Talent muss Leistung zeigen

FC St. Pauli-Transfergerüchte: Luis Coordes muss liefern – sonst ist er weg

  • Lars Wiedemann
    VonLars Wiedemann
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Trainer Timo Schultz kennt ihn aus dem Nachwuchs vom FC St. Pauli. Jetzt ist Luis Coordes bei den Profis. Doch muss er mehr zeigen, um nicht abserviert zu werden.

Hamburg – Andreas Bornemann ist gefordert. Mit Hochdruck basteln der Sportchef und Trainer Timo Schultz, der zwischenzeitlich bei Werder Bremen im Gespräch war, am FC St. Pauli-Kader für die neue Saison. Ein personeller Umbruch ist angesagt. FC St. Pauli-Transfergerüchte gibt es einige. Welche Rolle Luis Coordes in Zukunft spielt, hängt von der Entwicklung des 22-Jährigen ab. Und diese stockt gewaltig. Hat der Außenspieler am Millerntor noch eine Chance?

Fußballspieler:Luis Coordes
Geboren:2. Januar 1999 (Alter: 22 Jahre) in Santo Domingo, Dominikanische Republik
Im Verein seit:Januar 2016
Größe:1,81 Meter
Positionen:Linksaußen, Rechtsaußen
Spiele/Tore für den FC St. Pauli 13/0

FC St. Pauli-Transfergerüchte: Talent Luis Coordes von Verletzungen zurückgeworfen

Im Jahr 2016 hat Timo Schultz den pfeilschnellen Außenspieler aus der Dominikanischen Republik vom MTV Treubund Lüneburg zum FC St. Pauli geholt. Im Nachwuchs empfiehlt sich Coordes anschließend für höhere Aufgaben. Im Mai 2019 bestreitet er seine ersten Minuten als Profi unter dem damaligen Trainer Jos Luhukay. Vor allem die Fitnesswerte von Luis Coordes überzeugen damals das Trainerteam. Doch genau diese physische Komponente kann er danach nur noch selten zeigen.

FC St. Pauli-Talent Luis Coordes stagniert in seiner Entwicklung – kann er sich am Millerntor noch durchsetzen? (24hamburg.de-Montage)

Verletzungen machen dem Talent des FC St. Pauli einen Strich durch die Rechnung: Ein Bänderriss im Sprunggelenk in Vorbereitung auf die Saison 2019/20. Eine Knieverletzung im Sommer 2020. Der Flügelspieler, der von seiner Schnelligkeit lebt, wird in der Vergangenheit immer wieder zurückgeworfen. Der FC St. Pauli vertraut dennoch seinen Fähigkeiten. Der Klub stattet Coordes Ende Juli 2020 mit einem neuen Vertrag in Hamburg bis zum Sommer 2022 aus, statt einen Transfer zu einem anderen Verein anzustreben.

FC St. Pauli-Transfergerüchte: Luis Coordes erfüllt Erwartungen von Coach Timo Schultz nicht

Das heißt: Luis Coordes geht nun in seine dritte komplette Saison im Profikader des Zweitligisten aus der Hansestadt Hamburg. Lediglich 13 Einsätze stehen für ihn bislang zu Buche. In der abgelaufenen Saison kam kein einziger dazu. Im gesamten Jahr 2021 findet man den Namen Luis Coordes nicht einmal im Spieltags-Kader des Klubs von der Reeperbahn. Zu wenig. Auch für seinen Trainer Timo Schultz, der nach der Vertragsverlängerung seine Anforderungen deutlich geäußert hatte.

Meine Erwartung an ihn ist, dass er seine Fähigkeiten im offensiven Eins-gegen-Eins permanent ausspielt. 

FC St. Pauli-Trainer Timo Schultz über Luis Coordes

„Meine Erwartung an ihn ist, dass er seine Fähigkeiten im offensiven Eins-gegen-Eins permanent ausspielt und deutlich mehr Torgefahr ausstrahlt. Dann werden wir noch viel Freude an ihm haben“, so „Schulle“. Apropos Torgefahr: Da steht eine große Null bei Coordes. In 13 Spielen in der Zweiten Bundesliga schoss der 22-Jährige im Trikot des FC St. Pauli kein Tor und lieferte auch keine Vorlage. Keine Werte, mit denen er zum Stammspieler wird. Sondern eher zum Transfer-Kandidaten.

FC St. Pauli-Transfergerüchte: Luis Coordes muss sich aufdrängen – sonst könnte am Millerntor bald Schluss sein

Ein weiteres Problem für Coordes, der inzwischen sogar ein A-Länderspiel für die Dominikanische Republik absolvierte: Das System von Timo Schultz, das der Trainer in der Rückrunde 2020/21 erfolgreich installierte. Im 4-4-2 mit Mittelfeldraute ist eigentlich kein Platz für den Flügelflitzer. Coordes muss sich im Training aufdrängen. Und das so schnell wie möglich. Ansonsten könnte für ihn am Millerntor im Sommer 2022 Schluss sein und er zu einem FC St. Pauli-Transfer-Kandidaten werden. Vielleicht auch schon früher.

Luis Coordes spielt quasi unter dem Motto „liefern oder fliegen“. Nutzt er seine letzte Chance, ist alles okay. Wenn nicht, droht vermutlich irgendwann der Abschied vom Millerntor. Den haben Rodrigo Zalazar und Omar Marmoush bereits vollzogen. Die Leihspieler sind zurück bei ihren Vereinen in Frankfurt und Wolfsburg. Die Zukunft des ebenfalls nur ausgeliehenen Dejan Stojanovic ist offen. Daniel-Kofi Kyereh und Finn Ole Becker haben Erstliga-Angebote. Der Ausgang der FC St. Pauli-Transfergeüchte? Ungewiss. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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