88:82-Sieg

Hamburg Towers mit nächstem Sieg – Vechta plattgemacht

  • Thanh Nguyen
    vonThanh Nguyen
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Die Hamburg Towers befinden sich weiter auf Kurs Richtung Playoffs. Bei Schlusslicht Vechta gab es Mittwochabend den siebten Sieg in Folge. Das sagt Coach Calles.

Update vom 07. April 2021 um 22:10 Uhr: Hamburg - Der Nächste bitte! Siebter Sieg in Folge für die Hamburg Towers! Beim Tabellen-Schlusslicht der Basketball-Bundesliga BBL feierten die „Türme“ einen 88:82-Sieg.

„Ich denke, wir haben heute nicht unser bestes Spiel in der Defensive gemacht. Aber ich möchte meinen Spielern gratulieren, dass sie trotzdem einen Weg gefunden haben, einen Sieg aus Vechta mitzunehmen“, gab Trainer Pedro Calles ehrlich zu. „Unsere Defensive war nicht gut, vor allem die beiden Guards Sosa und Young haben uns Probleme bereitet. Ich hätte mir gewünscht, dass wir das Spiel besser beenden. Ich wünsche RASTA Vechta noch viel Erfolg für den Rest der Saison.“

Basketball-Team:\tHamburg Towers
Homepage:hamburgtowers.de
Arena:Edel-optics.de-Arena
Gründung:2013
Cheftrainer:Pedro Calles
Geschäftsführer:Marvin Willoughby, Jan Fischer
Gesellschafter:Jan Fischer, Jochen Franzke, Tomislav Karajica und Marvin Willoughby

Was er meinte: Zu Beginn hielten die Gastgeber gut mit und lagen angeführt von Young, der in der ersten Halbzeit 14 Punkte auflegte, immer wieder in Führung. Eine Auszeit von Calles brachte den nötigen Umschwung. Mit einem 13:2-Lauf übernahmen die Hamburger die Führung und beendeten das erste Viertel mit einem zweistelligen Vorsprung (16:26). In der Folgezeit zeigte der Tabellen-Sechste seine ganze Klasse und warum sie jeden Gegner schlagen können.

Am Samstag (18 Uhr) steht bereits die nächste Partie bei Titelverteidiger ALBA Berlin an.

Kameron Taylor (Hamburg Towers, 7) mit einem No-Look-Pass. Jordan Kahlil Barnett (RASTA Vechta, 21) kommt nicht an den Ball.

Hamburg Towers-Trio vor emotionaler Rückkehr nach Vechta

Erstmeldung vom 07. April 2021, 09:48 Uhr:

Hamburg – Das Duell am Mittwochabend auswärts gegen RASTA Vechta klingt nach einer Pflichtaufgabe für die Hamburg Towers, schließlich reist der Tabellen-Sechste der Basketball-Bundesliga BBL zum Schlusslicht (ab 19 Uhr, Magenta Sport überträgt live). Für Trainer Pedro Calles, Miguel Zapata und Max DiLeo wird es allerdings eine Reise zurück an alte Wirkungsstätte.

Denn in den vergangenen zwei Saisons avancierte Vechta auch dank des Towers-Trio vom Aufsteiger zu einem einen Playoff-Teilnehmer – genau das wollen die Drei auch in der Hansestadt schaffen. „Es ist das erste Mal, dass ich wieder bei einem Team antrete, für das ich im Vorjahr gespielt habe. Es wird sicherlich seltsam, aber sobald das Spiel beginnt, gilt mein Fokus nur unserem Ziel“, gibt Kapitän DiLeo vor dem Duell Einblicke in seine Gefühlswelt.

Hamburg Towers mit breiter Brust: Sechs Siege in Folge in der BBL

Trainer Calles warnt vor der vermeintlichen Pflichtaufgabe: „ Meine Spieler müssen verstehen, dass Vechta um ihr Überleben kämpfen wird. Die Herausforderung wird also sein, dass wir zeigen, dass wir den Sieg ebenso sehr wollen. Zunächst bereiten wir uns wie bisher vor. Ich muss es so deutlich sagen, wir sind nicht besser als andere. Dieser Gedanke wäre der erste Schritt in die falsche Richtung. Es gilt ein weiteres Mal, das auf dem Feld über vierzig Minuten zu beweisen.“ Im Hinspiel siegten die Towers  92:74.

T.J. Shorts (Hamburg Towers, rechts) im Duell unter dem Korb mit Joanic Grüttner Bacoul (Brose Bamberg, links)

Die Türme von der Elbe sind aktuell zweifelsohne das Team der Stunde in der Basketball-Bundesliga BBL. Sechs Siege in Folge gab es, darunter ein 90:75 gegen Titelverteidiger ALBA Berlin am Dienstagabend, sowie ein 91:86 nach Verlängerung gegen den FC Bayern München. Zuletzt musste BROSE Bamberg am Ostersonntag dran glauben (76:64). Dies allerdings ohne Calles, den ein Magen-Darm-Virus außer Gefecht setzte. „Es war definitiv etwas anderes als einfach am TV zuschauen zu müssen.

