Hamburgs Basketballer in den Playoffs

Hamburg Towers: Jetzt wartet Titelverteidiger ALBA Berlin auf die Türme

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Die Hamburg Towers stehen vor ihrer ersten Playoff-Runde der Basketball-Bundesliga BBL. Dort wartet Titelverteidiger ALBA Berlin.

Hamburg – Auch wenn das letzte Hauptrundenspiel der Hamburg Towers in der Basketball-Bundesliga BBL am 9. Mai in Frankfurt 89:96 verloren ging, so hat die Saison der „Türme“ nur ein Wort verdient: HISTORISCH!

Im zweiten Jahr der easyCredit BBL gelang den Basketballern aus der Hansestadt mit 21 Siegen aus 13 Niederlagen erstmals der Einzug in die Playoff-Runde. Dort wartet ab dem 19. Mai kein Geringerer als Titelverteidiger ALBA Berlin.

Basketball-Team: Hamburg Towers
Homepage:hamburgtowers.de
Gründung:2013
Arena: edel-optics.de-Arena
Geschäftsführer: Marvin Willoughby, Jan Fischer

Hamburg Towers zittern um Kapitän Taylor

„Die Playoffs sind eine ganz neue Saison. Wir müssen mit voller Energie in die Serie gehen“, erklärt Kapitän Bryce Taylor, der gegen Frankfurt nach vier Wochen Pause ein solides Comeback gab (fünf Punkte).

Womöglich sind es seine letzten Spiele im Towers-Trikot, denn Taylors Vertrag läuft im Sommer aus. Eine Entscheidung, ob er weiterhin für die Hamburg Towers und Gesellschafter Tomislav Karajica, der in Hamburg den Elbdome bauen will, auflaufen wird, ist noch nicht in Sicht. Immerhin konnten die Towers vor einigen Wochen mit „Big Man“ Maik Kotsar ein anderen Leistungsträger für ein weiteres Jahr den Verein aus Wilhelmsburg binden.

TJ Shorts, Kameron Taylor und Maik Kotsar freuen sich über den Einzug in die Playoffs in der Basketball-Bundesliga BBL. (24hamburg.de-Montage)

Zwei Siege gegen ALBA in diesem Jahr

Nun wartet Berlin – ein gutes Omen? In der regulären Saison konnten die Towers beide Spiele gegen die Hauptstädter gewinnen. „Es wäre ein Nachteil, wenn wir zwei Mal mit 20 verloren hätten“, sagt Towers-Boss Marvin Willoughby, der im 24hamburg.de-Interview schon im letzten Dezember die Playoff-Teilnahme als Ziel ausgab.

„Wir hoffen natürlich, dass wir mit der richtigen Einstellung und Kampfkraft ins Spiel gehen können und uns eine Chance geben, den ersten BBL-Playoff-Sieg zu erreichen. Und Alba muss sich auf jeden Fall anstrengen, um das zu verhindern.“

Hamburg Towers-Geschäftsführer Marvin Willoughby im Interview mit 24hamburg.de im Hamburger Ding: „Wir müssen die Spieler für unseren Weg begeistern und davon überzeugen, dass sie bei uns den nächsten Schritt machen können.“

Überragender Saisonstart und Rekordserie der Hamburg Towers

Die Towers strotzen nach ihrer sensationellen Saison voller Selbstbewusstsein. Dabei war der Start schon überragend. Nach fünf Siegen zum Auftakt lagen die Basketballer von der Elbe Mitte Dezember kurzzeitig auf Rang eins. Zwar konnte das Team von Headcoach Pedro Calles dieses Niveau Anfang des Jahres nicht halten, aber nichtsdestotrotz verteidigten die Türme durchgängig einen Platz unter den ersten Acht.

Im März April folgte dann die nächste Siegesserie. Die Towers triumphierten neunmal in Folge - BBL-Rekord! Unter anderem wurde der FC Bayern München nach Verlängerung sowie Titelverteidiger ALBA Berlin besiegt. Zunächst überraschten die Towers den Titelverteidiger, dann zwangen die Wilhelmburger ALBA Berlin erneut in die Knie. Auch gegen Brose Bamberg gab es einen Erfolg – allesamt Hochkaräter des deutschen BBL-Basketballs und drei Playoff-Konkurrenten.

Basketball-Spieler T.J. Shorts (Hamburg Towers) im Duell mit Johannes Thiemann von Alba Berlin. (24hamburg.de-Montage)

Hamburg Towers ziehen Mitte April in die Playoffs ein

Mitte April die endgültige Krönung: „Playoffs Digga“! Dank eines 80:74 gegen Baskets Oldenburg war die Playoff-Teilnahme perfekt gemacht.  

„Ja, ich bin extrem glücklich. Für den Klub und für die Jungs. Die Playoffs waren ja nie das Ziel“, jubelte Calles. Sechs Spieltage vor Schluss war den Hanseaten die erste Teilnahme an der Meister-Runde (Top 8) nicht mehr zu nehmen. Nach Abpfiff wurden Kappen mit der Aufschrift „Playoffs Digga“ verteilt.

