Verband positioniert sich klar

EM 2021: Von eigenen Fans – Rassismus-Attacke auf Rashford, Sancho und Saka

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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Im Finale der EM 2021 vergeben für England drei Spieler im Elfmeterschießen. Nach dem Spiel ernten sie rassistische Beleidigungen. Zu viel für den Verband FA.

London – Es ist ein tiefer Schmerz. England hat eine Chance vergeben. Wieder einmal. Und wieder im Elfmeterschießen. Im Finale der EM 2021 gegen Italien vergeben mit Bukayo Saka, Marcus Rashford und Jadon Sancho gleich drei Spieler vom Punkt aus. Mit Folgen: Italien ist Europameister 2021 – und auf die drei dunkelhäutigen Spieler prasseln nach den vergebenen Schüssen rassistische Angriffe und Beleidigungen* ein.

Der englische Fußballverband zeigt Flagge: Die „Football Association“ positioniert sich deutlich gegen jegliche Form von Rassismus.

Englischer Fußballverband:The Football Association
Gegründet:26. Oktober 1863 in London/Vereinigtes Königreich
Hauptsitz: London, Vereinigtes Königreich
Präsident:Prinz William, Herzog von Cambridge

EM 2021: Englische Spieler werden nach verschossenen Elfmetern gegen Italien rassistisch beleidigt

„Die FA verurteilt alle Formen von Diskriminierung und ist erschüttert über den Rassismus online, der in den sozialen Netzwerken auf einige unserer England-Spieler zielt“; teilt der englische Fußballverband in einer offiziellen Stellungnahme mit, die in der Nacht zu Montag nach dem Finale der EM 2021 veröffentlicht worden ist.

Opfer rassistischer Angriffe: Englands Bukayo Saka (Mitte) wird nach seinem verschossenen Elfmeter im Finale der EM 2021 von seinen Teamkollegen getröstet.

„Wir könnten nicht deutlicher machen, dass jeder, der hinter solch widerlichem Verhalten steckt, als Anhänger unseres Teams nicht willkommen ist“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Wir werden tun, was wir können, um die betroffenen Spieler zu unterstützen und drängen zugleich auf die härtest möglichen Strafen für jeden, der verantwortlich ist“, so die „Football Association“ im Anschluss an das verlorene Finale der EM 2021

EM 2021: Rassistische Attacken nach Finale nicht einzige negative Schlagzeilen – Uefa lehnt Zeichen für Toleranz und Vielfalt ab

Wie die US-Nachrichtenagentur AP berichtet, gibt es sogar bereits die ersten Schritte: Die Londoner Polizei ermittelt wegen „beleidigender und rassistischer“ Nachrichten in den sozialen Netzwerken. Die Rassismus-Attacken auf Saka, Rashford und Sancho sind nicht die ersten negativen Schlagzeilen abseits des Rasens bei der EM 2021. Der europäische Fußball-Verband UEFA hatte sich selbst ins Abseits gestellt, als er es untersagte, die Münchener Allianz Arena als Zeichen für Toleranz und Vielfalt in Regenbogenfarben leuchten zu lassen.

Wir könnten nicht deutlicher machen, dass jeder, der hinter solch widerlichem Verhalten steckt, als Anhänger unseres Teams nicht willkommen ist

Aus der Erklärung des englischen Fußballverbandes FA

Anschließend hatte es in Deutschland Aufregungen um die Äußerungen eines AfD-Politikers über die Kapitänsbinde des deutschen Nationaltorhüters Manuel Neuer gegeben. Der Keeper des FC Bayern München trug eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben. Sein Teamkollege Leon Goretzka setzte nach seinem Treffer im Spiel Deutschlands gegen Ungarn nach seinem Treffer mit einem besonderen Jubel ein Zeichen gegen Homophobie und Rassismus.

EM 2021: Englisches Team geht vor jedem Spiel als Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung auf die Knie

Im EM-Finale, das Deutschland nach seiner Achtelfinal-Niederlage gegen England verpasste, hatte der englische Trainer Gareth Southgate den 23-jährigen Rashford und den 21 Jahre alten Sancho in den Schlussminuten der Verlängerung extra fürs das Elfmeterschießen eingewechselt. Nachdem diese beiden verschossen hatten, vergab auch der erst 19 Jahre alte Saka.

Die Nationalmannschaft Englands war übrigens vor jedem Spiel bei der EM auf ein Knie gegangen, um gegen Rassismus und Diskriminierung zu protestieren... * 24hamburg.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sepp Spiegl/imago images & Carl Recine/dpa/picture alliance

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