Exklusiv-Interview

Hamburg Towers: Big Man Johannes Richter – das Sahnehäubchen

  • Thanh Nguyen
    vonThanh Nguyen
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Johannes Richter ist der Neue im Team der Hamburg Towers. Der „Big Man“ im 24hamburg.de-Interview über den Sport, die Fans und natürlich die BBL-Playoffs. 

  • Exklusiv-Interview mit Johannes Richter.
  • Seit Januar bei den Hamburg Towers im Kader.
  • Der Neuzugang hat sich in der Hansestadt gut eingelebt.

Hamburg-Wilhelmsburg – Nach der bitteren 92:95-Heimniederlage nach Verlängerung in der edel-optics-Arena gegen medi bayreuth am Freitagabend war der Frust bei den Hamburg-Towers groß, denn die Chancen zum Sieg waren mehr als vorhanden.

„Wir haben einfach nicht genug Hunger gehabt, um den Teller leer zu machen“, ärgerte sich Towers-Sportchef Marvin Willougby nach der fünften Saison-Niederlage. „Wir haben anscheinend gedacht, dass die Bayreuther sich hinlegen. Aber das haben sie nicht gemacht.“

Nichtsdestotrotz sind nach 14 Spieltagen und Platz sieben in der Tabelle der Basketball-Bundesliga BBL die Playoffs in greifbarer Nähe!

Einer der dabei helfen soll, weiter konstant oben mitzuspielen, ist Neuzugang Johannes Richter, der seit Anfang des Jahres in der Hansestadt weilt. Der 27-jährige Power Forward zeigte gegen Bayreuth eine solide Vorstellung, erzielte per Dunk seine ersten Heimpunkte und erfüllt die an ihn gestellten Erwartungen mehr und mehr.

Johannes Richter in Aktion (24hamburg.de Montage)

„Er ist ein gestandener BBL-Profi und spielt derzeit die beste Saison seiner bisherigen Karriere. Wir hoffen, dass er sich schnell ins Team eingliedert und bei den Towers direkt daran anknüpfen kann“, freute sich Willougby bei der Vorstellung Richters Anfang Januar.

Im exklusiven 24hamburg.de-Interview spricht der Power Forward über seine ersten Wochen an der Elbe und seine Ziele mit den Towers.