Aber mit dem Start des Spiels haben die Coaches und die Spieler das sehr gut gemacht und es flüssiger und leichter aussehen lassen, als ich es erwartet habe“, sagte er. Gegen seinen Ex-Klub wird der Spanier nun wieder am Parkettrand Platz nehmen.  „Vechta ist keine Stadt wie jede andere, RASTA ist kein Verein wie jeder andere und auch die Fans – die ich leider nicht wiedersehen kann – sind nicht wie jede andere.“

Terry Allen von den Hamburg Towers behauptet den Ball gegen David Kravish (Nr. 45) und Michele Vitali (Nr. 31) von Brose Bamberg

Der Beginn eines großen Projekts: Piraten Hamburg

Es klingt ein wenig wie ein Märchen, wenn man sich die Geschichte der Hamburg Towers genauer anschaut. Unter der Leitlinie „Den Leistungssport auf die Sozialarbeit aufzubauen“ riefen die Gründer Marvin Willoughby und Jan Fischer den Verein „Sport ohne Grenzen“ im Süden der Hansestadt, in Wilhelmsburg, im Jahr 2006 ins Leben. Ersterer bekam später stellvertretend für seine Arbeit übrigens das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Kindern und Jugendlichen sollten durch Sport Werte wie Fairness, Respekt und Toleranz vermittelt werden. Das Ergebnis: Ein Riesenerfolg! Mit den Piraten Hamburg wurde die erste organisierte Basketballmannschaft für Jugendliche gegründet. Seit dem Jahr 2009 trifft dieses Team, das inzwischen auch Hamburg Towers heißt, in der U-16-Bundesliga an. Zwei Jahre später folgte ein weiteres Team, das in der U-19-Bundesliga aufläuft. Beide Teams haben bislang jedes Jahr die Playoffs erreicht.

Pedro Calles, Trainer der Hamburg Towers, mischt mit seinem Team die Basketball-Bundesliga auf. (24hamburg.de-Montage)

BBL Basektball: Aus Piraten werden Türme – Hamburg Towers steigen auf

Doch die Ambitionen wurden größer – ein Profiteam musste her. Dank einer Wildcard durften die Türme in der Saison 2013/14 in der 2. Basketball Bundesliga ProA starten und entwickelten sich schnell zu einem starken Zweitligisten, der sich kontinuierlich weiterentwickelte und an seinem Traum Bundesligaaufstieg arbeitete.

Der letzte Mosaikstein kam im Mai 2018 mit US-Amerikaner Mike Taylor als neuer Cheftrainer hinzu. Im Spieljahr 2018/19 zogen die Hanseaten als Tabellenvierter in die Meisterrunde ein.

Am 30. April 2019 stand schlussendlich der sportliche Aufstieg der Hamburger in die Basketball-Bundesliga fest, nachdem sie im fünften und letzten Spiel Hauptrundenmeister Chemnitz auswärts mit 78:72 bezwangen.

Sportsenator Andy Grote, eigens mit Familie zum entscheidenden Playoff-Spiel nach Chemnitz gereist, sagte: „Das ist ein neues Kapitel für den Sport in Hamburg! Irren Respekt vor dieser Mannschaft. Das ist mit das Emotionalste, was ich erlebt habe.“ Sogar der ehemalige NBA-Superstar Dirk Nowitzki gratulierte zum Aufstieg. Im Dezember 2019 wurden die Towers bei der Hamburger Sportgala als Hamburgs Mannschaft des Jahres 2019 ausgezeichnet.

Die Hamburg Towers gewinnen ihr Spiel gegen HAKRO in der Basketball Bundesliga. (24hamburg.de-Montage)

Hamburg Towers in der Basketball-Bundesliga angekommen

Im ersten Jahr im Basketball-Oberhaus mussten die Towers zweifelsohne jede Menge Lehrgeld bezahlen. Gleich das erste Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte gegen den amtierenden deutschen Meister FC Bayern München ging mit 55:111 verloren. Zum Zeitpunkt des vorzeitigen Saisonendes wegen der Corona-Pandemie standen die Türme auf dem letzten Tabellenplatz. Der Vertrag mit Trainer Taylor, unter dessen Leitung die Mannschaft in der Bundesliga-Saison 19/20 drei Siege und 17 Niederlagen verbucht hatte, wurde anschließend nicht verlängert.

Mit dem neuen Trainer Pedro Calles legten die Türme in der Saison 2019/2020 dann aber einen Start nach Maß hin: Am ersten Spieltag fuhr die Mannschaft mit einem 78:75 über Bamberg den ersten Heimsieg seit dem Bundesliga-Aufstieg ein. Die Hamburger gewannen im Anschluss ihre ersten fünf Bundesliga-Saisonspiele und eroberten damit zwischenzeitlich den ersten Tabellenplatz. Die Towers sind damit definitiv in der Bundesliga angekommen und bereit, das deutsche Basketball-Business ordentlich durcheinanderzuwirbeln.

Siegerjubel bei den Hamburg Towers nach dem Sieg gegen amtierenden Deutschen Meister ALBA Berlin. (24hamburg.de-Montage)

Die Heimatstätte der Hamburg Towers: edel-optics.de-Arena in Hamburg-Wilhelmsburg

Seit dem Jahr 2014 ist die edel-optics.de-Arena die Heimat der Towers. Die ein Jahr zuvor anlässlich der Internationalen Gartenschau errichtete Blumenausstellungshalle wurde im Anschluss zu einer Sport- und Eventhalle umgebaut. Die 3.400 Zuschauer fassende Multifunktionsarena gehört zu den modernsten ihrer Art in der Hansestadt. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Beautiful Sports

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