DFL-Wust: 35 Seiten Corona-Regeln

Abstand halten: FC St. Pauli schickt Spieler auf Tribüne  

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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35 Seiten umfasst das Corona-Konzept der DFL. Der FC St. Pauli muss intensiv planen, um jede Auflage erfüllen zu können. Tribünenplätze für die Ersatzspieler könnten das Problem mit der Abstandsregel lösen.  

  • Spieler des FC St. Pauli müssen vielleicht auf Tribüne ausweichen.
  • Intensives Management für umfangreichen Coronavirus-Katalog der DFL nötig.
  • Quarantäne-Trainingslager in der Hafencity Hamburg.

Hamburg/St. Pauli - Immer wieder nervt der Coronavirus-Sars-CoV-2 den FC St. Pauli. Aktuell muss sich der Kiez-Club aus Hamburg überlegen, wie er zum Ligastart am Sonntag, 17.05., 13.30 Uhr gegen Nürnberg die Quarantäne-Auflagen der DFL erfüllt. Vor allem, wie die Ersatzspieler mit ausreichend Sicherheitsabstand am Spielfeld untergebracht werden können.

FC St. Pauli im Quarantäne-Trainingslager in Hamburg: Kampf mit Corona-Auflagen

Geisterspiel statt Monsterstimmung. Die Fans dürfen am Sonntag nicht ins Millerntor-Stadion.

Einen der ungeliebten Tribünenplätze will eigentlich nie ein Profifußballer bekommen. Würde das doch bedeuten, dass er nicht mitspielen darf. Beim FC St. Pauli könnte es am kommenden Sonntag aber anders sein. So könnten die Profis, die Coach Jos Luhukay als Ersatzspieler einplant, auf der Tribüne Platz nehmen, um den geforderten Mindestabstand einzuhalten. Der muss umgesetzt werden, um die Corona-Auflagen der DFL zu erfüllen.

Normalerweise stellt der FC St. Pauli neben der Ersatzbank zusätzliche Stühle auf, sollte mehr Platz benötigt werden. Doch normal ist im Fußball aktuell nichts mehr. Weil das Heimspiel gegen Nürnberg ohne Fans stattfinden muss, bleibt die Tribüne leer. Dort könnten die Ersatzspieler mit ausreichend Abstand Platz nehmen und wären etwas weiter weg vom Spielgeschehen.

Millerntor: Keine Fans im Stadion, strenge Auflagen für Aufenthalt davor

Der FC St. Pauli ist in Kontakt mit den Fans. Es dürfen nicht zu viele vor das Millerntor.

Weit weg vom Spielgeschehen werden auch die Fans sein. Denn auch vor dem Millerntor-Stadion dürfen sich nicht zu viele versammeln. In erster Linie aus gesundheitlichen Gründen, aber natürlich auch, weil dies eine Auflage der DFL ist. Der Verein ist deswegen auch mit der Fan-Szene in Kontakt, um dem Verband keine Munition für noch strengere Auflagen oder gar Strafen zu geben.

Tribünenplätze für die Ersatzspieler und die Fans vor dem Stadion sind nicht das erste corona-bedingte Problem, mit dem sich der FC St. Pauli organisatorisch rumärgern muss. Seit Anfang der Woche befinden sich die Profis in Quarantäne. Das DFL-Konzept sieht vor, dass alle Mannschaften vor dem Ligastart in ein einwöchiges Quarantäne-Trainingslager gehen. Vom Rivalen gibt es bereits erste Meldungen aus dem Lager, Kapitän Aaron Hunt hat sich vor der Presse geäußert.

Bürokratie und Management-Mammutaufgabe durch Corona-Konzept der DFL

Während der Hamburger SV in Herzogenaurach Quartier bezog, keine zwanzig Kilometer entfernt vom Stadion der SpVgg Greuther Fürth, musste der FC St. Pauli in Hamburg ein passendes Hotel in Hamburg finden. Schwierig. Viele sind geschlossen, außerdem gibt es strenge Vorgaben zur Hygiene. Nach intensiver Suche konnte die Mannschaft dann im 25hours Hotel Hamburg in der Hafencity einziehen. Hier ist genug Platz, um die Mannschaft von den anderen Gästen zu trennen. Glück im Unglück: Zum Millerntor-Stadion sind es gerade einmal 3,5 Kilometer.

Die Auflagen der DFL sind umfangreich. Insgesamt 35 Seiten umfasst das „Organisations-Rundschreiben-Sonderspielbetrieb“. So muss die Gastmannschaft in mehreren Bussen anreisen, die Spieler der Heimmannschaft nach Möglichkeit einzeln per Auto. Das Stadion wird außerdem in drei Zonen eingeteilt. In jeder dürfen maximal hundert Personen gleichzeitig sein.

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Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/picture alliance/dpa

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