Hamburger Stadtderby

Sechs Gründe für den FC St. Pauli im Stadtderby gegen HSV

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Am Montag, 1. März, steigt das Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli am Millerntor. Sechs Gründe, warum die Kiezkicker Derbysieger sein werden.

Hamburg – Es wird wieder heiß in der Hansestadt. Nicht wegen des Wetters, sondern wegen des anstehenden Stadtderbys zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli am Montag, 1. März 2021, um 20:30 Uhr, im Millerntorstadion. Aktuell ist der FC St. Pauli richtig gut drauf und konnte seine letzten vier Spiele allesamt eindrucksvoll gewinnen. Und auch wenn der HSV nie zu unterschätzen ist, kommen hier sechs Gründe, warum die Kiezkicker sich die Stadtmeisterschaft holen.

Fußballclub:FC St. Pauli
Gründung:15. Mai 1910, Hamburg
Stadion:Millerntor Stadion
Präsident:Oke Göttlich
Trainer:Timo Schultz

FC St. Pauli wird Derbysieger: Grund eins – Kiezkicker haben einen richtig guten Lauf

Wer sich die letzten Spieltage der Zweiten Bundesliga anschaut, der wird schon auf den ersten Blick erkennen, dass das Team von Trainer Timo Schultz einen richtig guten Lauf hat. Aus den letzten fünf Spielen holte der FC St. Pauli stolze zwölf von 15 möglichen Punkten und konnte so den Tabellenkeller hinter sich lassen. Die einzige Niederlage mussten die Jungs vom Millerntor gegen Aufstiegsaspirant VfL Bochum hinnehmen – und selbst in dem Match spielten die Kiezkicker gut mit.

Sechs gute Gründe warum der FC St. Pauli das Stadtderby gegen den HSV gewinnt. (24hamburg.de-Montage)

Nach der Winterpause, zu welcher St. Pauli noch mit acht mageren Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz lag, legten die Profis der Braun-Weißen dann los. Nach der Auftaktniederlage im neuen Jahr gegen Greuther Fürth folgten zunächst noch zwei Remis gegen Würzburg und Holstein Kiel. Dann aber fingen die Kiezkicker mit dem Siegen an und hörten bis heute mit Ausnahme des Bochum-Spiels nicht mehr damit auf. Sie bezwangen Hannover, Regensburg, Heidenheim, Sandhausen, Nürnberg und Darmstadt. In der Rückrundentabelle liegen sie derzeit auf Platz zwei. Weit vor dem Hamburger SV, der lediglich Rang zehn belegt.

FC St. Pauli wird Derbysieger: Grund zwei – neue Mentalität im gesamten Team gibt Aufwind

Vor einigen Wochen hatte es im Team des FC St. Pauli richtig gekracht. Der Grund dafür waren die katastrophalen Leistungen der vergangenen Monate, wegen denen die Kiezkicker zeitweise fest im Abstiegskampf steckten. Dann aber wurde die Reißleine gezogen und einige Spieler, unter anderem Torwart Robin Himmelmann, suspendiert. Und plötzlich lief alles komplett anders. Nicht nur, dass die Kiezkicker anfingen, endlich Spiele zu gewinnen. Nein, auch die Körpersprache auf dem Platz veränderte sich komplett.

Die St. Paulianer kämpfen um jeden Ball und besitzen mittlerweile sogar die Stärke, nach Rückschlägen wieder zurückzukommen. Im Spiel gegen Heidenheim verspielte die Schultz-Truppe beispielsweise gleich dreimal eine Führung, schaffte es aber dennoch, das Spiel kurz vor Schluss noch mit 4:3 zu gewinnen und die drei Punkte mit ans Millerntor zu nehmen. Und auch am vergangenen Spieltag gegen Darmstadt schaffte es Sankt Pauli, die zwischenzeitlich verspielte 2:0-Führung in den letzten Minuten noch in einen 3:2-Sieg umzuwandeln.

FC St. Pauli wird Derbysieger: Grund drei – neue Offensivpower

Und damit direkt zum nächsten Pluspunkt der Kiezkicker. Denn wie man an den jüngsten Ergebnissen unschwer erkennen kann, hat das Team eine enorme Offensivpower in der Hinterhand. Nach Gegentoren schafft es die Mannschaft, mit Vollgas selbst noch ein Tor mehr zu schießen als der Gegner. So erzielten die Kiezkicker in den vergangenen fünf Spielen ganze 13 Tore. Zum Vergleich: in den 17 Spielen der Hinrunde reichte es gerade mal zu 23 Toren. Bei gleichbleibender Quote würden die Kiezkicker in der Rückrunde auf 44 Tore kommen.

