Fußball von Herzen

FC St. Pauli: Spieler, Shop, Forum, Stadion – alles zum Hamburger Kiez-Club und Stadtderby-Gewinner

  • Lars Wiedemann
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Fußball-Club FC St. Pauli: Starker Fan-Support und der ewige Aufstiegskampf in die Bundesliga. Infos und Geschichte des Hamburger Fußballvereins.

  • Der „Fußball-Club St. Pauli von 1910 e. V.“ hat seinen Hauptsitz im Herzen des gleichnamigen Viertels St. Pauli in unmittelbarer Nähe zum Millerntor-Stadion.
  • Der stetige Aufstiegskampf führte den FC St. Pauli in die 2. Bundesliga
  • Der Hamburger Kiez-Club wird durch seine Fanclubs zur Marke.

Hamburg – Der Fußball-Club FC St. Pauli ist unverkennbar ein Aushängeschild der Hamburger Hansestadt. Der Club mit dem Totenkopf als bekanntes Fansymbol gilt als nordischer Kultverein im deutschen Profifußball und trägt eine facettenreiche Geschichte. Wer direkt das Herzstück des Kiez-Clubs besuchen möchte, kann sich das Millerntor-Stadion, die Heimat des Fußball-Vereins, einmal genauer anschauen.

FC St. Pauli aus Hamburg: Tickets, Spielplan und Fanshop

Tickets für Heimspiele, aber auch Auswärtskarten und Dauerkarten sind im offiziellen Shop des Fußball-Vereins erhältlich. Wer - wie momentan – leider nicht live dabei sein kann, hat die Möglichkeit, über Twitter, Instagram, AFM-Radio und den FC St. Pauli TV die Spiele zu verfolgen.

Wer über den Spielplan der laufenden Saison informiert bleiben will, kann diesen auf der offiziellen FC St- Pauli-Vereinshomepage einsehen: fcstpauli.com.

FC St. Pauli-Fans können zudem in den Hamburger Fanshops am Millerntor und auf der Reeperbahn viele Artikel im Look des Fußball-Clubs erwerben, darunter:

  • Trikots
  • T-Shirts
  • Hoodies
  • Jacken
  • Kleinigkeiten, wie Sticker und Kugelschreiber

Spieler des FC St. Pauli in der aktuellen Saison 2020/2021 – die Jungs vom Millerntor

Im aktuellen Kader von Trainer Timo „Schulle“ Schultz stehen folgende dreißig Spieler:

PositionNameTrikot-Rückennummer
TorDennis Smarsch1
Tor (Startelf)Dejan Stojanovic21
TorSvend Brodersen33
AbwehrSebastian Ohlsson2
AbwehrJames Lawrence3
AbwehrPhilipp Ziereis4
AbwehrChristopher Avevor6
AbwehrDaniel Buballa15
AbwehrLuca-Milan Zander19
AbwehrLeart Paqarada23
AbwehrTore Reginiussen24
AbwehrAdam Dzwigala25
AbwehrJannes Wieckhoff32
MittelfeldMarvin Knoll5
MittelfeldRodrigo Zalazar8
MittelfeldChristopher Buchtmann10
MittelfeldMaximilian Dittgen11
MittelfeldRyō Miyaichi12
MittelfeldLukas Daschner13
MittelfeldAfeez Aremu14
MittelfeldEric Smith18
MittelfeldFinn Ole Becker20
MittelfeldRico Benatelli26
MittelfeldChristian Viet29
MittelfeldLuis Coordes36
SturmGuido Burgstaller9
SturmSimon Makienok16
SturmDaniel-Kofi Kyereh17
SturmOmar Marmoush22
SturmIgor Matanovic34

Spieler FCSP in Saison 2019/2020: Die damaligen Profis in Braun-Weiß

Unter Timo Schultz Vorgänger Cheftrainer Jos Luhukay waren in den Jahren 2019 und 2020 diese Spieler im Kader des FC St. Pauli:

PositionNameTrikot-Rückennummer
TorRobin Himmelmann30
TorSvend Brodersen33
TorKorbinian Müller40
AbwehrJakub Bednarczyk2
AbwehrLeo Østigård3
AbwehrPhilipp Ziereis4
AbwehrChristopher Avevor6
AbwehrMarc Hornschuh8
AbwehrDaniel Buballa15
AbwehrMatt Penney17
AbwehrLuca Zander19
AbwehrYiyoung Park20
AbwehrJames Lawrence21
AbwehrJan-Philipp Kalla27
AbwehrFlorian Carstens38
AbwehrSebastian Ohlsson43
MittelfeldMarvin Knoll5
MittelfeldKevin Lankford7
MittelfeldChristopher Buchtmann10
MittelfeldRyō Miyaichi12
MittelfeldJohannes Flum23
MittelfeldRico Benatelli26
MittelfeldWaldemar Sobota28
MittelfeldErsin Zehir31
MittelfeldLuis Coordes36
MittelfeldFinn Ole Becker37
SturmViktor Gyökeres9
SturmDimitrios Diamantakos18
SturmBoris Tashchy24
SturmHenk Veerman25