Hamburg Towers: Die „Türme“ des Nordens

Nicht nur die aktuelle Saison klingt wie ein Märchen, sondern auch die Geschichte der Hamburg Towers generell. Unter der Leitlinie „Den Leistungssport auf die Sozialarbeit aufzubauen“ riefen die Gründer Marvin Willoughby und Jan Fischer den Verein „Sport ohne Grenzen“ im Süden der Hansestadt, in Wilhelmsburg, im Jahr 2006 ins Leben. Ersterer bekam später stellvertretend für seine Arbeit übrigens das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Kindern und Jugendlichen sollten durch Sport Werte wie Fairness, Respekt und Toleranz vermittelt werden. Das Ergebnis: Ein Riesenerfolg!

Mit den Piraten Hamburg wurde die erste organisierte Basketballmannschaft für Jugendliche gegründet. Seit dem Jahr 2009 trifft dieses Team, das inzwischen auch Hamburg Towers heißt, in der U-16-Bundesliga an. Zwei Jahre später folgte ein weiteres Team, das in der U-19-Bundesliga aufläuft. Beide Teams haben bislang jedes Jahr die Playoffs erreicht.

Pedro Calles, Trainer der Hamburg Towers, mischt mit seinem Team die Basketball-Bundesliga auf. (24hamburg.de-Montage)

BBL Basektball: Die Piraten werden Türme

Doch die Ambitionen wurden größer – ein Profiteam musste her. Dank einer Wildcard durften die Türme in der Saison 2013/14 in der 2. Basketball Bundesliga ProA starten und entwickelten sich schnell zu einem starken Zweitligisten, der sich kontinuierlich weiterentwickelte und an seinem Traum Bundesligaaufstieg arbeitete.

Der letzte Mosaikstein kam im Mai 2018 mit US-Amerikaner Mike Taylor als neuer Cheftrainer hinzu. Im Spieljahr 2018/19 zogen die Hanseaten als Tabellenvierter in die Meisterrunde ein.

Am 30. April 2019 stand schlussendlich der sportliche Aufstieg der Hamburger in die Basketball-Bundesliga fest, nachdem sie im fünften und letzten Spiel Hauptrundenmeister Chemnitz auswärts mit 78:72 bezwangen.

NBA-Star Nowitzki und Hamburgs Sportsenator Grothe gratulieren

Sportsenator Andy Grote, eigens mit Familie zum entscheidenden Playoff-Spiel nach Chemnitz gereist, sagte: „Das ist ein neues Kapitel für den Sport in Hamburg! Irren Respekt vor dieser Mannschaft. Das ist mit das Emotionalste, was ich erlebt habe.“ Sogar der ehemalige NBA-Superstar Dirk Nowitzki gratulierte zum Aufstieg.

Im Dezember 2019 wurden die Towers bei der Hamburger Sportgala als Hamburgs Mannschaft des Jahres 2019 ausgezeichnet.

Hamburg Towers in der Bundesliga angekommen

Im ersten Jahr im Basketball-Oberhaus mussten die Towers zweifelsohne jede Menge Lehrgeld bezahlen. Gleich das erste Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte gegen den amtierenden deutschen Meister FC Bayern München ging mit 55:111 verloren. Zum Zeitpunkt des vorzeitigen Saisonendes wegen der Corona-Pandemie standen die Türme auf dem letzten Tabellenplatz. Der Vertrag mit Trainer Taylor, unter dessen Leitung die Mannschaft in der Bundesliga-Saison 19/20 drei Siege und 17 Niederlagen verbucht hatte, wurde anschließend nicht verlängert.

Mit dem neuen Trainer Pedro Calles legten die Türme in der Saison 2019/2020 dann aber einen Start nach Maß hin: Am ersten Spieltag fuhr die Mannschaft mit einem 78:75 über Bamberg den ersten Heimsieg seit dem Bundesliga-Aufstieg ein. Acht Monate später stehen die Towers vor der ersten Playoff-Teilnahme.

Die Hamburg Towers wollen auch das nächste BBL-Spiel gegen ALBA Berlin gewinnen. (24hamburg.de-Montage)

Hamburg Towers: Krönung in den Playoffs gegen Berlin

Die Towers sind damit definitiv in der Bundesliga angekommen und sind bereit, das deutsche Basketball-Business weiter ordentlich durcheinanderzuwirbeln.

Egal wie das Duell gegen ALBA Berlin ausgehen beziehungsweise wie lange die Saison noch dauert, im nächsten Jahr steht die Zielsetzung fest:  Teilnahme in einem der europäischen Wettbewerbe – am liebsten in den Champions League. Willoughby: „Wenn wir das schaffen, werden wir als Organisation nicht davor zurückschrecken, es zu versuchen.“ *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Baering

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