In der Rückrunde schießt der FC St. Pauli 2,6 Tore pro Spiel und stellt damit alle anderen Mannschaften der Zweiten Bundesliga in den Schatten. Keiner trifft so oft wie die Kicker vom Millerntor. Der Rivale aus dem Volksparkstadion schoss im gleichen Zeitraum nur acht Tore, das sind nur 1,6 Treffer pro Spiel.

FC St. Pauli wird Derbysieger: Grund vier – Tormonster Guido Burgstaller trifft und trifft

Apropos Tore: einen großen Anteil daran, dass die Kiezkicker deutlich mehr Freude am Toreschießen haben, hat Torjäger Guido Burgstaller. Ihn verpflichtete St. Pauli zu Beginn der Saison vom FC Schalke 04. Seine Zeit in Hamburg begann schmerzhaft, denn er verletzt sich zu Beginn der Saison schwer. Jetzt aber ist er zurück und trifft und trifft und trifft.

HSV-Stürmer Simon Terodde und St. Pauli-Torjäger Guido Burgstaller treffen im Stadtderby aufeinander. (24hamburg.-Montage)

Insgesamt stand er nur elf Partien im Dress von St. Pauli auf dem Fußballplatz. In den letzten sieben Spielen gelangen ihm ganze acht Treffer. Und mit dieser Tor-Quote ist er derzeit vor dem gegnerischen Tor sogar erfolgreicher als Robert Lewandowski vom FC Bayern München und Erling Haaland von Borussia Dortmund. Burgstaller trifft derzeit alle 99 Minuten das Tor, was ihn nur minimal langsamer macht als HSV-Torjäger Simon Terodde mit 98 Minuten. Trotzdem hat Burgstaller mit seiner Offensiv-Power einen großen Anteil am derzeitigen Erfolg der Kiezkicker.

FC St. Pauli wird Derbysieger: Grund fünf – der HSV steckt in der Krise

Was die Qualität der beiden Stadt-Rivalen angeht, so dürfte der HSV klare Vorteile gegenüber dem FC St. Pauli haben. So haben die Rothosen exzellente Spieler mit Erfahrung und Qualität im Kader. Darunter Aaron Hunt, Tim Leibold, Sonny Kittel oder Ex-Bayern-Torwart Sven Ulreich. In Topform könnte es für die Kiezkicker gegen die Jungs aus dem Volksparkstadion also schwer werden. Gut, dass der HSV derzeit aber nicht in einer solchen Top-Verfassung ist.

Es scheint nämlich so, als stünde der Hamburger SV derzeit am Rande einer kleinen Krise – zumindest, was die Ergebnisse betrifft. Denn im Gegensatz zu den Kiezkickern konnten die Volkspark-Fußballer aus den letzten fünf Spielen nur sechs Zähler holen. Außerdem traf Sturmwunder Simon Terodde zwei Spiele hintereinander nicht, während Burgstaller im letzten Duell gegen Darmstadt sogar einen Doppelpack ablieferte. Zudem hat der HSV aktuell erneut richtig Druck im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg, was die Profis offenbar nervös macht. Davon könnte St. Pauli profitieren.

FC St. Pauli wird Derbysieger: Grund sechs – das Derby hat eigene Gesetze

Neben der Qualität spricht auch die Tradition des Duells eher für die Rothosen. So konnten die Jungs aus dem Volksparkstadion von 34 Duellen 19 Partien für sich entscheiden und die Stadtmeisterschaft eintüten. Die Kiezkicker hingegen stehen aktuell nur bei sechs Siegen. Jedoch waren sie in der jüngeren Vergangenheit deutlich besser dabei als vor etlichen Jahren. Denn seit der Hamburger SV in die Zweite Liga abgestiegen ist, konnten die Rothosen nur einmal gewinnen, während St. Pauli zwei Siege und zwei Remis erkämpfte. Außerdem ist es doch so: Das Derby hat ohnehin seine ganz eigenen Gesetze. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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