„Verteidigungsminister“ und „Mentalitätsmonster“

Hamburg Towers: Kapitän Max DiLeo macht die Drecksarbeit

  • Lars Zimmermann
    vonLars Zimmermann
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Bei den Hamburg Towers ist „Verteidigungsminister“ Max DiLeo für die Attitüde zuständig. In der BBL ist der Kapitän des Basketball-Bundesligisten berüchtigt.

  • Max DiLeo ist seit dieser Saison Kapitän der Hamburg Towers.
  • Kapitän DiLeo ist Fan von Towers-Coach Pedro Calles.
  • Max DiLeo stammt aus einer Basketball-Familie.

Hamburg-WilhelmsburgMax DiLeo ist ein Spieler, den man gerne in der eigenen Mannschaft hat. Die Gegner sehen den Deutsch-Amerikaner dagegen am liebsten aus der Ferne. Der 27-Jährige steht für eine knallharte Verteidigung und verhindert beim Basketball-Bundesligisten Hamburg Towers, dass der Gegner zu leichten Punkten kommt. „Ich tue was nötig ist - sei es für den Zusammenhalt oder die Defensive auf dem Feld“, sagt DiLeo zu seiner Rolle beim BBL-Team aus dem Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg.

Hansi Flick, Trainer des Fußball-Bundesligisten Bayern München, adelte seinen Mittelfeldspieler Joshua Kimmich vor kurzem als „Mentalitätsmonster“. Eine Beschreibung, die auch auf Max DiLeo zutrifft. Der Guard ist sich nicht zu schade für die Drecksarbeit. Emotionen, Kampfgeist, Führungsqualitäten – dafür steht der Towers-Kapitän. Die Mitspieler hören zu, wenn ihr „Mentalitätsmonster“ etwas zu sagen hat und wählten ihn im Sommer zum Kapitän des Teams. Diese Rolle teilt DiLeo sich mit Routinier Bryce Taylor.

Basketball-Spieler: Max DiLeo
Geboren: 12. März 1993 in Philadelphia (Alter 27 Jahre)
Aktuelles Team: Hamburg Towers
Vorherige Profi-Teams: Oettinger Rockets Gotha, RheinStars Köln, Rasta Vechta

Hamburg Towers: DiLeo ist der „Verteidigungsminister“

Das Basketball-Talent liegt in DiLeos Genen. Seine Mutter Anna setzte sich als rumänische Nationalspielerin 1980 in Deutschland ab und verliebte sich dort in Trainer Tony DiLeo. Der führte in den 1980ern unter anderem Saturn Köln zur deutschen Meisterschaft und war kurzzeitig auch Coach des NBA-Teams der Philadelphia 76ers. Max älterer Bruder T.J. DiLeo spielt in der Bundesliga für die Telekom Baskets Bonn. Max DiLeos professionelle Karriere startete in Deutschland. 2015 wechselte er nach seinem Studium in den USA zum Zweitligisten Rockets Gotha (vormals Oettinger Rockets Gotha). Von dort kam er über RheinStars Köln und Rasta Vechta nach Hamburg.

Max DiLeo ist als Defensivspezialist der „Verteidigungsminister“ der Hamburg Towers. (24hamburg.de Montage)

Der Towers-Neuzugang weiß genau, was sein Trainer von ihm erwartet. Pedro Calles trainierte DiLeo schon bei dessen früherem Verein Rasta Vechta und lotste seinen „Verteidigungsminister“ im Sommer an die Elbe. Coach Pedro und Max DiLeo kennen und schätzen sich. „Ich habe mit Pedro schon zwei Jahre zusammengearbeitet und würde mir wünschen, dass er für den Rest meiner Karriere mein Trainer bleibt“, sagt der 27-Jährige. In Vechta erhielt DiLeo auch den Spitznamen „Verteidigungsminister“. „Auf diese Bezeichnung bin ich stolz. Ich mag es einfach, härter zu arbeiten als meine Gegenspieler, sie zu stören, eine Pest zu sein“, so DiLeo.

Hamburg Towers: DiLeo lobt Hamburg als „wunderschöne Stadt“

Knallharte Defense ist sein Steckenpferd. DiLeo ist mit seinen 1,81 Metern für einen Basketballer eher klein und wirkt in der BBL fast wie ein „Kampfzwerg“. Deshalb ist er nicht unbedingt unter dem Korb zu finden. Der Towers-Kapitän attackiert den Gegner meist schon in dessen Hälfte und beißt sich an seinen Kontrahenten fest.

Basketballverein: Hamburg Towers
Halle: Edel-optics.de-Arena
Kapazität: 3.400 Plätze
Gründung: 2013
Geschäftsführer: Marvin Willoughby, Jan Fischer
Gesellschafter: Marvin Willoughby, Jan Fischer, Tomislav Karajica, Jochen Franzke

In seiner neuen Heimat hat sich DiLeo schnell eingelebt. „Hamburg ist eine wunderschöne Stadt und die Atmosphäre bei den Towers ist ebenfalls sehr gut“, lobt er. Es sei überraschend, wie gut die Teamchemie schon nach kurzer Zeit sei. „Wir arbeiten hart, haben aber auch viel Spaß. Und wir reden viel, damit zum Beispiel die Verteidigung klappt“, so DiLeo.

DiLeos Ehrgeiz ist ebenso wie sein Einsatzwille grenzenlos. Das kann manchmal dazu führen, dass er überdreht. So bekam er beispielsweise beim dominanten 92:74-Erfolg gegen seinen Ex-Klub Rasta Vechta für seine Verhältnisse nur wenige Einsatzminuten, weil der Guard schon früh mit Foulproblemen zu kämpfen hatte. Erst, als unkonzentriert wirkende Hamburger dabei waren, einen eigentlich schon geschlagenen Gegner wieder zurück ins Spiel zu bringen, schickte Coach Pedro sein „Mentalitätsmonster“ wieder aufs Hallenparkett. DiLeo hatte großen Anteil daran, dass die Partie nicht endgültig kippte und die Towers letztendlich doch noch souverän gewannen.

Hamburg Towers: Bayreuth wartet am Freitabend

Der Sieg gegen die alte Liebe Vechta war für DiLeo bereits der zweite emotionale Höhepunkt in dieser Saison. Auch das Bruderduell gegen T.J. DiLeo und dessen Telekom Baskets Bonn entschied der Towers-Kapitän für sich.

Die nächste Bewährungsprobe steht für Hamburgs Türme um DiLeo am kommenden Freitag an, wenn ab 19 Uhr medi Bayreuth in der heimischen edel-optics.de Arena gastiert. Das bislang einzige Duell der beiden Teams im November 2019 gewann der aktuelle Tabellen-14. in der Hansestadt mit 95:81.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Manngold

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