Kampf gegen den Krebs verloren

FC St. Pauli-News: Kult-Zeugwart Claus-Peter Bubke tot – Kiezklub trägt Trauer

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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Der FC St. Pauli trauert. Um „Bubu“, wie Zeugwart Claus Bubke genannt wurde. Mit 76 Jahren ist der Mann, der auf dem Kiez Kult war, für immer eingeschlafen.

Hamburg – Braun und weiß trägt schwarz. Weil einer, der wie kein anderer zum FC St. Pauli gehört hat, nicht mehr da ist. Claus-Peter Bubke, Kult-Zeugwart des Vereins aus dem Stadtteil mit der Reeperbahn, ist tot. Der Kult-Zeugwart hat den Kampf gegen den Krebs verloren. In der Nacht zu Donnerstag, 1. Juli 2021, ist „Bubu“, wie Bubke von allen auf St. Pauli nur genannt wurde, im Alter von 76 Jahren gestorben.

„Ein Stück FC St. Pauli ist für immer gegangen“, postet Carsten Pröpper, bei den Kiezkickern in den 1990er-Jahren Mittelfeld-Regisseur am Millerntor, auf Facebook. Worte, die die Gedanken vieler FC St. Pauli-Fans auf den Punkt bringen.

Fußballverein:FC St. Pauli
Gegründet: 15. Mai 1910 in Hamburg
Präsident:Oke Göttlich
Stadion:Millerntorstadion

FC St. Pauli-News: Harte Schale, ehrliche Haut – Kult-Zeugwart „Bubu“ Bubke macht auch vor Uli Hoeneß vom FC Bayern nicht Halt

Originale wie „Bubu“, das ist auch in vielen Kommentaren in den Sozialen Netzwerken zu lesen, gibt es heutzutage nur noch selten. Harter Kern und ehrlich. Aber auch eine weiche Schale. Das hat Claus-Peter Bubke beim FC St. Pauli ausgezeichnet. Nie um ein deutliches Wort verlegen, wenn ihm etwas nicht passt. So ruft beispielsweise die Mopo eine Szene in Erinnerung, als „Bubu“ selbst vor dem großen Uli Hoeneß nicht Halt machte.

Kult-Zeugwart Claus-Peter Bubke, von allen beim FC St. Pauli nur „Bubu“ genannt, ist im Alter von 76 Jahren verstorben. (24hamburg.de-Montage)

Der damalige Manager des FC Bayern München benahm sich in den Katakomben des alten Millerntorstadions daneben. Nicht mit Claus-Peter Bubke. Der Kult-Zeugwart der Kiezkicker stellte den FC Bayern-Manager zur Rede. Wählte deutliche Worte. Die eine Seite von „Bubu“.

Die andere? Die Rolle des Mannes, der sich beim FC St. Pauli rund ums Millerntor um die Leute gekümmert hat, die ihm ans Herz gewachsen waren. Vornehmlich um die Spieler. Ein Wunsch, eine kleine Bitte – wer mit „Bubu“ gut klarkam, konnte sich der Hilfe des Kult-Zeugwarts, der seit 1986 beim FC St. Pauli war, sicher sein.

Nicht nur, wenn es um die Klamotten ging.

FC St. Pauli-News: Verein mit rührenden Worten zum Tod von Kult-Zeugwart „Bubu“ Bubke – er hat den Kiezklub gelebt und geliebt

Bubke, so der FC St. Pauli auf seiner Homepage, sei „kein Schulterklopfer“ gewesen. „Nach Niederlagen und schlechten Leistungen nahm er den Spielern gegenüber kein Blatt vor den Mund, wenn’s aber auch mal gut lief, wusste er das allerdings auch zu würdigen“, heißt es dort weiter. Ein echter Typ eben. Einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Das Herz auf der Zunge trägt. Aber eben auch Herz hat. Solche Typen fehlen. Nicht nur beim FC St. Pauli.

Wie sehr „Bubu“ für den FC St. Pauli steht, zeigen die weiteren Worte auf der Internetseite des Zweitligisten aus der Hansestadt Hamburg: „Der Vater von neun Kindern hat die Bundesliga-Aufstiege unseres FCSP 1988, 1995, 2001 und 2010 miterlebt und hatte, wenngleich er nicht selbst auf dem Rasen gestanden, sondern im Hintergrund seine Arbeit gemacht hatte, definitiv auch seinen Anteil an diesen Erfolgen“, lauten diese. Mehr Wertschätzung geht nicht. Nicht in Hamburg. Nicht auf dem Kiez.

Braun-Weiß trägt schwarz. Dafür ist der Himmel jetzt ein Stück mehr ... braun-weiß. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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