Millerntor-Stadion in Hamburg: Anfahrt zur Heimat des FC St. Pauli

Das Millerntor-Stadion ist die Spielstätte des FC St. Pauli und erhielt seinen Namen durch das vormals bestehende Tor der Hamburger Stadtmauer. Am Heiligengeistfeld haben Heimspiele bereits seit Ende des Ersten Weltkriegs Tradition. Knapp 30.000 Menschen finden in dem Stadion Platz. Zudem sind VIP Karten für Séparées und Business-Seats erhältlich. Neben der Geschäftsstelle beherbergt das Areal außerdem das Kartencenter, eine Vereinsgaststätte, den Fanshop in der Südtribüne und das Museum des FC St. Pauli. Auch für Kinder gibt es etwas ganz Besonderes – eine Kita, die zwischen der Haupttribüne und Südtribüne einen uneingeschränkten Ausblick auf das Spielfeld bietet.

Mitten in der Innenstadt Hamburgs gelegen, gestaltet sich die Anfahrt nach St. Pauli und zum Heimatstadion denkbar einfach. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, etwa mit den U-Bahnen des HVVs, geht es von den U3-Haltestellen St. Pauli und Feldstraße fußläufig direkt zum Millerntor-Stadion. Eine Anfahrt mit dem Auto ist zwar auch möglich, doch der Verein selbst verweist auf die gut angebundenen öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt, da auch die Park-Möglichkeiten aufgrund der zentralen Lage begrenzt sind.

Bei einer Stadionführung werden den Besuchern nicht nur interessantes Hintergrundwissen, sondern auch lustige Anekdoten und überraschende Fakten aus der über 100-jährigen Geschichte des Fußballvereins vermittelt. Tickets der sogenannten Millerntouren sind auf der offiziellen Homepage erhältlich.

Die legendäre Gegengerade des Millerntor-Stadions.

Wird das Millerntor-Stadion in eine Genossenschaft umgewandelt?

Das Millerntor-Stadion ist immer wieder Grundlage für Diskussionen, wenn es um die Finanzierung des Vereins FC St. Pauli geht, wie hinzundkunzt.de 2019 berichtet hat. Ginge es nach Vereins-Präsident Oke Göttlich könnten Anteile von bis zu 46 Prozent des im Vereinsbesitz befindlichen Stadions an die Fans verkauft werden. Das Stadion würde dann als Genossenschaft verwaltet werden. Was nach einer guten alternativen Geldquelle klingt - der Verein entschied sich, keinen fremden Investoren das Stadion oder den Vereinsnamen zu verkaufen - hat sich bisher jedoch nicht zur tatsächlichen Umsetzung behaupten können.

Sicht vom Heiligengeistfeld auf die Gegengerade des Millerntor-Stadtions des FC Sankt Pauli. Ultrà Sankt Pauli (USP) wertet nicht nur Stromkästen, sondern auch den FCSP-Verein auf.

FC St. Pauli Hamburg: Fußball-Club mit bemerkenswerter Geschichte in Baun-Weiß seit 1910

Bis ins Jahr 1942 zählte der FC St. Pauli zur Fußballabteilung des Hamburg St. Pauli Turnvereins. Der FCSP wurde erst im Jahr 1910 als selbstständiger Club in das Vereinsregister eingetragen – deshalb ist der Kiez-Club auch unter „FC St. Pauli 1910“ beziehungsweise unter „FCSP 1910“ bekannt; vereinsintern starten Sitzungen deshalb auch oft um 19:10 Uhr.

Braun-Weiß sind damals wie heute die Farben des Clubs, der sich seit Bestehen mit dem Hamburger SV um die Vorherrschaft in der Hansestadt streitet. Der stetige Kampf um den Ligaaufstieg und Klassenerhalt hat FC St. Pauli stark geprägt.

Warum wird FC St. Pauli als Fahrstuhl-Mannschaft bezeichnet?

