtung Playoffs

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Die Hamburg Towers holen in der Basketball-Bundesliga BBL einen Sieg nach dem anderen. So auch am Ostersonntag: mit einem 76:64-Erfolg gegen Bamberg.

Update vom 04. April 2021 um 17:20 Uhr: Hamburg – Der Nächste bitte! Die Hamburg Towers sind auf dem Weg in die Playoffs der Basketball-Bundesliga BBL weiter nicht zu stoppen. Am Ostersonntag feierten Hamburgs Basketballer einen wichtigen 76:-64-Auswärtserfolg bei Brose Bamberg.

„Uns sind im vierten Viertel ein paar Fehler unterlaufen, das sollte uns eigentlich nicht passieren. Das hat die Partie am Ende noch mal interessant gemacht“, analysierte Top-Scorer Maik Kotsar im Anschluss an die Partie. „Wir haben die ersten dreißig Minuten aber sehr gut und aggressiv gespielt. Ich freue mich sehr über den Sieg. Meine Mitspieler haben mich sehr gut gefunden. Das hat mir einige einfache Korbleger ermöglicht. Wir bleiben weiterhin dabei, uns immer nur auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Gedanken, ob wir gegen ein Team verlieren könnten oder ob es leichter ist zu gewinnen, wird es bei uns nicht geben. Wir müssen aggressiv in jede Partie gehen. Dafür ist die BBL zu ausgeglichen, das hat man nicht zuletzt gestern am Erfolg von Gießen gegen Bayern gesehen.“

Beide Teams hatten zuletzt fünf Spiele in Folge eingefahren, am Ende hielt nur die Serie der Hansestädter. Die Towers festigten ohne Head Coach Pedro Calles, den ein Magen-Darm-Virus außer Gefecht setzte, in der Tabelle damit Platz sechs und bauten ihren Vorsprung auf den Neunten, der nicht mehr zu den Playoffs berechtigt, auf zwölf Punkte aus. Bereits am Mittwoch (19 Uhr) geht es in Vechta weiter.

Terry Allen von den Hamburg Towers behauptet den Ball gegen David Kravish (Nr. 45) und Michele Vitali (Nr. 31) von Brose Bamberg

BBL-Showdown gegen Bamberg um Playoff-Platz

Hamburg - Nach Braunschweig, Berlin und Bayern nehmen die Hamburg Towers am Ostersonntag (4. April 2021 ab 15:00 Uhr, live bei Magenta TV) das nächste „B“ ins Visier: Auswärts bei Brose Bamberg kommt es zum Showdown im Kampf um die Playoff-Plätze in der Basketball-Bundesliga BBL. Mit einem Erfolg gegen den Tabellen-Achten würden die Türme aus der Hansestadt (Platz 6) einen großen Schritt Richtung Playoffs machen.

Die Türme von der Elbe sind aktuell zweifelsohne das Team der Stunde in der Basketball-Bundesliga BBL. Fünf Siege in Folge gab es zuletzt, darunter ein 90:75 gegen Titelverteidiger ALBA Berlin am Dienstagabend, sowie ein 91:86 nach Verlängerung gegen den FC Bayern München.

Basketball-Team:\tHamburg Towers
Homepage:hamburgtowers.de
Arena:Edel-optics.de-Arena
Gründung:2013
Cheftrainer:Pedro Calles
Geschäftsführer:Marvin Willoughby, Jan Fischer
Gesellschafter:Jan Fischer, Jochen Franzke, Tomislav Karajica und Marvin Willoughby

Personallage der Hamburg Towers entspannt sich – Johannes Richter ist zurück

Das Duell an Ostern ist aber auch das Duell der derzeit heißesten BBL-Teams. Denn Brose Bamberg gewann ebenfalls seine letzten fünf Partien. „Mit unserer Siegesserie im Rücken treffen wir jetzt auf ein Team, das zuletzt genauso viele Spiele gewonnen und mit Ulm und Saragossa in der Champions League ebenfalls zwei Topteams geschlagen hat“, weiß Towers-Trainer Calles um die Stärke des Gegners.

Personell kann der Spanier schon fast wieder aus dem Vollen schöpfen. Seit Anfang der Woche ist „Big Man“ Johannes Richter, der aufgrund einer Knieverletzung zwei Monate pausieren musste, wieder im Training. „Die tägliche Competition hat mir am meisten gefehlt“, berichtet der 27-Jährige über seine Zwangspause und hofft, „bald wieder richtig anzugreifen und noch möglichst viele Spiele für die Towers in dieser Saison bestreiten“ zu können.

Außerdem hat der seit Ende Februar als Trainingsspieler in Hamburg weilende Patrick Spencer eine Spiellizenz erhalten und der erst 17-jährige Leif Möller, der bisher für Rist Wedel in der ProB auflief, trainiert seit dem Zweitliga-Saisonende bei den Profis mit.

