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FC St. Pauli: Statt Rekordkulisse Tausende leere Plätze – wie es dazu kam

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Von: Kevin Goonewardena

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Das Spiel gegen den FC Schalke sollte eigentlich einen neuen Besucherrekord in dieser Saison aufstellen. Doch dazu kam es nicht, viele Plätze blieben leer. Eine Spurensuche.

Hamburg – Nach dem 2:1-Sieg des FC St. Pauli gegen Schalke 04 am vergangenen Sonnabend am Millerntor kann sich der Kult-Kiezclub nicht nur Tabellenführer, sondern auch inoffizieller Herbstmeister der 2. Bundesliga nennen. 19.950 Zuschauer verfolgten das Spitzenspiel, das durch zwei Tore des Ex-Knappen Guido Burgstaller (20., 39. Spielminute) entschieden wurde.

Name:Fußball-Club St. Pauli · von 1910 e. V.
Gründungsdatum:15. Mai 1910
Vereinsmitglieder:30.400 (Stand Juli 2020)
Vereinspräsident:Oke Göttlich (seit 2014)

Fast 20.000 Zuschauer – in Zeiten der Corona-Pandemie kein ganz so schlechter Wert, doch den Sieg der Boys in Brown hätten noch mehr Fans live im Stadion erleben können. Knapp unter 30.000 Fußballbegeisterte fasst das Stadion des FC St. Pauli, rund 25.000 Karten waren verkauft worden – warum blieben am Ende also so viele Plätze leer?

St. Pauli News: Neue Corona-Regelungen noch nicht umsetzbar

Zwar hatten sich die Ministerpräsidenten darauf geeinigt, dass nur noch die Hälfte der Kapazität eines Stadions ausgelastet - maximal allerdings nur 15.000 Plätze belegt werden dürfen - bei hoher hospitalisierungsrate sogar wieder Geisterspiele drohen, doch die zwei tage zuvor getroffenen Regelungen ließen sich so schnell nicht umsetzen. So durften knapp 20.000, statt noch einmal 5000 Fans die Begegnung verfolgen - unter den 2G-Bedingungen und mit Maske. Der FC St. Pauli rief die Besucher außerdem vorab dazu auf, sich freiwillig testen zu lassen, zum Beispiel in der Teststelle im Millerntorstadion.

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St. Pauli News: Zuschauer bleiben freiwillig fern - Ultras bleiben stumm

Es ist davon auszugehen, dass einige Plätze deshalb frei blieben, weil Zuschauer freiwillig auf den Besuch des Stadions verzichteten - trotz vorab erworbener Karten. Dieser Umstand zeigt sich auch anderswo, wo Karten verkauft wurden. Der Chef des Musiklabels von Pop Up-Records, Jan Koepke, sprach 24hamburg.de gegenüber von einer Quote von bis zu 50 Prozent, die trotz gekaufter Tickets am Wochenende doch nicht auftauchen.

Das Logo von St.Pauli ist im Millerntorstadion an der Mittellinie vor den Trainerbänken
Den 2:1-Sieg der St. Paulianer gegen den FC Schalke 04 sahen nicht so viele Fans, wie erwartet. Statt der 25.000 Besucher, die vorab Karten erworben hatten, fanden nur knapp 20.000 Fussballfans ihren Weg ins Millerntor-Stadion. © Christian Charisius/dpa/Archivbild

Wer doch da war, dem dürfte die ausgebliebene übliche Unterstützung der Ultras aufgefallen sein. Doch hier ging es nicht um das Verhindern von umherschwirrender Aerosole, sondern das demütige Schweigen aufgrund noch nicht aufgeklärter Sexismusvorwürfe innerhalb der Ultra-Szene des FC St. Pauli. Wie üblich die Mannschaft unterstützen, das hielt man unter diesen Voraussetzungen für nicht angebracht.

St. Pauli News: Soziale Verantwortung vs. Zuschauereinnahmen

Für alle Vereine, aber natürlich insbesondere für einen solchen Club wie den FC St. Pauli, dessen soziale Verantwortung ein wichtiger Teil der DNA ist, stellt das Nachkommen selbiger und die gleichzeitige Notwendigkeit, Einnahmen durch Ticketverkäufe zu generieren, ein gewaltiges Dilemma dar.

Erst kürzlich hatte der FC St. Pauli auf seiner Jahreshauptversammlung einen Millionenverlust für das abgelaufene Geschäftsjahr von über 22 Millionen Euro bekannt geben. Und auch durch die anhaltende Corona-Pandemie droht dem Kiezclub erneut ein heftiger Verlust. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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