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FC St. Pauli-Trainer Timo Schultz vermisst volle Stadien

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Von: Robin Dittrich

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Nur 2000 Zuschauer konnten das Stadtduell zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli verfolgen. Das geht nicht nur Fans, sondern auch Timo Schultz gegen den Strich.

Hamburg – Corona hin, Corona her. Seit über zwei Jahren beschäftigt sich Deutschland ausschließlich mit der Pandemie. Das bekommen auch die Hamburger Fußballvereine HSV und FC St. Pauli zu spüren. Erst Lockdown, dann Geisterspiele, jetzt weiterhin Zuschauer-Begrenzung. Umsatzeinbußen en masse sind dabei nicht verwunderlich. Auf 2000 Zuschauer sind die Stadien in Hamburg aktuell begrenzt – das soll sich so schnell auch nicht ändern. FC St. Pauli-Trainer Timo Schultz reicht es damit.

Er hofft auf eine baldige Rückkehr voller Stadien. Bei einer fast voll ausgelasteten Elbphilharmonie kann er eine Begrenzung beim Fußball nicht nachvollziehen.

Fußballtrainer:Timo Schultz
Geboren:26. August 1977 in Wittmund
Aktueller Verein:FC St. Pauli (seit 2020 bei den Profis)
Vertrag bis:30. Juni 2023

Die Auslastung der Elbphilharmonie sorgt beim Fußball für viel Gesprächsstoff

Rund 2000 Besucher dürfen das Volksparkstadion sowie das Millerntor-Stadion besuchen. Ebenso viele Menschen sitzen tagtäglich in der Hamburger Elbphilharmonie. Ein Dorn im Auge vieler Menschen. Für die Elphi bedeutet das nämlich eine Auslastung von 95 Prozent. Und das in Zeiten von Corona und Abstandsregelungen. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher erklärte diese Maßnahme Anfang Januar mit den Worten, die Menschen würden sich dort „nicht jubelnd um den Hals fallen, wenn ein Tor fällt, sondern alle ruhig auf ihrem Platz sitzen.“

Timo Schultz hält mit der Hand an der Stirm Ausschau.
Timo Schultz hält vergebens Ausschau nach mehr Zuschauern (24hamburg.de-Montage) © Jan Huebner/Claus Bergmann/Imago

Sein Vergleich mit einem Fußball-Stadion erzürnte viele Fans. Der Hamburger SV kann seine Zuschauer im Volksparkstadion an der freien Luft auf 57.000 Plätze aufteilen. Das Millerntor des FC St. Pauli fasst immerhin ca. 30.000 Menschen. Diesen Outdoor-Besuch mit einer Indoor-Veranstaltung und fast voller Auslastung zu vergleichen, ist Unsinn. Schon zu Beginn der Pandemie wirkten viele Regelungen unbedacht. So wurden dort alle Sportarten unter einen Hut gekehrt – Mannschaftssport mit viel Körperkontakt waren genau so untersagt wie Einzelsportarten, bei denen man nicht in Kontakt zu anderen treten muss.

FC St. Pauli-Trainer Timo Schultz wünscht sich mehr Zuschauer in den Stadien

Timo Schultz, der seinen Vertrag bei St. Pauli verlängert hat, kann die Debatte um das Corona-Virus langsam nicht mehr hören: „Das macht keinen Spaß mehr, es beeinflusst einfach alles“ sagte er gegenüber der Mopo. Bezüglich der Stadion-Auslastung hat der Trainer eine klare Meinung – er möchte mehr Fans bei den Spielen. „Das Knistern, das Überschäumende, das kommt eben nur, wenn die Fans da sind.“ Besonders traurig stimmten ihn die nur 2000 Fans beim Derby. Der FC St. Pauli durfte immerhin mit 100 Fans im Volksparkstadion sein.

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Auch beim Hamburger SV sorgt der geringe Besuchersturm für entsetzen. Trainer Tim Walter verweist auf die vollen Stadien beim Football in den USA und weist die Politik an, „endlich mal die Augen aufzumachen.“ Wenn es für die Vereine so weitergeht wie bisher, werden sie kontinuierlich in finanzielle Schieflagen geraten. Der HSV beantragte erst kürzlich erneute Corona-Hilfen.
Für das nächste Derby wünscht sich Timo Schultz etwas ganz bestimmtes: „Egal ob im Pokal oder nächste Saison, es soll vor Fans stattfinden.“ Vielleicht ja sogar in der Ersten Bundesliga. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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