Hamburg Towers: Die „Türme“ des Nordens

Es klingt ein wenig wie ein Märchen, wenn man sich die Geschichte der Hamburg Towers genauer anschaut. Unter der Leitlinie „Den Leistungssport auf die Sozialarbeit aufzubauen“ riefen die Gründer Marvin Willoughby und Jan Fischer den Verein „Sport ohne Grenzen“ im Süden der Hansestadt, in Wilhelmsburg, im Jahr 2006 ins Leben. Ersterer bekam später stellvertretend für seine Arbeit übrigens das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Kindern und Jugendlichen sollten durch Sport Werte wie Fairness, Respekt und Toleranz vermittelt werden. Das Ergebnis: Ein Riesenerfolg!

Siegerjubel bei den Hamburg Towers nach dem Sieg gegen amtierenden Deutschen Meister ALBA Berlin. (24hamburg.de-Montage)

Mit den Piraten Hamburg wurde die erste organisierte Basketballmannschaft für Jugendliche gegründet. Seit dem Jahr 2009 trifft dieses Team, das inzwischen auch Hamburg Towers heißt, in der U-16-Bundesliga an. Zwei Jahre später folgte ein weiteres Team, das in der U-19-Bundesliga aufläuft. Beide Teams haben bislang jedes Jahr die Playoffs erreicht.

BBL Basektball: Die Piraten werden Türme

Doch die Ambitionen wurden größer – ein Profiteam musste her. Dank einer Wildcard durften die Türme in der Saison 2013/14 in der 2. Basketball Bundesliga ProA starten und entwickelten sich schnell zu einem starken Zweitligisten, der sich kontinuierlich weiterentwickelte und an seinem Traum Bundesligaaufstieg arbeitete.

Der letzte Mosaikstein kam im Mai 2018 mit US-Amerikaner Mike Taylor als neuer Cheftrainer hinzu. Im Spieljahr 2018/19 zogen die Hanseaten als Tabellenvierter in die Meisterrunde ein.

Pedro Calles, Trainer der Hamburg Towers, mischt mit seinem Team die Basketball-Bundesliga auf. (24hamburg.de-Montage)

Am 30. April 2019 stand schlussendlich der sportliche Aufstieg der Hamburger in die Basketball-Bundesliga fest, nachdem sie im fünften und letzten Spiel Hauptrundenmeister Chemnitz auswärts mit 78:72 bezwangen.

Sportsenator Andy Grote, eigens mit Familie zum entscheidenden Playoff-Spiel nach Chemnitz gereist, sagte: „Das ist ein neues Kapitel für den Sport in Hamburg! Irren Respekt vor dieser Mannschaft. Das ist mit das Emotionalste, was ich erlebt habe.“ Sogar der ehemalige NBA-Superstar Dirk Nowitzki gratulierte zum Aufstieg.

Im Dezember 2019 wurden die Towers bei der Hamburger Sportgala als Hamburgs Mannschaft des Jahres 2019 ausgezeichnet.

Hamburg Towers in der Bundesliga angekommen

Im ersten Jahr im Basketball-Oberhaus mussten die Towers zweifelsohne jede Menge Lehrgeld bezahlen. Gleich das erste Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte gegen den amtierenden deutschen Meister FC Bayern München ging mit 55:111 verloren. Zum Zeitpunkt des vorzeitigen Saisonendes wegen der Corona-Pandemie standen die Türme auf dem letzten Tabellenplatz. Der Vertrag mit Trainer Taylor, unter dessen Leitung die Mannschaft in der Bundesliga-Saison 19/20 drei Siege und 17 Niederlagen verbucht hatte, wurde anschließend nicht verlängert.

Hamburg Towers Spieler TJ Shorts in der Edel-Optics Arena in Hamburg-Wilhelmsburg.

Mit dem neuen Trainer Pedro Calles legten die Türme in der Saison 2019/2020 dann aber einen Start nach Maß hin: Am ersten Spieltag fuhr die Mannschaft mit einem 78:75 über Bamberg den ersten Heimsieg seit dem Bundesliga-Aufstieg ein. Die Hamburger gewannen im Anschluss ihre ersten fünf Bundesliga-Saisonspiele und eroberten damit zwischenzeitlich den ersten Tabellenplatz.

Die Towers sind damit definitiv in der Bundesliga angekommen und sind bereit, das deutsche Basketball-Business ordentlich durcheinanderzuwirbeln.

Die Heimatstätte der Hamburg Towers: edel-optics.de-Arena in Hamburg-Wilhelmsburg

Seit dem Jahr 2014 ist die edel-optics.de-Arena die Heimat der Towers. Die ein Jahr zuvor anlässlich der Internationalen Gartenschau errichtete Blumenausstellungshalle wurde im Anschluss zu einer Sport- und Eventhalle umgebaut. Die 3.400 Zuschauer fassende Multifunktionsarena gehört zu den modernsten ihrer Art in der Hansestadt. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Löb / Loeb

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