Doch das ewige Auf und Ab zwischen den Ligen kennen längst nicht nur die Fans von heute. Zwar stieg der ehemalige Turnverein bereits im Jahr 1919 in die Bundesliga auf, konnte sich dort aber nie lange halten. Nach einigen Jahren in der drittklassigen Regionalliga Nord kehrte das Team im Jahr 2007 wieder in die 2. Bundesliga zurück. In der Saison 2009/2010 schaffte der Verein sogar den Aufstieg in die Bundesliga – es gab zahlreiche Spielerwechsel, doch der Abstieg ließ sich nicht verhindern. Seither muss sich der FC St. Pauli wieder in der Zweiten deutschen Fußball-Liga messen.

Ultràs des FC Sankt Pauli auf der Südkurve – mit legendären Vorsängerinnen und Vorsängern.

Fangemeinschaft des FC St. Pauli: Fanclubs, Ultràs, Fan-Forum, Zecken

Die Anfänge der Fanclubs des FC St. Pauli gehen bis in die Hausbesetzer-Zeiten der Achtziger- und Neunzigerjahre zurück. Seit damals bezeichnen sich die FCSP-Fan auch gerne als Zecken. Heute hat der FC St. Pauli mehr als 400 eingetragene Fanclubs, die über ganz Deutschland und der ganzen Welt verteilt sind (prominentes Beispiel: FC St. Pauli NYC – East River Prirates).

Markantes Symbol und auch späteres Logo für die Fanszene der Kiez-Kicker wurde der Totenkopf. Mehrere Fanclubs, ganz groß die Fanvereinigung Ultrà Sankt Pauli (USP), werden durch die größte vereinsinterne Abteilung Fördernde Mitglieder (AFM) indirekt gestützt. Doch besagte USP-Anhänger machen immer wieder Schlagzeilen mit kreativen, radikalen Aktionen aber auch mit Vandalismus. So ist etwa die Hansestadt Hamburg übersät mit USP- und FCSP-Graffitis sowie Stickern; die St. Pauli Fans freut dies, die Anhänger des Stadtrivalen Hamburger SV fühlen sich dadurch provoziert, Unbeteiligte NIcht-Fußballfans verstehen diesen Fußball-Kult nicht und geben sich pikiert.

Bei Heimspielen stehen die „eingeschweißten“ Kiez-Kicker-Fans in der Südkurve (vorwiegend Ultràs) wie auch in der Gegengerade (Support Block) oder der „Nord-Tribüne“ und starten Fangesänge und Choreografien, um ihren Verein stimmungsvoll anzufeuern. Mit Liedern drücken diese ihre Solidarität zu den FCSP-Spielern aus.

Auch die Hymne Das Herz von Sankt Pauli oder der etwa das Fanlied „Wir sind Zecken, schlafen unter Brücken oder in der Bahnhofsmission“ sowie große Sprüche-Banner dürfen bei keinem Spiel fehlen. Die Fangemeinschaft hat zudem einen Fanladen gegründet, der sich gleichzeitig für soziale Projekte starkmacht und den Fokus auf die Jugend gelegt hat.

St. Pauli-Fans mit Totenkopf-Fahne auf der Gegengerade des Millerntor-Stadions.

Im Internet tauschen sich die Fans gerne über das St. Pauli-Forum aus – nach dem Motto „klönen, schnacken, diskutieren“. Insgesamt sind in dem Forum über 13.000 Mitglieder registriert und über 9.000 Themen gesetzt.

Warum besitzt AFM-Radio Kultstatus unter FC St. Pauli-Fans?

Legendär ist das Blindenradio der Abteilung Fördernder Mitglieder (AFM): Das AFM-Radio überträgt jedes Pflichtspiel des FC St. Pauli 1910 (Heimspiele und Auswärtsspiele) in einem Internet-Livestream – die Kommentatoren Wolff und Knut haben unter den braun-weißen Fans Kultstatus erlangt. So hören die eingefleischten Fans des FC St. Pauli die AFM-Radio-Tonspur mit Live-Kommentierung und Spiel-Atmosphäre während sie die Sky-Sport-Übertragung stumm geschaltet haben. – dass, hierbei Bild und Ton aufgrund der zeitversetzten Sky- und AFM-Übertragungssignale oft asynchron sind, stört den echten FCSP-Fan nicht. Vor allem während der Corona-Pandemie und den Geisterspielen (Ende Saison 2019/20 und in der Saison 2020/2021) diente das AFM-Radio als wichtiger identitäts- und gemeinschaftsstiftender Ersatz für FCSP-Großfanfamilie die sich nicht live im Millerntor-Stadion treffen konnte.

Welche Medien gibt es im FC St. Pauli?