Moin Johannes, wurdest du gut empfangen in der Stadt Hamburg?
Von der Mannschaft und dem Trainerteam auf jeden Fall. Da kann ich mich überhaupt nicht beklagen. Es wurde mir sehr einfach gemacht. Charakterlich passen die Jungs sowieso alle.
Aktuell habe ich noch eine Spielerwohnung mit meiner Frau und meinem Sohn Jona Daniel (6 Wochen). Mal schauen, ob wir dort bleiben oder wir uns eine eigene Wohnung suchen.
Spieler:Johannes Richter
Geburtstag:06.12.1993
Position:Power Forward
Größe:2,05 Meter
Herkunft:Deutschland
Wie sind die ersten Trainingswochen verlaufen? Hattest Du Probleme bei der Umstellung?
Ich habe ja schon mit Gießen gegen die Towers gespielt, daher wusste ich, was mich erwartet. Aber ich war schon etwas überrascht über die Intensität im Training. Aber genau das überträgt sich auch auf das Spielfeld. Es werden gewisse Dinge anders gemacht, als in anderen Vereinen. Da brauche ich noch etwas Zeit, um mich daran zu gewöhnen, aber wir sind auf einem ganz guten Weg.
Welchen Sachen meinst du genau?
In der Verteidigung sind die Rotationen und das Stellungsspiel anders, als ich es gewohnt war. Aber letztendlich funktioniert es schon ganz gut, daher machen wir viel richtig.
Insgesamt hast du über 180 BBL-Spiele für Bamberg, Frankfurt, Bonn, Gotha, Würzburg und zuletzt Gießen absolviert. Erst im letzten Sommer ging es zu den 46ers. Wie kam es dann zum Wechsel nach Hamburg?
Der Kontakt war schon ab Mitte Dezember vorhanden. Für mich sind die Towers einfach der nächste Karriereschritt. Ich wollte in einem gut funktionierenden Team spielen und als Leistungsträger erfolgreich sein. Dazu darf ich mit Pedro Calles mit einem Coach zusammenarbeiten, der als sehr modern gilt und mich weiterbringen kann.
Calles wird von vielen Experten und Spielern gleichermaßen gelobt. Was macht ihn so besonders?
Was mich am meisten beeindruckt ist die Klarheit. Wie er Sachen macht und erklärt. Es wird einem sehr einfach gemacht, was zu tun ist und was er verlangt. Diese klare Ausdrucksweise zeichnet ihn aus.
Pedro Calles, Trainer der Hamburg Towers, mischt mit seinem Team die Basketball-Bundesliga auf. (24hamburg.de-Montage)
Er ist also eine Art Pep Guardiola des Basketball?
(lacht) Tiki-Taka mag er, glaub ich, nicht so gerne. Solche Vergleiche sind schwer anzustellen.
Die Towers sind vor allem auch ein Stadtteil-Projekt. Was hältst du davon?
Was ich den ersten Wochen festgestellt habe, ist, wie verwurzelt der Verein im Stadtteil Wilhelmsburg ist. An der S-Bahn-Station kommt man raus und sieht gleich das Towers-Logo oder man geht Einkaufen und auf den Tüten ist das Logo. Das hat mich am allermeisten beeindruckt.
Basketball-Team:Hamburg Towers
Arena:edel-optics.de Arena (Hamburg-Wilhelmsburg)
Cheftrainer:Pedro Calles
Manager:Marvin Willoughby
Liga:Basketball-Bundesliga (BBL)
Gesellschafter: Marvin Willoughby, Jan Fischer, Tomislav Karajica, Jochen Franzke
Kapazität:3.400
In den USA sind teilweise Fans in den Hallen wieder zugelassen. Freust du dich schon auf volle Hallen – wann immer es wieder machbar ist?
Ein großer Grund, diesen Sport zu machen, ist es, mit den Fans in Kontakt zu sein. Das ist immer das Sahnehäubchen. Es macht das Ganze attraktiv und macht Spaß. Man kann es vielleicht vergleichen, dass man nun auf Arbeit geht und es einfach durchzieht. Aber diese Leidenschaft, die den Sport ausmacht, fehlt einfach. Allerdings sollten wir uns nicht beklagen. Immerhin dürfen wir spielen. Wir sind schon in einer sehr privilegierten Situation. Natürlich fehlen die Fans.
Dein Mitspieler Justus Hollatz ist mit 19 Jahren gerade ins Nationalteam berufen worden. Was hältst Du von ihm?
Er spielt schon sehr abgeklärt für sein Alter und hat eine gute Größe, was wichtig ist auf der Position des Point Guard. Zweifelsohne ist er ein riesiges Talent für ganz Basketball-Deutschland. Wenn er in seiner Entwicklungskurve nicht stehenbleibt, dann kann er in der Nationalmannschaft eine gute Rolle spielen.
Du hast neben dem Basketball auch ein Medizin-Studium fast abgeschlossen. Wie schaffst du das?
Aktuell spiele ich nur Basketball. Wenn ich Zeit finden würde, dann würde ich gerne an der Doktorarbeit schreiben. Aber das ist eher ein Projekt für den Sommer. Seit zwei, drei Jahren liegt der Fokus nur auf Basketball. Das wird auch so bleiben. Was nach dem Basketball kommt, wird man sehen.
‚Big Man‘ oder ‚Dr. Ball‘ – welcher Spitzname ist Dir lieber?
(lacht) Einfach nur ‚Jo‘. Das wäre mir am liebsten.

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Rubriklistenbild: © Passion2Press/MarkusxFischerx

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