Neben der Marketingprodukte wie etwa der Heimspiel-Zeitung „Viva St. Pauli“ (gratis) und dem „FC St. Paul TV“ (kostenpflichtig) des Vereins, gibt es teilweise unabhängige oder gar vollständig vom Verein FC St. Pauli unabhängige und von den Fans selbst organisierte Medienprodukte: Seit mehreren Jahrzehnten gibt es das vereinskritische aber in die Jahre gekommene nur mehr selten produzierte „Übersteiger“-Magazin, daraus abgespalten und entwickelt hat sich der mittlerweile höchst beliebte Podcast- und Blog „MillernTon“. Weitere FCSP-Podcasts und Blogs – wie etwa der von Erik Hauth „St. Pauli Nu“ oder „Kiezcorner“ (von und mit Fynn Riebesell, Philipp Mohr) –, bereichern den Verein, die Fanszene, den Stadtteil St. Pauli und Hamburg.

FC St. Pauli – vom Underdog zur Hamburger Marke

Der Fußball-Verein hat in den letzten zwanzig Jahren nur drei Spielzeiten in der Bundesliga verbracht. Dennoch ist das prägnante Markenprofil des FCSP aus dem Profifußball nicht mehr wegzudenken. Im Rund-Wappen des Vereins mit dem Hamburg-Logo ist der Slogan „non established since 1910“ erst seit Anfang des neuen Jahrhunderts zu finden.

Durch die große Fangemeinschaft wurde der Grundstein für die Markenwerte gelegt. Unter der markanten Totenkopf-Flagge vermitteln der Club und seine Anhänger ihrerseits Werte wie Weltoffenheit, Rebellion, Toleranz und Selbstironie, stehen öffentlich gegen bestehende Konventionen, Probleme wie Rassismus, Homophobie wie auch Sexismus ein und sind teils sogar in der Antifa aktiv. Die Fans des FC St. Pauli sehen sich im starken Gegensatz zu denen des HSVs, deren Verhalten schon öfter durch Gewalt, rechte Parolen und Ausschreitungen mit Hooligans aufgefallen ist.

Hamburger Stadtderby: Aufeinandertreffen zweier nordischer Fußball-Clubs

Das Hamburger Stadtderby bezeichnet Fußballspiele, bei denen FC St. Pauli gegen HSV spielt. Den ersten Sieg des FCSP erzielten die Kicker vom Kiez am 19. Oktober 1930 mit einem 1:0. Nach nahezu jährlicher Austragung dieser Partien trennten sich die Wege beider Hamburger Vereine durch die Gründung der Bundesliga. Am 19. Oktober 2010 fand erstmals seit dem Jahr 1962 wieder ein Derby im Millerntor-Stadion statt, das mit einem 1:1-Unentschieden endete. Durch ein Tor von Gerald Asamoah gewann der Verein beim Rückspiel am 16. Februar 2011 erstmals seit 1977 wieder ein Stadtderby.

Wer ist aktuell Hamburger Fußball-Meister?

In der Saison 2018/2019 spielte der Hamburger SV nach seinem erstmaligen Abstieg in die Zweite Bundesliga wieder regelmäßig Pflichtspiele gegen den FC St. Pauli. In der Saison 2018/2019 erkämpfte sich der FCSP beim Hinspiel auswärts im Volksparkstadion ein Unentschieden – beim Rückspiel am Millerntor im Frühjahr 2019 setzte es für die Boys in Brown (unter Trainer Markus Kauczinski) eine bittere 0:4-Niederlage.

Unter Trainer Jos Luhukay entschied FC St. Pauli die Derbys in der Saison 2019/2020 beide für sich. In der Hinrunde gewann St. Pauli im Heimatstadion mit 2:0 – der erste Derby-Heimsieg seit dem Jahr 1960. Das Rückspiel im Volkspark endete durch die Tore von Henk Veerman und Matt Penney wieder mit einem 2:0 – der FC St. Pauli war nun Stadtderby-Doppelsieger.

Unter Trainer Timo „Schulle“ Schultz blieben die Kicker vom Kiez in der Saison 2020/21 weiter ungeschlagen. In einem spektakulären Derby im Volkspark in der Hinrunde gab es ein 2:2-Unentschieden, in der zweiten Saisonhälfte entschied Daniel-Kofi Kyereh mit seinem Tor zum 1:0 in der 88. Minute das Spiel zugunsten von St. Pauli. Somit ist FC St. Pauli erneut Stadtmeister, Dreifachderbysieger und erstmals im Profifußball in vier Derbys in Folge unbesiegt gegen den HSV.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa

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